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2.5.1 Von den Anfängen bis zur Reformation

Die Anfänge der Ensheimer Kirchengeschichte reichen weit zurück. Zwar ist eine genaue Datierung nicht möglich, aber die Tatsache, daß die Ensheimer Kirche dem Apostel Petrus geweiht ist, läßt auf eine frühe Christianisierung schließen. Wie Pfarrer Eugen Matheis 1935 annahm, blieb das Privileg, einem Apostel geweiht zu werden, den "ältesten Kirchen einer Gegend" vorbehalten. Auch die Ortschronik geht von der Einführung des Christentums im 7. Jahrhundert aus - offenbar von Metz aus. Es ist durchaus denkbar, daß Ensheim noch etwas älter ist: ca. 1.500 Jahre, aber solange es keinen sicheren Nachweis dafür gibt, ist dies reine Spekulation.

Die Stiftung der Pfarrei Ensheim geht wohl auf eine in Ensheim ansässige Adelsfamilie zurück, deren Namen aber nicht überliefert worden ist. Im Jahr 1179 bestätigte Papst Cölestin III. dem Priester Eburn die ihm vom Metzer Bischof verliehene Kirche zu Ensheim. Dies ist auch der erste Hinweis auf Bindungen der Ensheimer Kirche zum Kloster Wadgassen. Die Wadgasser Mönche bauten die Beziehungen zu Ensheimer in der Folgezeit systematisch aus, vor allem durch den Erwerb verschiedener Rechte und Güter in Ensheim sowie in den benachbarten Weilern Sengscheid und Reichenbrunn. 1264 trat schließlich die Abtei St. Martin in Glandern (Lubeln; heute Longeville-lès-Saint-Avold) ihre Rechte in Ensheim gegen eine jährliche Rente ab.

Einige Jahre später, im Jahre 1276, haben Konrad von Alben und seine Frau Elsa, die aus Ensheim gebürtig war, das Patronatsrecht über die Kirche zu Ensheim an das Kloster Wadgassen verschenkt.

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Karte mit den wichtigsten Klöstern im Saarraum um 1200

(Quelle: Heinrich Moog, op. cit., 37, Koloration von mir)

Doch erst 1538 gelangte Wadgassen in den alleinigen Besitz von Ensheim, was mit einer Reihe von handfesten Vorteilen verbunden war:

Die frühe Kirche wird von Eugen Matheis als ein "kleines, nach Osten gerichtetes Kirchlein mit einem einzigen Altar, dem Fron- oder Hochaltar, auf welchem die Pfarrpfründe gestiftet war" , beschrieben. Um die Kirche herum lagen in westlich und nordwestlicher Richtung etwa 40 Häuser mit vielleicht 200 Einwohnern. Auf der Ost- und Südseite dagegen lag der Friedhof der Gemeinde.

Eine wichtige Einrichtung der Pfarrei war die St. Petrus-Bruderschaft, die als Stiftung quasi-öffentliche und kirchliche Aufgaben übernommen hatte. Aus dem Besitz dieser Stiftung ging schließlich das heutige Kirchengut hervor.


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Last update: 27.12.2004                        © Paul Glass 1997 - 2001 ff