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2.3.0 Ensheim unter französischer Herrschaft (1792/93 - 1814/15)


Exkurs: Ensheimer bei der Musterung für Napoleons Armee 1811

Seit die linksrheinischen Gebiete im französischen Staatsverband fest integriert waren (seit 1801), wurden die jungen Männer für den Dienst in der französischen Armee herangezogen. In Frankreich galt seit dem 5. September 1798 ein entsprechendes Konskriptionsgesetz, wonach für alle unverheirateten Männer vom 20. bis zum 25. Lebensjahr Wehrpflicht bestand. Allerdings war das jeweils auszuhebende Rekrutenkontingent auf 60.000 Soldaten per anno beschränkt.

So hat sich ein Verzeichnis der Konskribierten vom Jahrgang XI (= 1803/04) erhalten:

  1. ADT, Peter, Dosenmacher [* 23.01.1782 Ensheim, + 19.09.1864 Ensheim]
  2. BLEES, Andreas, ohne Beruf [* 04.12.1782 Ensheim, + 30.10.1861 Ensheim]
  3. BLEES, Heinrich, ohne Beruf [* 18.08.1782 Ensheim, + 15.06.1839 Ensheim]
  4. BLEES, Johann, Kaufmann [* 05.11.1781 Ensheim, + 21.10.1849 Ensheim] ?
  5. GÖRLINGER, Nikolaus, Dosenmacher [* 30.03.1780 Ensheim, + 16.01.1839 Ensheim]
  6. GRENTZ, Johann, Schneider [* 11.11.1781 Ensheim, + 17.12.1855 Ensheim]
  7. REINSTADLER, Andreas, ohne Beruf [ * ?, + ?] evtl. aus Heckendalheim zugezogen?
  8. SINN, Heinrich, ohne Beruf [* 26.10.1781 Ensheim, + 12.11.1841 Ensheim]
  9. WALTER, Kaspar, ohne Beruf [* 19.08.1782 Ensheim, + 10.09.1863 Ensheim]
  10. WELLER, Johann, ohne Beruf [* 22.02.1781 Ensheim, + ?]
  11. WIRTZ, Jakob, Sengscheid [* 10.09.1782 Sengscheid, + ?]

Gemäß diesem Konskriptionsgesetz wurden z. B. zwischen 1802 und 1805 insgesamt 200.000 Rekruten ausgehoben worden. In der Web-Enzyklopädie Wikipedia [Aufruf am 20.10.2015] heißt es:

Überdies hatte der Senat 1805 einer zusätzlichen Aushebung von 80.000 Mann zugestimmt. Da es in Frankreich, einschließlich der neuerworbenen Gebiete, pro Jahrgang jedoch weit mehr junge Männer gab, als nach dem Konskriptionsgesetz für den Wehrdienst eingezogen werden sollten, erfolgte die Auswahl der eingezogenen Rekruten durch das Los. Da das Gesetz sowohl den Verkauf der Lose als auch die Stellung eines Stellvertreters gestattete, entzogen sich viele Angehörige der besitzenden und der gebildeten Schichten dem Dienst in der Armee, was viele der tatsächlich Eingezogenen als ungerecht empfanden.

Daneben gab es die Möglichkeit, sich freiwillig zum Dienst in der französischen Armee zu melden: Dieses »Enrôlement volontaire« genannte Verfahren ist wenigstens für einen Ensheimer, Pierre BLAISE (= Peter BLAES), dokumentiert.

Für die Musterung des Jahrgangs 1791, die in zwei Runden am 2. April und am 16. Juli 1811 stattfand und bei denen die jungen Ensheimer nach Bitche (Bitsch), Sarreguemines (Saargemünd) und Metz gezogen wurden, sind ebenfalls eine Reihe von Namen (Vornamen im Original auf Französisch) überliefert:


Quellen:

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Last update: 17.10.2015            © Paul Glass 1997 ff