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2.6 Das politisch-kulturelle Leben in Ensheim im Überblick


Extra-Info: Die Debatte um die Oskar-Orth-Straße in Ensheim


Presseerklärung der CDU Ensheim:

Streit um Oscar Orth Straße muss aufhören

CDU Ensheim: Wir wollen Frieden in unserem Ort

Die Bezirksbürgermeisterin Anette Hübinger und die CDU Ensheim haben sich in mehreren Sitzungen und zuletzt in der Hauptversammlung der CDU Ensheim mit dem SPD-Antrag, die Straße Oscar Orth umzubenennen, beschäftigt. Dieser im letzten Jahr gestellte Antrag der SPD Halberg führte zu einem seit nunmehr einem Jahr andauernden heftigen und kontrovers geführten Meinungsstreit.

Die CDU Ensheim und die CDU-Bezirksvorsitzende Anette Hübinger stellen dazu gemeinsam folgendes fest:

1. Wir schließen uns inhaltlich voll dem offenen Brief des Pfarrgemeinderates St. Peter Ensheim an den Bezirksrat Ensheim an und erkennen dabei, dass nach dem Pfarrgemeinderat auch die Möglichkeit gesehen wird, die Straße nicht umzubenennen und als Mahnmal zu belassen. Wir danken dem Pfarrgemeinderat für seinen Einsatz, Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen und damit einen großen Beitrag zum Frieden im Meinungsstreit um Oscar Orth in Ensheim geleistet zu haben.

2. Wir sind uns einig, dass alles getan werden muss, um Schaden von Ensheim, der durch eine weitere undifferenzierte Berichterstattung um Oscar Orth droht, abzuwenden. Diesem Ziel dient auch eine Umbenennung der Oscar-Orth-Straße. Die landesweite Berichterstattung entwarf ein Bild von Ensheim, das der Wirklichkeit nicht gerecht wurde. Die Entwicklung der Diskussion zeigte, dass die Argumentation zur Umbenennung der Straße immer mehr in den Hintergrund geriet und stattdessen Personen und Abläufe immer mehr in den Focus der Auseinandersetzungen gestellt wurden. Insbesondere der Versuch, parteipolitisch daraus Kapital zu schlagen, ist für uns in dieser sensiblen Angelegenheit bedauerlich. Von dieser Vorgehensweise distanzieren wir uns. Ensheim ist ein lebenswertes Dorf mit gastfreundlichen und liebenswerten Menschen. Jede anders lautende Äußerung weisen wir energisch zurück.

3. Wir können nachvollziehen, dass Oscar Orth für die Menschen in Ensheim eine besondere Bedeutung hat. Sie sind weitgehend stolz auf dessen Lebensleistung als Mediziner und Leiter der Universitätskliniken in Homburg sowie dessen Engagement in Ensheim. Die Achtung ihm gegenüber entstand in einer Zeit, in der belastende Fakten aus der Nazi-Herrschaft völlig unbekannt waren - eine Achtung, die bis in die heutige Zeit hinein angehalten hat. Auch war Oscar Orth in Ensheim als Nazi-Gegner bekannt, war selbst nicht Mitglied der NSDAP und wurde mit Personen des Widerstands in Verbindung gebracht. Erst später wurden Stück für Stück Informationen bekannt, die auch Schatten auf dessen Biographie werfen. Das sehen mittlerweile auch jene, die guten Glaubens über lange Zeit hinweg von den vielen guten Leistungen Orths angetan waren und sich deshalb von politischen Kampagnen in diesem Zusammenhang distanzierten. Es wird auch von vielen darauf hingewiesen, dass das damalige Verhalten von Orth strafrechtlich keine Relevanz hat. Das ist aber nicht die entscheidende Frage. Vielmehr gehe es darum, ob Oscar Orth als Namensgeber für eine Strasse oder einen öffentlichen Platz in Frage kommt. Und diese Frage hat eine andere Qualität. Als Vorbilder und öffentlich geführte Namen sollen nur solche Persönlichkeiten in Betracht kommen, die in ihrer Integrität völlig unbestritten sind. Mit Blick auf Oscar Orth bestehen hier - nach dem mittlerweile bekannt gewordenen - trotz seiner herausragenden Leistungen, Zweifel. Deshalb tragen wir dem Grundsatz der unbestrittenen Integrität Rechnung und erkennen eine Umbenennung an.

4. Unser Anliegen ist nach wie vor die umfassende Aufklärung um das Leben von Oscar Orth zu erreichen. Die CDU Ensheim bedankt sich hier insbesondere bei der Bezirksbürgermeisterin Anette Hübinger und der CDU-Bezirksratsfraktion für ihren Einsatz, soviel wie möglich an Informationen und Wissen über das Leben Oscar Orths zusammen zu tragen, um eine möglich gesicherte Entscheidung finden zu können. Wir unterstützen die Forderung, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, damit das Leben und Wirken von Prof. Dr. Oscar Orth mit seinen Licht- und Schattenseiten aufgearbeitet wird und in geeigneter Form in der Geschichte von Ensheim dargestellt wird. Wir wollen uns der Vergangenheit mit all ihren Facetten stellen und werden weiterhin das unsere dazu beitragen, dass es zu einer fairen und unverfälschten Aufarbeitung unserer Geschichte kommt.

5. Wir merken an, dass aus Ensheim viele Persönlichkeiten stammen, deren Leben vorbildlich und deren Integrität unbestritten ist. Zu nennen sind unter anderem Pfarrer Franz und Schwester Gottfrieda, die bereits als Straßennamen in Ensheim geführt werden. Wir fordern den Bezirksrat auf, bei der Umbenennung auf Namen von Ensheimer Persönlichkeiten oder auf Ensheimer Geschichte zurückzugreifen, um die Identität der Ensheimer mit ihrem Heimatort zu bewahren. Darüber hinaus regen wir an, zu denen Namensschildern Hinweise auf die Ensheimer Persönlichkeiten zu geben. Für die Umbenennung der Oscar-Orth-Straße schlägt die CDU den Namen Spitalstrasse vor, da dieser mit der Ensheimer Geschichte verwurzelt ist.

Martin Karren, CDU-Ortsvorsitzender, Presseerklärung der CDU Ensheim


Quellen: 


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Last update: 04.09.2001