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2.6.10 Kurze Geschichte des Ensheimer Krankenhauses


Im Jahre 1889 feierte die Ensheimer Traditionsfirma Gebr. Adt ihr 50jähriges Bestehen. Zur Erinnerung an dieses große Ereignis der Firmengeschichte und die Gründung der Firma durch Peter Adt III (1798 - 1879) haben die damaligen Teilhaber der Firma am 20 Mai 1889 den Bau eines Krankenhauses für die Arbeiter ihrer Ensheimer Fabrik beschlossen. Dieser Beschluss wurde laut Stiftungsurkunde gefasst von:

Um das Andenken der bis dahin verstorbenen Firmenteilhaber zu ehren, wurde als Namen des neuen Krankenhauses Peter-Franz-Otto-Spital festgelegt. Das Krankenhaus sollte nicht nur den Adtschen Arbeitern aus Ensheim, sondern auch jenen der übrigen Werke der Gebr. Adt sowie der Bevölkerung aus Ensheim und Umgebung zur Verfügung stehen. Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 30. Juni 1889.

Das Peter-Franz-Otto-Krankenhaus Ensheim
(Zeichnung von Pfarrer F. Flieger, Ensheim)

Die Bauzeit betrug zwei Jahre: am 30. Juni 1891 wurde das neue Spital im Rahmen einer großen Feier seiner Bestimmung übergeben. Das Krankenhaus bot damals Platz für 15 Patientinnen und Patienten. Ein interessantes Foto der Einweihungsfeier befindet sich im Bildband der Geschichtswerkstatt Ensheim (Hg.): Ensheim im Bild, Band 1. [Ensheim o. J. = 1998], S. 56.

Im Jahr 1935 wurde eine für damalige Verhältnisse große Modernisierung vorgenommen: so wurden der OP, die Entbindungszimmer und der Röntgenraum nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen ausgestattet. Außerdem wurde bei dieser Gelegenheit die Bettenzahl des Krankenhauses auf 25 erhöht. Gleichzeitig übernahm mit Dr. Paul Knapstein erstmals ein praktischer Arzt mit chirurgischer Vorbildung die Leitung, was sich sehr positiv auf die Art, den Umfang und die Qualität der medizinischen Leistungen auswirkte.

Nach der Evakuierung der Ensheimer Bevölkerung wurde das Krankenhaus nur im Notbetrieb geführt. Bis zum Kriegsende wurde das Spital für die geburtshilfliche Abteilung der städtischen Krankenanstalten Saarbrücken beschlagnahmt.

Nach dem Niedergang der einstigen Weltfirma Adt als Folge des 1. Weltkrieges blieb das Krankenhaus zwar weiterhin im Besitz der Firma, aber auf längere Sicht war ein Verkauf unabwendbar. Im Jahr 1959 kaufte die damals noch selbstständige Gemeinde Ensheim das Gebäude für 32,5 Millionen Francs, um es als Gemeindekrankenhaus fortzuführen. Zwischen 1970 und 1973 wurde das Gebäude aufwendig renoviert. 

Dennoch verhinderte diese Modernisierung nicht die Schließung des Krankenhauses bereits zwei Jahre später, was vor allem von der Ensheimer Bevölkerung und den Patienten aus den umliegenden Orten sehr bedauert wurde. Im wesentlichen führten zwei von den Ensheimern nicht beeinflussbare Ereignisse zum Ende des Gemeindekrankenhauses: zum einen der Abzug der Mallersdorfer Schwestern, die seit der Gründung des Spitals die Pflegekräfte gestellt hatten; zweitens der Verlust der kommunalen Selbstständigkeit im Rahmen der Gebietsreform des Jahres 1974. Künftig sollten auch Patienten aus Ensheim für eine bessere Auslastung der Krankenanstalten in Saarbrücken sorgen...

Weitere Informationen 


Quellen: 


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Last update: 27.12.2004                    © Paul Glass 1997 - 2001 ff