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Extra-Info:  Das Schwäbische Schnapsmuseum Bönnigheim


Seit 1995 betreibt die Historische Gesellschaft Bönnigheim das Schwäbische Schnapsmuseum in Bönnigheim. Im Mittelpunkt der Ausstellungsstücke stehen 14 sogenannte "Geheim-Brennereien", die von handwerklich begabten Geheim-Brennern gebaut und in der Regel in der Küche oder Waschküche betrieben worden sind.

Dazu gehören phantastische Apparaturen, die aus allen möglichen Abfallprodukten zusammengebaut worden sind: so ein Brenngerät, das aus einem Deckel einer Munitionskiste, der Bremsleitung eines Panzers und einer Dose für Trockeneipulver konstruiert worden ist.

Weitere der "heimlichen Distillen" sind kühne Konstruktionen aus Konservendosen, Gurkenfässern und einem Waschkessel.

Zu sehen sind auch zwei Exponate, die von Häftlingen der Strafanstalten Heilbronn und Stuttgart "erfunden" worden sind: ein Brenngerät aus einem Plastikkanister für Reinigungsmittel, einem Hydraulikschlauch und der Spirale eines Tauchsieders.

Übrigens macht das Gesetz einen feinen Unterschied zwischen dem Schwarzbrennen und dem Geheimbrennen. Als Schwarzbrenner gilt jemand, der eine offiziell zugelassene Distille betreibt, aber "an der Steuer vorbei brennt", also nicht angemeldete Abtriebe durchführt. Ein Geheimbrenner ist demgegenüber jemand, der sich seine Distille selbst zusammenbaut und dann zu Hause brennt - meist für den eigenen Bedarf. Gleichwohl ist beides verboten, und Zuwiderhandlungen werden entsprechend bestraft. Fällt ein Geheimbrenner - meist nur durch Zufall - auf, wird sein Brenngerät eingezogen und er selbst in der Regel zu einer Geldstrafe verurteilt.

Die in Bönnigheim gezeigten Ausstellungsstücke sind übrigens noch alle funktionstüchtig. Deshalb hat das Zollamt, das die Ausstellung eigentlich verbieten wollte, um keine Nachahmer zum heimlichen Distillenbau zu animieren, alle Geräte ordnungsgemäß verplombt und kommt, wie Kurt Sartorius, der engagierte Leiter des Schnapsmuseums, berichtet, "regelmäßig (vorbei) und schaut, ob wir auch nichts gebraucht haben".

Das Schwäbische Schnapsmuseum in Bönnigheim (Kreis Ludwigsburg) ist von Mai bis September sonntags von 14 - 17 Uhr sowie für  Besuchergruppen nach Anmeldung geöffnet. Kontakt / FON & FAX: 07143-22563

Quelle: Karin Brühl, Die heimlichen Distillen. In: Rundschau für den Schwäbischen Wald vom 21.10.1998, S. 26

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Last update: 17.07.2018               Copyright: Paul Glass 1997-2018