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Der Große Stiefel bei St. Ingbert


Der Große Stiefel ist zunächst einmal ein Berg im Südwesten der früheren Kreisstadt St. Ingbert, der wohl schon in vorrömischer Zeit besiedelt war und eines der interessantesten Bodendenkmäler in unserem Raum ist. Auf diesem Berg befindet sich das sog. Stiefler Schloss, heute nur noch als Ruine erhalten, ein großes Trümmerfeld nördlich davon sowie zwei interessante Felsen auf der Bergnase im Nordosten des Berges.  Das Stiefler Schloss wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem Archäologen Dr. Mehlis eingehend untersucht, wobei auch diverse Ausgrabungen durchgeführt wurden, über die der St. Ingberter Lokalhistoriker Wolfgang Krämer detailliert berichtet.

Einer der beiden Felsen  hat die Form eines umgedrehten Stiefels und hat so wohl seinen Namen bekommen. Schon im Weistum von 1458 wurde der Fels als Styffel bezeichnet und war offenbar ein markanter Punkt der Gemarkungsgrenze.


(Foto: Paul Glass, 2001)

Der Große Stiefel gehörte seit dem 13. Jahrhundert zum Kloster Wadgassen und lag auf dem Ensheimer Bann, erstmals dokumentiert durch den Geometer Knoertzer auf der großen Bannkarte von 1765. Durch die Jahrhunderte hindurch dürfte der Stiefel immer wieder bewohnt gewesen sein, zuletzt im 18. Jahrhundert.

In der Nähe des Stiefelfelsens steht der Stiefelfels, ein Menhir, der unter dem Namen Teufelstisch bekannt ist. Auch er ist eine imposante Erscheinung auf dieser Bergkuppe.

In der Deutung dieser beiden Felsen gehen die Interpretationen weit auseinander. Wolfgang Krämer vermutet, dass sie auf natürlich Weise, also durch Erosion entstanden sind und den Bewohnern bereits in der Frühzeit als Kultstätte gedient haben, während Johann Weber die Ansicht vertritt, es handele sich bei ihnen lediglich um die Reste eines mittelalterlichen Steinbruchs, eine Meinung, der man nicht folgen kann, sobald man den Platz vor Ort in Augenschein genommen hat. Ein ehemaliger Steinbruch hinterlässt einfach andere Spuren als sie hier vorhanden sind.


Literatur:


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Last update: 04.09.2001