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5. De Schlabbe

"Zu den besonders noch volkstümlichen Geistern überall um Ensheim und den Stiefel gehört auch der 'Schlappe' (Schlapphut). Das ist ein schwarzer Mann mit einem Schlapphut und fliegendem Mantel, der vorab am Ausgang des St. Ingberter Waldes auf dem Weg nach Ensheim zugeht. Er begegnet dem Wanderer auf der Berghöhe im Nebel, springt ihm auf den Rücken und reitet ihn bis zum Ensheimer Hof, wo er verschwindet.

Aber auch auf der Straße von Eschringen nach Fechingen zeigt er sich gerne am 'Pfaffenbrünnchen' und 'Scheppchen', einem Walde an der ehemaligen bayerisch-pfälzischen Landesgrenze. Bis zum 'Pfaffenbrünnchen' ließ er sich wohl tragen. Auch den Leuten, die frühmorgens in die Stadt auf den Markt gingen, erschien dieser schwarze Mann oft. Dann ging er neben ihnen her vom Scheppchen bis zum Pfaffenbrunnen, wo er verschwand, aber ohne ihnen je etwas zuleide zu tun.

Dann wird auch noch von seinem Erscheinen auf dem Mühlenweg von Heckendalheim nach Ensheim von anderer Seite berichtet, also von der Gemarkung 'Hahn' beim Trieschhofe und demnach ebenfalls dem heutigen Ensheimer Hof, wo er wohl gerne bis zur Gemarkung 'auf dem Ensheimer' die Vorübergehenden in den Abendstunden reitet. Bei Tage hält er sich in der dunklen, tiefen 'Hohnerklom', insbesondere bei den großen Felsen beim Ausgang zum Kirkelbach auf.

Und schließlich spukt er dann noch in der 'Schnapphahner Dell'. Frauen aus Rentrisch scharrten hier einmal Laub im Walde und gingen dann, die gefüllten Laubtücher auf dem Kopf, durch die Schnapphahner Dell wieder dem Dorfe zu. Da 'trabbte' es hinter ihnen, wie wenn jemand raschen Schrittes nachkäme. Sie blieben stehen und sahen sich um, aber kein Mensch war weit und breit zu sehen. Als sich dasselbe Spiel noch ein paarmal wiederholte, bekamen sie es mit der Angst zu tun und liefen schreiend auf die St. Ingberter Straße hinunter...

Quelle: Helmut und Alexander Wilhelm: Ortschronik Ensheim. Ensheim 1977, S. 139 f


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Last update: 27.12.2004