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Ensemma Schbrìch Redensarten, Ausdrücke und Sprüche |
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Von jeher ist das Wetter schön oder auch nicht. In der Regel schimpft man nur über das Wetter, wenn es nicht schön ist oder wenn es einem - aus welchen Gründen auch immer - nicht gefällt. So wundert es nicht, dass die negativ belegten Ausdrücke in der Mehrheit sind.
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Schiss|wäLLa hònn (w.: ein Scheißwetter haben; i.ü.S.: sehr
schlechtes Wetter haben)
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alles va|bläddschd hònn (Schäden anrichten durch zu starken Regen) ð „Ich
kìnnd grad brìlle! Däär Schiss|rään hadd ma die gònse Mies|ehrcha va|bläddschd!“
(Ich könnte heulen. Der blöde Regen hat mir den gesamten Feldsalat
zusammengehauen.)
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„’S mìchd (zìehd) sich zùù!“ (Wolken ziehen auf.)
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„’S trìbbsd schùnn!“ (w.:
Es tröpfelt schon. I.ü.S.: Es beginnt zu regnen.)
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„’S dùdd wiLLa sääwarre!“ (Es
regnet mal wieder. Es regnet schon wieder.)
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„Hadd's aarich geräänd?“ – „Nää, nùrre e paar Trobbe!“
(Hat’s viel ge-regnet? – Nein, nur ein paar Tropfen!)
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„'S grùmmeld schùnn!“ (In der Ferne donnert es schon! ~ grollt schon ein
Gewitter!)
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„’S dùdd Hei|gawwele rääne!“ (w.: Es
regnet Heugabeln! I.ü.S.: Es regnet in Strömen!)
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grusselich (òòn|schdännich) erùnna|mache (i.ü.S.:
stark regnen) ð „'S hadd grusselich rùnna
gemach!“
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grusslich schìLLe (w.: stark schütten; i.ü.S.: stark regnen) ð „'S hadd
grusselich geschùdd!“
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„’S hadd geräänd bis dordenuss!“ (i.ü.S.:
Es hat sehr stark geregnet.)
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„Oh, lägg mich in da Kabb geschess, ìsch dass häid wiLLa e Rääne|räi!“
(i.ü.S.: Verflixt nochmal! Ist das heute wieder ein Regenwetter!)
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geweschd wärre (i.ü.S.: vom Regen überrascht und nass werden)
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päddsch|nass sìnn
(i.ü.S.: völlig
durchnässt sein)
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nass wärre bis ùff die Hudd (w.: nass werden bis auf die Haut)
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sich schdrìbbe mìsse (i.ü.S.: trockene Sachen anziehen müssen)
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's Parabbelee meddhòlle (einen Regenschirm mitnehmen)[1]
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duusich sìnn (diesig, dunstig sein)
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vòòr ludda Näwwel nìggs meh sìehn (w.:
vor lauter Nebel nichts mehr sehen)
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näwwelich sìnn bis dòrdenuss (i.ü.S.: außerordentlich neblig sein)
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schmuulich sìnn (schwül sein) ð
„Ich glääb, häid dùdd’s noch gnalle! ‘S ìsch ma se schmuulich!“
(Ich glaube, heute gibt es noch ein Gewitter! Es ist so schwül!)
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„’S dùdd schloose!“ (Es
hagelt!)
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"Dass sìnn richdiche Aprìlle|grìlle!"
(Das ist ein launiges Wetter wie im April!)
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„’S ìsch geriffd!“
(Wir haben Rauhreif.)
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issich kald sìnn (sehr kalt sein)
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„'S ìsch aarich kald!" (Es ist sehr kalt.)
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sich änna abhullarre; ~abschnaLLere
(i.ü.S.: vor Kälte zittern)
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„Dòò ìsch’s kald wie imme Sou|schdall!“ (w.:
Hier ist es kalt wie in einem Schweinestall! I.ü.S.: Es ist hier unangenehm
kalt.)
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„Dòò ìsch’s kald wie imme Iss|kella!“ (w.:
Hier ist es kalt wie in einem Eiskeller! I.ü.S.: Es ist hier unangenehm kalt.)[2]
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„Dòò ìsch’s kald wie imme Affe|schdall!“ (w.:
Hier ist es kalt wie in einem Affenstall! I.ü.S.: Es ist hier unangenehm kalt.)
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„Ma hònn wiLLa de ewwarre Wind!“ (i.ü.S.: Wir haben kalten Nordost-wind!)
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sou|warm sìnn (sehr warm; heiß sein)
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„Die Sùnn schinnd schùnn scheen!“ (Die Sonne scheint schon schön.)[3]
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„Die Sùnn schinnd Plòòdarre!“ (I.ü.S.: Die Sonne scheint sehr stark. Heute ist es
ungewöhnlich heiß.)[4]
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„’S Bään dùdd ma weh, ma grinn ònna WäLLa!“
(I.ü.S.: Mein Bein schmerzt; das Wetter ändert sich.)[5]
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„Die Dòòle schdìngge, ma grinn ònna WäLLa!“
(I.ü.S.: Die Gullys verbreiten unangenehme Düfte; das Wetter ändert sich.)
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„’ S gìdd dìssjòòr e Wòònvoll Nìss, dònn gìdd’s aa e
kalda Winda!“
(Es gibt in diesem Jahr eine sehr gute Nussernte; das deutet auf einen kalten
und langen Winter hin.)
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e gùLLa Dròhd nòh owwe hònn (w.:
einen guten Draht zum Himmel, insbesondere zu Petrus, haben; i.ü.S.: gutes
Wetter machen oder bestellen können) ð
„Òm näggschde Sùnndaa kìnne ma Grumbìere|bròòLe gehn; ich hònn
e gùLLa Dròhd nòh owwe!“ (Wir können am nächsten Sonntag unser
Kartoffelbraten veranstalten; ich habe bei Petrus gutes Wetter bestellt.)
Anmerkungen
[1] Hier steckt das frz. Wort parapluie <Regenschirm> drin.
[2] In früheren noch kühlschranklosen Zeiten haben sich die Gastwirte im Winter einen speziellen Keller mit Natureis gefüllt, um bis in die warme Jahreszeit Getränke kühlen zu können. Das war der Isskella.
[3] Merksatz für ein bisschen „Chinesisch“ im Ensemma Pladd!
[4] Plòòdarre sind normalerweise kleine Blutergüsse.
[5] Bei Braun, op. cit., 26 sind die Knochen der Indikator für die Wetterfühligkeit.
© Paul Glass 2000-2001