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Turnverein 1891 Ensheim

Der folgende Rückblick auf die Vereinsgeschichte wurde einem von Josef Blaß aus Ensheim verfaßten Beitrag in der Festschrift "80 Jahre Turnverein Ensheim 1891 e.V." entnommen.

Im Jahre 1891, achtzig Jahre nach der Gründung der ersten Turngemeinde Deutschlands durch Friedrich Ludwig Jahn, wurde auch in Ensheim ein Turnverein gegründet. Die Gründung ging auf eine Initiative des praktischen Arztes Dr. Dederichs zurück, der in den ersten Jahren der Vereinsgeschichte auch das Amt des 1. Vorsitzenden bekleidete. Leider sind aus dieser Frühzeit des Vereins keine schriftlichen Unterlagen mehr vorhanden, so daß die Chronik in diesem Fall etwas dürftig ausfallen muß.

Der Erste Weltkrieg forderte vom Turnverein einen hohen Blutzoll: Nicht weniger als 26 Turner ließen in diesem sinnlosen Krieg ihr Leben. Eine entsprechende Gedenktafel im Turnerheim erinnert an sie.

Nach dem Krieg wurde der Turnbetrieb wieder aufgenommen. Als Übungsstätte diente damals der Saal des Gasthauses Berg (Berche Sälche). Allerdings mußten die Turner im Jahr 1923 einen erneuten Rückschlag verkraften, als ein Brand den Übungsraum und die Turngeräte vernichtete.

Nach der Neuanschaffung der Übungsgeräte wurde der Turnbetrieb an einer neuen Übungsstätte, im Gasthaus Bläs im Heimel wieder aufgenommen. Jetzt wurde "Eiche Saal" zum Treffpunkt der Turner.

Am 5. August 1928 wurde vom Turnverein 1891, vom Sportverein 1919 und vom Kraftsportverein Falke ein "Ortsverband für Leibesübungen" gegründet. Ziel dieses Zusammenschlusses war vor allem der Bau entsprechender Übungsplätze und damit auch die allgemeine Förderung des Sportlebens in der Gemeinde. Die beteiligten Vereine behielten ihre jeweiligen Vereinsaktivitäten bei.

Im Jahr 1928 wurde auch die Handballabteilung des Turnvereins gegründet. In der ersten Mannschaft des Jahres 1929 spielten P. Binkle, H. Blaes, J. Blaumeiser, J. Bourgett, J. Breit, P. Franz, R. Heib, J. Mundanjohl, R. Vogelgesang, B. Walter, R. Winter und E. Weisang.

Nach der Machtübernahme durch die Nazis im Jahre 1935 wurden die Vereinsaktivitäten - wie in anderen Vereinen auch - gleichgeschaltet und dem Verein die Eigenständigkeit genommen. Der Zweite Weltkrieg forderte auch von den Turnern wieder seine Opfer.

Nach dem Krieg war wegen des von der französischen Besatzungsmacht erlassenen Omnisportgesetzes eine Wiedergründung des Vereins zunächst nicht möglich. Erst am 29. Oktober 1950 war es soweit: Die Gründungsversammlung mit 83 Teilnehmern (darunter Martha Breinig, Alfred Bubel, Adolf Engel, Robert Huter, Rudolf Jungfleisch, Adolf Klein, Jakob Mundanjohl, Alfred Schmitt, Otto Stolz, Rudolf Vogelgesang, Peter Wendel, Heinrich Wetzel und Rudolf Winter) beschloß einstimmig die Wiedergründung des Turnvereins. Der erste Vorstand hatte folgende Mitglieder:

  1. Robert Huter, 1. Vorsitzender
  2. Alfred Bubel, 2. Vorsitzender
  3. Rudolf Winter, Schriftwart
  4. Friedel Engel, Kassenwart
  5. Adolf Engel, Oberturnwart
  6. Julius Breit, Beisitzer
  7. Hermann Jungfleisch, Beisitzer

Damit war die Grundlage für einen Aufschwung des Vereins geschaffen. Heute zählt der Turnverein zu den anerkannten Institutionen des Sport- und Vereinslebens in Ensheim.


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Last update: 27.12.2004                            © Paul Glass 1997 - 2001 ff