seit Februar 1997 online ...

Home / Ensheimer Geschichte im Überblick / Ensheim im 19. Jahrhundert /


2.3.2 Die Russen in Ensheim (1813) - Gedicht von Pfarrer Bläs, Teil 8


36. Eltern, Lehrer und Vormünder,
die ihr um die lieben Kinder
sowohl für Zeit und Ewigkeit
zu bilden streng verpflichtet seid,
wollt ihr euern Zweck erreichen,
und eures Amtes würdig zeigen,
krumm und grad laßt alles sein,
nur führt schnell das Schnupfen ein!

37. Götterweisheit, Heldentugend,
bei den Alten und der Jugend
werden nur soweit gedeihn,
als sie sich dem Schnupfen weihn.
Ist überall, wie sich gebühret,
das Tabakschnupfen eingeführt,
so soll, wie an dem Branntewein,
an Dosen auch kein Mangel sein.

38. Was ihr großen Müßiggänger,
faulen Schlingel, Bänkelsänger,
führt denn bis zum Augenblick,
euch der Satan an den Strick?
All dies eitle Herrenhoffen
macht euch euren Topf nicht kochen,
nur höchstens in Gedanken reich
auf diesen Reichtum hust ich euch!

39. Beseitiget die Kleidertracht
merket, was ein Sprichwort sagt:
'Ein Stückchen Brot ist noch so gut
als hundert Federn auf dem Hut.'
Flieht das Wirthshaus, sucht zu meiden
übertriebne Lustbarkeiten.
Eure Späße, Spiele, Tänze,
macht den Kröten keine Schwänze.

40. Macht ein jeder sich auf seine
faulen und verwöhnten Beine,
greif zum Spaten und zum Pfluge
mit Behendigkeit und suche,
soll es mit euch besser werden,
seine Äcker, Wiesen, Gärten,
die schon längst verwähret liegen,
selbst zu bauen und zu pflügen.


Zurück | Top | Inhaltsverzeichnis | Mindmap | Nächstes Kapitel: Ensheim unter gemeinsamer österreichisch-bayerischer Verwaltung


Last update: 09.03.2018            © Paul Glass 1997 ff