Anhang (1): Die Anklageschrift
Der Sachverhalt
[Fortsetzung]
Der siebente Auftrag der ersten Reihe.
Mitte Oktober 1937 beauftragte Godard den Angeschuldigten mit einer Erkundungsreise nach Wuppertal. Der Angeschuldigte sollte auf dem Flugplatz in Wuppertal-Langerfeld etwas vorhandene Wehrmachtanlagen und die Belegung mit Angehörigen der Flugwaffe feststellen sowie darüber hinaus alle militärisch wichtigen Vorgänge und Veränderungen genau feststellen. Godard gab dem Angeschuldigten im einzelnen bekannt, wie dieser von Wuppertal-Barmen nach Langerfeld zum Flugplatz gelangen könne, und versah ihn mit 60 RM Reisespesen.
Nach heimlichem Überschreiten der französisch-deutschen Grenze begab sich der Angeschuldigte über Trier und Köln nach Wuppertal-Barmen, von wo aus er den Flugplatz Langerfeld mühelos fand. Von einem Standort auf der hart am Flugplatze vorbeiführenden Straße machte er dann seine Beobachtungen. Er konnte jedoch weder Kasernen noch einen Flughafen der Wehrmacht feststellen. Er bemerkte lediglich eine kleine Halle, von etwa 20 mal 15 Meter Größe, an die seitlich noch eine kleine Wellblechbude angebaut war. Den mit Stacheldraht umzäunten, etwas Gefälle aufweisenden Platz hielt der Angeschuldigte für einen Übungsplatz für Segelflieger.
Der Angeschuldigte fuhr darauf nach Metz zurück und erstattete dem Godard Bericht. Fragen nach dem Vorhandensein von Ausschachtungen verneinte er. Er erhielt eine Belohung von etwa 100 frcs.
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Quelle: Anklageschrift des Oberreichsanwaltes beim Volksgerichtshof Berlin [AZ 2 J 153/38 g.] vom 29.12.1939
© Paul Glass 1997 - 2002 ff
Last update: 20.12.2002