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Extra-Info: Die heimliche Auswanderung


Für die bayerischen Behörden, war jeder Staatsangehörige, der ohne ihre Erlaubnis auswanderte, ein heimlicher Auswanderer. Wie in der Verordnung, die Auswanderung betreffend vom 17. Juni 1816 ausgeführt worden war, mußten heimliche Auswanderer mit erheblichen Konsequenzen rechnen:

Allerdings erkannte die bayerische Regierung schon bald, daß mit der Androhung dieser strafrechtlichen Konsequenzen die heimliche Auswanderung nicht eingedämmt werden konnte und ging schon ab 1818 dazu über, die Regelungen abzumildern. Aber es dauerte bis zum neuen Auswanderungsgesetz von 1868, bis heimliche Auswanderungen nicht mehr behördlicherseits verfolgt wurden - wenn sie nicht gegen die Militär- und andere öffentliche Pflichten verstießen. (Faltin, 248)

Daß sich die heimlichen Auswanderungen zahlenmäßig nicht genau erfassen lassen, liegt in der Natur der Sache. Oft verließen die betreffenden Menschen bei Nacht und Neben ihr Dorf und teilten niemand mit, wohin sie nun gingen. So galten in vielen Dörfern immer wieder Einwohner als regelrecht verschollen, weil es keinerlei Hinweise auf ihren neuen Aufenthaltsort gab. Auch hatten die betroffenen lokalen Behörden nicht unbedingt ein Interesse, eine heimliche Auswanderung an die große Glocke zu hängen, zum einen, um nicht selbst als unfähig da zu stehen, zum anderen, um nicht Nachahmern unfreiwillig Vorschub zu leisten. Laut Faltin, 249 sollte man ohnehin zwischen zwei Gruppen von heimlichen Auswanderern differenzieren:

  1. heimliche Auswanderungen, welche den lokalen Behörden bekannt waren

  2. solche, die ihre Auswanderung zunächst als Verwandtenbesuch, als längere Geschäftsreise oder Wanderung eines Handwerksburschen getarnt hatten.

Auch in Ensheim gab es eine Reihe heimlicher Auswanderungen.


Quellen:


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