![]() |
|
|
|
seit Februar 1997 online ... |
Home / Ensheimer Geschichte im Überblick / Ensheim im 19. Jahrhundert /
2.3.2 Die Russen in Ensheim (1813) - Gedicht von Pfarrer Bläs, Teil 3
11. War ein solch Gelag vorüber
und der Beutel voll von Fieber,
gings anstatt der Zahlung bar
auf Rechnung, wie es Mode war,
den Katzenjammer zu besiegen,
blieben sie des Morgens liegen,
bis Gott Vater s' Licht ansteckte
und sie Hirt und Herde weckte.
12. Der Wirth, ein großer dicker Mann
und selbst sehr durstig obenan,
soff auch solang und machte Spaß
bis ihm die Geiß den Krahnen fraß.
Was nun die Kleidung anbelangt,
die war, wie dir noch wohlbekannt,
in der Regel bunt und scheckig,
während Hemd und Haut sehr dreckig.
13. Männer trugen stolz Manschetten
und sehr lange Uhrenketten,
welchen leider gar nicht selten
selbst die Uhr und Hemden fehlten.
Auch Hosen nach Soldatenart
und Hüte à la Bonaparte,
lange Frackröck wie ein Küster,
krumme Stiefel mit zwei Rüster.
14. Von hinten am frisierten Kopf
hing ein langer dicker Zopf,
ganz stolz herab, doch der auch war
nur compliziert aus fremdem Haar.
Bei dem lieben Frauenzimmer
stand es noch bei weitem schlimmer,
Kleider, Bänder, Ohrenringe,
Kämme und dergleichen Dinge.
15. Schätzen sie so hoch und theuer,
daß sie auch durchs Höllenfeuer,
sie zu haben, barfuß liefen
oder wischten mit Vergnügen
wenn der dürftge Beutel leer
zum ersten besten Schmul und der
erhält dafür die beste Kuh
und oft vom Leib das Hemd dazu.
Zurück | Top | Inhaltsverzeichnis | Mindmap | Nächstes Kapitel: Ensheim unter gemeinsamer österreichisch-bayerischer Verwaltung
Last update: 09.03.2018 © Paul Glass 1997 ff