ENSHEIM Homepage


2.6.10 Kurze Geschichte des Ensheimer Krankenhauses 


Die Stiftungsurkunde


Die Stiftungsurkunde hatte folgenden Inhalt:

"Die Firma Gebrüder Adt in Ensheim, der Zeit bestehend aus den Herren:


Peter Adt, Fabrikant, 69 Jahre alt, zu Pont à Mousson wohnhaft;
Johann Adt, Fabrikant, Kommerzienrath, 64 Jahre alt, zu Forbach wohnhaft;
Eduard Adt, Fabrikant, Kommerzienrath, Bürgermeister, 39 Jahre alt, zu Ensheim wohnhaft, Sohn des verstorbenen Bruders der beiden erstgenannten, Herrn Franz Adt, im Leben Fabrikant, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter;
Henri Adt, Fabrikant, 38 Jahre alt, zu Pont à Mousson wohnhaft, Sohn des erstgenannten;
Emil Adt, Fabrikant, 34 Jahre alt, zu Pont à Mousson wohnhaft, ebenfalls Sohn des erstgenannten, und
Gustav Adt, Fabrikant, 29 Jahre alt, zu Forbach wohnhaft, Sohn des zweitgenannten

hat in ihrer Versammlung vom 20. Mai 1889 beschlossen, zur Erinnerung an das fünfzigjährige Bestehen der Firma und an die Gründung derselben durch Herrn Peter Adt III., geboren 1798, gestorben 1879, den Vater resp. Großvater der jetzigen Theilhaber, für die Arbeiter ihrer Ensheimer Fabrik ein Krankenhaus zu errichten.

Dieses Krankenhaus soll zur Ehrung des Andenkens der verstorbenen bisherigen Teilhaber der Firma den Namen erhalten:

"Peter-Franz-Otto-Spital"

und von der Firma auf eigenem Grundstücke erbaut, nach Fertigstellung der "Krankenkasse für die Fabrik der Gebrüder Adt zu Ensheim" zur Pflege ihrer Mitglieder in Verwaltung gegeben werden.

Eine besondere Dienstordnung für die Führung dieser Verwaltung und die Aufnahme von Kranken, sowohl aus der Ensheimer Fabrik als auch der anderen Adt'schen Fabriken und aus der Gemeinde Ensheim und den umliegenden Orten wird nach Fertigstellung des Baues erlassen.

Das Gebäude sowie das Mobiliar verbleibt der Firma als Eigentum, die Verwaltung genannter Kasse tritt in freien Genuß der Anstalt und hat alle durch ihren Betrieb verursachten Ausgaben zu bestreiten und Einnahmen zu erhalten. Im Falle der Auflösung der Krankenkasse hat die Firma freies Bestimmungsrecht über ihr Eigentum.

Dies zu errichtende Haus soll Zeugnis ablegen von dem nunmehr ein halbes Jahrhundert bestehenden guten Einvernehmen zwischen der Firma und ihren getreuen Arbeitern! Wie es bestimmt ist, die Leiden dieser Welt erträglich zu gestalten, christliche Liebe und Barmherzigkeit in seinen Mauern zu werkthätiger Ausübung zu bringen - so soll es den Fabrikbesitzern und ihren Arbeitern ein Vorbild sowie eine Mahnung sein, stets unentwegt, sich gegenseitig vertrauend, zu gedeihlichem Fördern gemeinsamer Arbeit, der Quelle aller Wohlfahrt, zusammen zu stehen.

Hierüber Urkunde ausgestellt am 30. Juni 1889 und unterzeichnet von den Teilhabern der Firma mit ihrer Privat- und Gesellschafts-Unterschrift.

[...]

An den Vorstand der Krankenkasse 
für die Fabrik der Gebrüder Adt zu Ensheim,
zur Zeit bestehend aus den Herren:
    Blaes Joh., Magazinier;
    Dissel Joh., Charniermacher;
    Eynius, Ludwig, Werkmeister;
    Wollenschneider, Joh., Magazinier;
    Anslinger Peter, Abteilungsmeister;
    Adt, Nikol., Cartonagearbeiter;
    Keller, Nikol., Rohrwickler und
    Blaes Leopold, Mechaniker

Quelle: Geschichtswerkstatt Ensheim (Hg.): Ensheim im Bild, Band 1, Ensheim [1998], S. 57


Weitere Informationen 


Zurück zum Anfang des Dokuments

Zur Krankenhaus-Auswahlseite

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Zur Mindmap

Zum nächsten Kapitel: "Die wirtschaftliche Entwicklung in Ensheim"



eMail an den Webmaster

© Paul Glass 1997 - 2001 ff