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2.1.2 Ensheim von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zum Beginn der Wadgasser Alleinherrschaft

Im Jahr 1121 wurde Ensheim zum erstenmal urkundlich erwähnt, als Bischof Stephan von Metz dem Kloster St. Martin in Lubeln / Lothringen (heute Longeville-lès-Saint-Avold) alle seine Besitzungen bestätigt, darunter den vierten Teil der Kirche von Onsheim mit deren Einkünften und den daselbst gelegenen Hufen. Möglicherweise hatte das Kloster St. Martin diesen Besitz und diese Rechte in Ensheim durch eine Schenkung oder durch eine Erbschaft erhalten, vielleicht von einem Angehörigen des Ensheimer Grundadels, der damit für sein Seelenheil nach seinem Tod sorgen wollte. Solche Schenkungen oder Erbschaften sind vor allem in jener Zeit nichts Ungewöhnliches, sondern geradezu en vogue. Der heutige Reichtum der katholischen Kirche an Grundbesitz geht auf diese mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Besitzübertragungen zurück.

Im Jahre 1264 verpachtete das lothringische Kloster, wohl   aufgrund der relativ weiten Entfernung, seinen Besitz in Ensheim an die Abtei Wadgassen gegen einen jährlichen Zins von 100 Metzer Solidi. Mit diesem Pachtvertrag ist die Wadgasser Abtei in die Rechte des Klosters St. Martin  in Ensheim eingetreten. In den folgenden Jahren kommen weitere Rechte hinzu:

Wadgassen besaß aber schon vor dem Abschluß des Pachtvertrages im Jahr 1264 Güter und Rechte in Ensheim, hatte also in Ensheim schon "den Fuß in der Tür"::

Außer Wadgassen waren offenbar ein ganze Reihe von Grundherren in Ensheim begütert, aber dem Kloster gelingt es, den Besitz in fremder Hand entweder nach und nach zu kaufen oder ihn sich schenken zu lassen. Erst 1538 konnte sich die Abtei Wadgassen die alleinigen Rechte an Ensheim sichern.


Lektüre-Tip: Wer sich für diese Zeit im Raum Ensheim und Umgebung besonders interessiert, dem empfehle ich das sehr lesenswerte Buch von Heinrich Moog, Eschringen, das Vierherrendorf, 893 - 1993. Eschringen 1993. Er gibt der Darstellung "Eschringen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit" breiten Raum (S. 105 - 202), und das war er für Eschringen geschrieben hat, kann großenteils auch für das benachbarte Ensheim gelten. Moog geht für Eschringen übrigens von einem Alten von 1500 Jahren aus - möglicherweise ist Ensheim nicht wesentlich jünger...


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Last update: 13.11.2004        © Paul Glass 1997 - 2004 ff