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1. Das Graumännchesloch

Vetter Lorenz, der Köhler, saß eines Abends im Wald vor seiner Hütte im Escherstal bei Ensheim. Sein kärgliches Mahl war schon verzehrt, aber der Rest, den sog. 'Gottesteil', hatte er wie gewöhnlich zur Seite gestellt. Da steht ein Männlein vor ihm und bittet um eine kleine Erfrischung. Es war ein seltsames Wesen, es reichte dem Köhler kaum an die Knie, hatte einen gewaltigen Kopf mit eisgrauem Barte und funkelnden Augen, darauf eine Zipfelkappe, um die Schulter einen Schnappsack, die Hand hielt einen dicken, knolligen Stock. Der Köhler willfahrte und führte seinen seltsamen Gast endlich zur Ruhe.

In der Nacht wurde Lorenz geweckt. Das Männlein, eine Kienfackel in der Hand, führte ihn bergab und bergauf bis an den Grenzstein des Bischmisheimer Bannes. Hier gab sich der Führer als ein Zwerglein aus dem Gumberstein zu erkennen und sprach: 'Grabe hier an dieser Stelle hinunter und verwerte das unscheinbare Gestein!' Mit einem 'Glück auf!' war der Kleine verschwunden. Der Köhler machte es also, fand und ward ein reicher, vielbeneideter Mann.

Der Abt des Klosters Wadgassen, 'dem das Recht auf alle Mineralien unter der Erde auf Ensheimer Banne' zustand, wollte das Schürfen nunmehr auf eigene Rechnung betreiben. So aber wollten es die Zwerge nicht. Der Abt ließ graben und graben und statt des erwünschten Gewinnes erhielt er nichts als lauter leeres, taubes Gestein.

Die aufgegrabene Stelle aber erhielt den Namen Graumännchesloch."

Quelle: Helmut und Alexander Wilhelm: Ortschronik Ensheim. Ensheim 1977, S. 139


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