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Home / Ensheimer Geschichte im Überblick / Ensheim im 19. Jahrhundert /
2.3.2 Die Russen in Ensheim (1813)- Gedicht von Pfarrer Bläs, Teil 2
6. All, die dies gewünschet haben,
ließen sich nicht zweimal laden,
es ging nun Zug um Zug sofort
dahin, als wär's ein Wallfahrtsort.
Dosenmacher, Schuster, Schneider,
der Adjunkt und Bürgermeister,
auch Schreiner, Schmidt und Zimmermann,
alle schlossen sich dem Zuge an.
7. Viele von den Ackersleuten
wollten nicht die letzten bleiben,
sogar der Schwein- und Ziegenhirt
liefen hin zum neuen Wirth.
Halt, des lieben Steinmetz wär ich
schier vergessen, denn der hat sich,
von der Arbeit weggeloffen,
täglich einen angesoffen.
8. Denn diese Völkchen langsam lustig
war von jeher schrecklich durstig,
wird auch, wie die Sterne deuten,
so zu allen Zeiten bleiben.
Kurz gesagt: aus allen Ständen
rutschen auf den Wirtschaftsbänken
Männer, Knaben, Mädchen, Weiber,
Knechte, Mägde und so weiter.
9. Dieser ließ die Arbeit liegen,
jener 's Land sich selber pflügen,
hungrig blieb das Vieh im Kothe,
langbewahrt nach neuster Mode.
Mütter banden, um geschwinder
fortzukommen, ihre Kinder
unbefriedigt an die Wiegen,
mit der Weisung: bleib schön liegen!
10. Einige schwatzten, tranken, tanzten,
viele, die zuhaus oft zankten,
auch jeder Freier spielte da
mit seinem Schatz et es atira.
Hier wurde oft in einer Nacht
mit leichtem Sinne durchgebracht,
Das was man in sechs Tagen Zeit,
verdiente mit der Handarbeit.
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Last update: 09.03.2018 © Paul Glass 1997 ff