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Kapitel II

Kindheit und Jugend


Über die Kindheit und Jugend von Johann Albert Kiel ist mir nicht viel bekannt. Sicher lag es an der allgemeinen Tabuisierung seines Lebens und seiner gesamten Existenz, dass wir noch lebenden Familienmitglieder so wenig über ihn wissen. Selbst Remigius Wüstner, der im Jahre 1997 ein Buch über die Einwohner von Ensheim veröffentlicht hat, führt ihn - aus welchen Gründen auch immer - nicht als Kind der Familie Nr. 1448 Kiel Peter auf und führt so offenbar die Tabuisierung weiter. Sind alle Spuren über Johann Albert Kiel aus den offiziellen Quellen vernichtet worden, oder warum wird er von Wüstner nicht erwähnt, obwohl doch die sonstigen Geschwister alle aufgeführt sind?

Johann Albert Kiel wurde am 30. September 1907 in Ensheim geboren und katholisch getauft. Seine Eltern waren der Schneider Peter KIEL und dessen Frau Anna Adelheid, geb. HUTER. Das Ehepaar Kiel hat sechs weitere Kinder, von denen aber drei schon früh verstarben. So ist Onkel Hennes letztlich mit drei Geschwistern aufgewachsen, mit 

Die Familie, die eine gut gehende Schneiderei in Ensheim hinter ihrem Wohnhaus in der Hauptstraße 5 betrieb, war für die damalige Zeit und die historischen Umstände einigermaßen wohlhabend, auch durch ihren damaligen Grundbesitz auf der Gemarkung der Gemeinde Ensheim. Die Familie konnte es sich sogar leisten, sich bäim Fäächa abmoole se lonn, sich also im Ensheimer Photoatelier von Carl Feger fotografieren zu lassen. 

Johann Albert Kiel mit seiner Schwestern Anna Cäcilia (l.) und Mathilde
Regina (r.) und Adoptivkind Emma Kiel (Mitte) [um 1911]

Es ging ihr also durchaus gut, bis der Erste Weltkrieg diese positive Entwicklung der Familie jäh unterbrach. Sein Vater Peter Kiel wurde im 1. Weltkrieg schwer verwundet und starb am 14. August 1924 an den Spätfolgen seiner Verletzungen. Damit war die Familie ihres Oberhaupt beraubt und der Schneiderbetrieb ohne Chef. Der erst siebzehnjährige Hennes, der zu dieser Zeit noch das Schneiderhandwerk lernte, konnte den Betrieb noch nicht alleine weiterführen, zumal er eine ganz wichtige Fertigkeit, nämlich das Zuschneiden, noch nicht beherrschte. So musste die Familie einen Gesellen einstellen, der die Stoffe zuschneiden konnte, der aber natürlich bezahlt werden musste. Der Betrieb litt wie viele andere Familienbetriebe auch an den Folgen der großen Inflation von 1923, welche die Geldvermögen in Deutschland in rasender Geschwindigkeit vernichtet hatte, auch jenes der Familie Kiel.

 


Quellen: 




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Last update: 09.02.2002