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Extra-Info: Franz Xaver BREUNIG, Bürgermeister und Notar



 Franz Xaver Breunig soll, wie die Ortschronik Ensheim (S. 87) berichtet, ein "Günstling der Franzosen" und als solcher bei der Ensheimer Bevölkerung unbeliebt gewesen sein.

Breunig wurde am 17. Februar 1760 in Rohrbach »in der rechtsrheinischen Pfalz« als Sohn des Schulmeisters Amor Breunig (* vermutlich in Lauda im Odenwald, wo der Hl. Amor verehrt wurde, + 25.07.1774 Rohrbach) und dessen Frau Margaretha Weidemann (* ca. 1726, + 30.01.1803 Rohrbach) geboren. Remigius Wüstner verlegt den Geburtsort nach Forbach (Moselle), aber das ist nachgewiesenermaßen ein Lesefehler. Bei Rohrbach handelt es sich um den Ort Rohrbach am Gießhübel, der mittlerweile ins badische Eppingen eingemeindet worden ist.

Anders als in der Heiratsurkunde im Zivilstandsregister angegeben, wurde Breunig bereits am 17. Februar 1760 (und nicht ein Jahr später) geboren. Er hatte noch sechs Geschwister, die zwischen 1753 und 1765 in Rohrbach geboren und von denen gleich zwei Pfarrer wurden. Schulmeister Breunig trat seinen Dienst in Rohrbach wohl um 1748 an; vorher ist die Familie dort nicht präsent. Seine Mutter Margaretha Weidemann war eine Lehrerstochter aus Odenheim, das wie Rohrbach im Kraichgau liegt. Zwischen Rohrbach und Odenheim wurde seinerzeit oft geheiratet (Frdl. Mitteilung vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Odenheim vom 10.11.2015 und Petra Binder M. A., Eppingen vom 16.11.2015).


Nordbaden um 1800 [Quelle] Siehe eingekreiste Region!

Am 21. März 1801 heiratete Franz Xaver Breunig in Ensheim Jean Jeanne Jung, die Tochter des Gastwirts Andreas Jung und seiner Frau Anna Maria Schond aus Großtänchen (heute: Grostenquin, Moselle). Bei dieser Heirat war u.a. sein Nachfolger Franz Carl Dercum einer der Trauzeugen. Dessen Frau Anna Regina WEIDMANN war möglicherweise eine Verwandte von Breunigs Mutter. Sie lässt sich aber in Odenheim, wo es damals eine große Weidemann-Sippe gab, nicht nachweisen.

Breunig war noch in den letzten Jahren der wadgassischen Herrschaft als Klostervogt in Ensheim tätig. Auf welchem Wege er damals nach Ensheim in die Propstei kam, ist nicht bekannt. Möglicherweise hat ihn der in Gräflich-nassau-saarbrückischen Diensten stehende Geometer Georg Valentin Knörtzer, der aus Treschlingen bei Bad Rappenau (Baden) gebürtig war, dem Abt in Wadgassen empfohlen. Dessen Vater stammte aus Lauda, wo auch Breunigs Vater möglicherweise geboren ist. Breunigs Großvater Jacob ist zudem als Bürger von Grombach (ebenfalls bei Bad Rappenau) nachgewiesen.

Offenbar verstand es Franz Xaver Breunig, sich nach dem Ende der Wadgasser Herrschaft über das Dorf Ensheim den neuen Herren, den Franzosen, als loyaler Beamter anzudienen. Die Franzosen stützten sich übrigens auch andernorts gerne auf Vertreter der alten Herrschaften, weil nur sie über die Besitz-, Steuer- und Vermögensverhältnisse im Dorf zuverlässig Bescheid wussten.


Spätestens seit 1801, möglicherweise aber auch schon etwas früher, fungierte Breunig in Ensheim als Bürgermeister und Notar und hatte somit die beiden einflussreichsten Ämter im Dorf inne.


Am 11. November 1816 starb Breunig in Ensheim im Alter von 55 Jahren und hinterließ seine Frau und fünf Kinder. Die Familie hinterließ in Ensheim keine weiteren Spuren, obwohl drei  Töchter alteingesessene Ensheimer heirateten:

 

Quellen:
Helmut und Alexander Wilhelm: Ortschronik Ensheim. (Ensheim 1977)
Remigius Wüstner: Die Einwohner von Ensheim vor 1905 mit Reichenbrunn und Sengscheid vor 1876 und Eschringen vor 1905. Ensheim 1997 (S. 175 f, Nr. 539 und 540)


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 Last update: 23.12.2015            © Paul Glass 1997-2015