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Home / Die Ensheimer Geschichte im Überblick / Ensheim unter der Herrschaft des Klosters Wadgassen (1435-1792) / Ensheim in der Zeit vom Westfälischen Frieden bis zur Französischen Revolution (1648 - 1789) /


1. Vom Westfälischen Frieden bis zum Pyrenäenfrieden (1648 - 1659)

Wie im vorigen Kapitel dargelegt wurde, wurde Ensheim - wie viele seiner Nachbargemeinden - durch die schrecklichen Ereignisse im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges sehr in Mitleidenschaft gezogen: viele Häuser und Höfe waren verbrannt, Felder, Wiesen und Gärten verwahrlost. Die meisten Einwohner - so sie nicht flüchten und sich woanders, z. B. in den Niederlanden oder in der Eifel, in Sicherheit bringen konnten - waren an den direkten oder indirekten Folgen dieses Vernichtungskrieges gestorben. Lediglich zehn Einwohner sollen das Inferno überlebt haben!

Leider waren die Leiden der Ensheimer Bevölkerung auch mit dem Friedensschluß von Münster und Osnabrück noch nicht ausgestanden, denn die nachfolgende expansionistische Außenpolitik des französischen Königs Ludwig XIV. sorgte für weitere kriegerische Auseinandersetzungen mit all den bekannten Belastungen für die einfache Bevölkerung in ihrem Gefolge: Bedrohung, Daseinsängste, Einquartierungen, Kontributionszahlungen, Mißernten, Hungersnöte, Folter, Vergewaltigungen, Mord.

Ludwig XIV. hatte sich in den Kopf gesetzt, nach dem für ihn erfreulichen Friedensabschluß von 1648 jetzt die Erreichung der traditionellen Ziele französischer Außenpolitik anzustreben: die Durchsetzung der sog. "frontières naturelles", der "natürlichen Grenzen" also, so wie das absolutistische Frankreich sie verstand: im Süden die Pyrenäen, im Osten der Rhein.

Nachdem Frankreich  durch die Gebietsgewinne im Pyrenäenfrieden von 1659 seine südliche Grenze bis zu den Pyrenäen vorschieben konnte, galt in den Jahren danach das gesamte Interesse der französischen Außenpolitik der Erringung der Rheingrenze.


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Last update: 13.11.2004            © Paul Glass 1997 - 2004 ff