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Home / Ensheimer Geschichte im Überblick / Ensheim im 19. Jahrhundert /
2.3.1 Die Russen in Ensheim (1813) - Gedicht von Pfarrer Bläs, Teil 5
21. Wollten eher Hunger leiden,
als mit Müh im Feld arbeiten.
Darum war jetzt umso mehr
Speicher, Küch und Keller leer.
All die Zecher, Spieler, Tänzer,
all die Prahler und Faulenzer
wurden jetzt mit derben Zieten
aus dem Paradies vertrieben.
22. Elend so durch Selbstverschulden
blieb uns nichts als still gedulden,
unsern Blick zu Gott zu wenden,
und uns fürder einzuschränken.
Der dicke Wirth ging selbst voran
und zog sich engre Kleider an.
Ließ sich mit der Hand jetzt fangen
und verdutzt die Ohren hangen.
23. Für die Tische, Stühle, Bänke,
Gläser, Tanzsaal, Keller, Schränke,
Karten, Würfel, Bier und Wein
treten jetzt die Ferien ein.
Zum Überflusse ward sogar
auch noch das alte Sprichwort wahr:
'Ein Unglück kommt nicht ganz allein,
es hat ein zweites im Verein!'
24. So kamen jüngst in einem Rand,
die Sache ist wohl weltbekannt
aus Norden über Kreuz und Quer
Dreihunderttausend Fresser her,
Russen, Letten und Kosaken,
Finnen, Kuren und Polacken,
Wetten liefen Samojaden,
auch Tartaren und Derbaten.
25. Matscharjäcken und Tschürmessen
samt Tschurmaschen und Kirgisen,
auch Kalmücken, Buckaschüren,
nebst Mongolen und Batschküren.
Alle samt und sonders waren
hungrige, verlumpte Scharen.
Gefräßig wild und roh gleich wie
gewöhnlich ist das liebe Vieh.
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Last update: 09.03.2018 © Paul Glass 1997 ff