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2.3.2 Die Russen in Ensheim (1813) - Gedicht von Pfarrer Bläs, Teil 7


31. Hier liefen zehn in einem Rand,
die Hosen auf und in der Hand,
dort saßen zwölf im Ring herum
und machten für sechs Morgen Dung.
Vom Zinnereck an dem Weg
in großer Reih bis an den Steg,
saßen diese Ungeheuer,
legten an und gaben Feuer.

32. Auch fing die alte Kegelbahn
so jämmerlich zu stinken an
wie Madame Stix im Höllenfluß
samt ihrem Mops, den Cerberus,
nur die braven Offiziere
machten so wie andre Tiere
kurz und kräftig um die Wette
ohne weiters in die Bette.

33. Doch endlich reist mit Sack und Pack
auch dieses Hundsgesindel ab.
Dank noch, daß sie uns indessen
nicht mit Haut und Haar gefressen.
Jetzt leben wir von milden Gaben
guter Menschen, und wir haben,
während wir nach Brot verlangen,
nichts zu tun als Läus zu fangen.

34. Nun hab ich, Sohn, dir alles frei
erzählet, und es bleibt dabei
nichts übrig, als uns nur zu schämen
und uns selbst am Ohr zu nehmen.
Was uns noch ans Leben kettet,
was uns vor Verzweiflung rettet,
was uns stärket in den Leiden,
ist die Hoffnung bessrer Zeiten.

35. Denn so lang noch Menschen leben,
die dem Schnupfen sind ergeben,
sind die lieben Tabaksdosen
ganz nicht aus der Welt gestoßen.
Hört, ihr Fürsten aller Staaten,
die von Gott erhalten haben,
Völker, um sie zu regieren
und zum wahren Glück zu führen.


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Last update: 09.03.2018            © Paul Glass 1997 ff