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Home / Die Ensheimer Geschichte im Überblick / Ausschnitte aus dem politisch-kulturellen und sozialen Leben in Ensheim
Die Geschichte der Ensheimer Schule beginnt lange vor der Einführung des Volksschulwesens und der allgemeinen Schulpflicht im l9. Jahrhundert. Bereits im Jahre 1609 wird in einer Urkunde festgehalten, daß die Unterhaltung der Ensheimer Schule Sache der Gemeinde sei, "ohne daß Wadgassen einen Beytrag tut". Eine Schulpflicht gab es damals noch nicht. Der Schulbesuch blieb auf die Jungen beschränkt; die Mädchen genossen in den meisten Fällen keine Schulbildung und konnten, was viele Urkunden beweisen, noch nicht einmal ihren Namen schreiben.
Wie in der Ortschronik berichtet wird, gab es zwischen 1600 und 1703 praktisch keinen Schulunterricht, wohl auch, weil keine Lehrer zur Verfügung standen. Von 1703 an sind die Namen der Lehrer meist bekannt:
- 1703: Nikolaus Klein
- 1713: Gottfried Simon
- 1717 - 1723: Albert Anton(i)
- 1736 - 1744: Christoph Severin
- 1745 - 1764: Johann Kaspar Klein
- 1764 - 1789: Johann Jakob Klein
- 1789 -1790 (?) : Jacob Klein
- 1798 - 1812: Peter Klein
Wie die Ortschronik berichtet, wurde im 18. Jahrhundert der Lehrer von der Pfarrverwaltung berufen - jeweils für ein Jahr. Im Vertrag wurden die genaue Unterrichtszeit und die Entlohnung aufgeführt. Das Schulgeld wurde pro Kopf berechnet (je 1/2 Gulden); dazu kamen noch weitere Einkünfte, meist in Form von Naturalien. Der Schulmeister hatte auch Hilfsdienste in der Kirche zu übernehmen (z. B. Gesang bei einer Hochzeit, Gesang beim Hochamt, Gebet bei der Beerdigung u. ä.) , die extra bezahlt werden mußten. "Zahltag" für das Schulgeld war Ostern und für die Naturalien Martini.
Das erste Schulhaus der Gemeinde stand auf "Gollingersch Hiwwel", direkt bei der Kirche. Da es 1830 stark einsturzgefährdet war, wurde es saniert und blieb bis 1844 als Schule in Benutzung.
Bis 1832/33 hatten die Ensheimer und Eschringer Schüler eine gemeinsame Schule, aber die steigenden Schülerzahlen veranlaßten den Gemeinderat, bei der Schulbehörde auf ein eigenes Schulhaus für Eschringen zu bestehen, was übrigens problemlos genehmigt wurde. 1834 - 1836 baute die Gemeinde auf "Gollingersch Hiwwel" eine neue Schule mit vier Sälen, ein Gebäude, das heute noch vorhanden ist. Wie es heißt, entwickelten sich erst mit diesem Schulhausneubau "geregelte Schulverhältnisse".
1841 waren in der oberen Schule 46 Knaben und 36 Mädchen, in der unteren Schule 70 Knaben und 75 Mädchen untergebracht, insgesamt also 227 Schülerinnen und Schüler. Einen interessanten Einblick in die Leistungen der damaligen Schüler vermittelt das "Censur-Buch" des "katholischen deutschen Schullehrers" Jacob Ast.
Zusätzlich zu dieser Schule wurde um 1840 eine Abendschule eingerichtet, die 1868 kurzfristig durch eine Landwirtschaftsschule ersetzt wurde. Später wurde daraus die Sonntagsschule.
Durch die weiterhin rasch wachsende Bevölkerung und die damit verbundenen steigenden Schülerzahlen war auch das neue Schulhaus bald zu klein: bereits 1899 wurde im Oberdorf an der Hauptstraße ein neues Gebäude errichtet, das später zweimal vergrößert wurde. Diese kath. Konfessionsschule habe ich auch besucht - von 1959 bis 1964.
1964 schließlich wurde am Südhang des Wickersberges eine neue Hauptschule gebaut, die aber durch die Umschichtungen im Rahmen der Gebietsreform teilweise funktionslos geworden ist.
Exkurs: Die ehemalige Evangelische Volksschule in Ensheim
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Last update: 28.02.2006 © Paul Glass 1997 - 2006 ff