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2.4 Ensheim im 20. Jahrhundert


Extra-Info: Der Bund Deutscher Mädchen (BDM)


Die Ensheimer Ortschronik berichtet über die Entwicklung in Ensheim nach der Rückgliederung des Saargebietes an Nazi-Deutschland:

In der Folge bekam die NSDAP großen Zulauf, zumal die demokratischen Parteien verboten wurden. Bald mußten auch die kirchlichen Verbände wie Sturmschar DJK, kath. Jünglingsverein, Marianische Kongregation, die bisher erfolgreich gewirkt hatten, ihre Tätigkeit einstellen. Ihre Fahnen und sonstigen Embleme wurden verboten und eingezogen. An ihre Stelle trat die NSDAP mit ihren paramilitärischen Gliederungen wie SA, Jungvolk, die Hitlerjugend HJ, der 'Bund deutscher Mädchen' BDM, der NS-Frauenbund usw. Die Jugend brauchte man eigentlich nicht sonderlich zum Beitritt zu bitten. Sport, militärischer Drill, Geländespiele und Zeltlager entsprachen der damaligen Einstellung der Jugend. Die Mädchen waren im BDM zusammengefaßt. Sie sollten nach der NS-Ideologie sich in den altgermanischen Tugenden der Frau üben. So war für die Freizeitgestaltung reichlich gesorgt. Die Stunden nach der Arbeit wurden von den Parteigliederungen in Beschlag genommen. Schulungsabende, sportliche vormilitärische Übungen, Aufmärsche und Kundgebungen lösten sich ab." (S. 74f)

Die Gleichschaltung der Gesellschaft war einer der wichtigsten Punkte des innenpolitischen Programms der NSDAP. Konsequenterweise begann diese Gleichschaltung bei der Jugend, denn junge Menschen sind schnell zu begeistern, sind leichter zu steuern als Erwachsene, haben in der Regel noch kein oder bloß ein unterentwickeltes kritisches Bewusstsein.

Zunächst wurde für einen freiwilligen Beitritt in die neuen Jugendorganisation geworben. Als dieses Werben dann offenbar doch nicht die gewünschten Resultate erbrachte, wurde der Kurs schärfer: Ab 1936 mussten alle jungen Deutschen in die folgenden Organisationen eintreten:

Und dies im ganzen Reich - also auch in Ensheim:

Ensheimer Mädchen bzw. junge Frauen bei den durchaus beliebten Ausflügen des BDM (ca. 1937)

Was in diesen Organisationen begann, sollte später in weitere NS-Vereinigungen fortgesetzt und verstärkt werden. Der Alltag der Menschen sollte vollkommen beherrscht, das Denken ständig manipuliert werden - all das, wie offiziell verlautete, "zum Segen der Volksgemeinschaft"...


Quellen:


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Last update: 26.01.2016