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2.3.2 Die Russen in Ensheim (1813) - Gedicht von Pfarrer Bläs, Teil 4
16. Die Haare waren parfümiert,
die alten Backen roth geschmiert,
Kopf und Ohren guckten immer
aus sehr hoch gestelltem Schlinger.
Die Kleider waren wie der Sinn
sehr leicht und schlecht von Musselin.
Und die Strümpfe all erlaubten,
daß die Fersen durch sie schauten.
17. Mit den Schuhen stand's bei ihnen
wie bei Markedenterinen,
lustige Schleppen 'dinn' und groß
mitunter auch oft sohlenlos
und ausgegangen trugen sie
beständig nebst 'Parabulis'
wär die Kält auch noch so bitter
den geborgten Modeflitter.
18. Allesamt doch hatten unter
diesem kreuzfatalen Plunder,
wie ich euch bei Ehr versichern kann,
sehr löchereiche Hemden an,
so lebten wie ohn Ziel und Maß,
indem wir sicher glaubten, daß
Fortuna unsre Mutter sei
und Bacchus unser Leiblakei.
19. Als plötzlich wie ein Donnerkeil
ein Bote kam in aller Eil,
der uns in der Seel erschreckte,
und aus unsern Träumen weckte.
Spanien hieß es und das Land,
das Christoph Kolumbus fand,
Engländer und Franzosen
wollten nicht mehr Tabaksdoesen.
20. Jetzt war ach, o und wehe
und Elend da, wie nie von je
denn nicht ein rother Heller lag
vorrätig auf den andern Tag.
Viele noch von jeher ließen
ihre Äcker, Gärten, Wiesen,
während sie dem Handel trauen,
von Gott Vater selber bauen.
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Last update: 09.03.2018 © Paul Glass 1997 ff