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Der Spellenstein bei Rentrisch


In Rentrisch, das vor der Französischen Revolution an der Grenze zwischen dem Ensheimer Besitz des Klosters Wadgassen und der Grafschaft Saarbrücken und zwischen 1816 und 1918 unmittelbar an der preußisch-bayerischen Grenze lag, befindet sich in einem Vorgarten ein wunderschöner Menhir, der sogenannte Spellenstein. Im Volksmund wurde dieser ca. 5 m hohe Stein auch als "Wetzstein" bezeichnet, weil sich der Sage nach die Riesen vom Großen Stiefel an ihm ihre Schwerter schärften. Einer anderen Sage zufolge hatte der Riese Kreuzmann diesen Stein vom Gipfel des Stiefel seinen Feinden nachgeschleudert, worauf er unten im Tal bei Rentrisch in der Erde stecken blieb.

Der Spellenstein, der auch als Spillenstein, Kimhildespill bezeichnet wurde, diente seit ältester Zeit ,wenigstens seit dem 12. Jahrhundert als Markscheide zwischen St. Ingbert, Ensheim, Scheidt und Sulzbach. Er war also ein wichtiges Grenzzeichen  und lag am nördlichsten Ende des Ensheimer Banns, erstmals dokumentiert durch den Geometer Knoertzer auf der großen Bannkarte von 1765

Im Ensheimer Weistum von 1458 heißt es dazu: 

"(...) Von Breydenborn biß vf Königsborn biß vummerme daher in zwischen den von Oenßheim vundt den von Bischoffheym biß ahn Escherdall uber den borm; von dem borne biß ahn Gyrßnist; von Gyrßnist biß zu dem Hubeysen; von dem Hueysen biß zu dem Kaldenborn; von Kaldenborn biß zwischen die zwene Styffel vf biß oben of Styffel, da steyt ein steyn; von dem steyn biß hinden ahn Styffel biß ahn die Kromme Eyche; von der Eychen biß zur Bruder Mullen; von Bruder Mullen biß an den Langen Steyn; von dem Langen Steyn Mullen Dall heruff biß ahn den Heytenberg ..."

Quelle: Daß jahrgeding zu Oenßheym, in: Wilhelm Weizsäcker (Bearb.): Pfälzische Weistümer, 4. Lieferung (Duttweiler bis Eygersheim). Speyer 1962, S. 393 f

Am Spellenstein teilte sich im Mittelalter auch das wichtige Geleitsrecht: So wurde im Jahre 1354 dem Grafen Johann II. von Saarbrücken von Kaiser Karl IV. das alte Geleitsrecht erneuert, das von Metz über den Warndt nach Forbach und Saarbrücken bis zu diesem Stein reichte. Da sich hier die Straße teilte, wurde auch das Geleitsrecht aufgeteilt: Das Geleitsrecht von hier über St. Ingbert, Rohrbach. Kirkel nach Limbach erhielten die Herren von Kirkel, jenes vom Spellenstein durch das Mühlental über Oberwürzbach, und Zweibrücken nach Hornbach bekamen die Grafen von Zweibrücken (Zweibrücken-Bitsch).

Quelle: Wolfgang Krämer: Geschichte der Stadt St. Ingbert. St. Ingbert 1955, S- 32


Literatur:


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Last update: 04.09.2001