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Extra-Info: Schlacht bei Spichern am 6. August 1870


Die Schlacht bei Spichern am 6. August 1870 war eine wichtige Schlacht des Deutsch-französischen Krieges, die von preußischen Truppen trotz hoher Verluste gewonnen wurde, weil die französischen Verteidiger zu zögerlich agierten. Das Schlachtgeschehen konnte vom Bannstein auf dem Wickersberg aus beobachtet werden, was sich auch der Erb-Großherzog Friedrich-Franz II. von Mecklenburg-Schwerin als Befehlshaber der 5. Kavalleriedivision zunutze machte.

Über dieses Detail der Ensheimer Geschichte gibt es in der Ensheimer Ortschronik von Helmut und Alexander Wilhelm (S. 69) einen Hinweis auf die Erinnerungen des ersten Ensheimer Ehrenbürgers, Prof. Dr. Oskar Orth:

»Kommerzienrat Eduardt Adt, im Jahre 1870 gerade 21 Jahre alt geworden, erzählte folgendes: Sein Vater Franz Adt war im Juli 1870 gerade verstorben und er hatte die Firma übernommen. Als der Krieg ausbrach, war der Großherzog von Mecklenburg [Bild], der die 5. Kavalleriedivision befehligte, in den Juli- und Augusttagen bei ihm einquartiert gewesen. An diesem Tage sei ihm ein junger Ensheimer vorgeführt worden, der über die Franzosen lobende Bemerkungen gemacht hätte. Der Ensheimer sollte sofort erschossen werden, [sei; PG] aber auf Zuspruch des Pfarrers und des Sekretärs begnadigt worden. Nun geschieht das Merkwürdige und für unsere Tage Groteske: Der Belagerungszustand wurde über Ensheim verhängt und ist bis heute nicht wieder aufgehoben worden.

Der Großherzog traute Herrn Adt in der Folge nicht mehr ganz. Am 6. August 1870 beobachtete der Großherzog vom Bannstein auf dem Wickersberg aus die Schlacht bei Spichern. Gegen 5 Uhr kam der Befehl, Eschringen sei unter allen Umständen zu halten; die Schlacht stand um 4 Uhr nicht gerade zum besten. Als sich die Lage änderte, wurde der Befehl aufgehoben, aber es kam noch etwas anderes dazu. Der Großherzog sollte, da sich der Rückzug der Franzosen gegen Saargemünd über Zinsingen, Alstingen vollzog, die sich zurückziehenden Feinde mit Artillerie beschießen und damit aufhalten.

Der Großherzog sollte dem Befehl zufolge mit Herrn Adt als Führer über Fechingen, Güdingen zur Artillerie vorstoßen. Dieser Weg wäre der günstigste für sein Vorhaben gewesen. Aber wie gesagt, der Großherzog war mißtrauisch geworden und ging einen anderen Weg. Er nahm den Weg über Bliesransbach und blieb prompt im Walde stecken. Aus diesem Grunde verfehlte er auch zu seinem Leidwesen die zurückflutende Armee F[r]ossards. Der Großherzog wohnte hierauf, in seiner Würde gekränkt, bei Herrn Johann Adt in Forbach.«

Details der Schlacht

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Last update: 01.11.2015                    © Paul Glass 1997 ff