Anhang (1): Die Anklageschrift
Der Sachverhalt
[Fortsetzung]
Nachdem der Angeschuldigten noch einen Tag und eine Nacht in Forbach verbracht hatte, wurde er am andern Morgen abgeholt und nach Metz gebracht. Sein Begleiter äußerte zu ihm, er wisse ja, worum es sich handle; er müsse bei seiner zukünftigen Arbeit vorsichtig zu Werke gehen. Sein Begleiter stellte sich ihm als Monsieur G o d a r d vom commissariat spécial der Zentrale in Metz vor. Der Angeschuldigte wurde in Metz im Hotel Regina untergebracht und erhielt 50 frcs. mit dem Auftrage, seinen Anzug bei einem Althändler, gegebenenfalls gegen Aufgeld, umzutauschen.
Bei der Persönlichkeit des Godard handelt es sich vermutlich um den Angehörigen der französischen Polizeidirektion in Straßburg Jean B e c k e r.
Die von dem Angeschuldigten für Godard unternommenen Reisen gliedern sich in zwölf Reisen, die er in der Zeit von August bis Dezember 1937 ausgeführt und bei denen er jedesmal die Grenze heimlich überschritten hat, sowie in 16 weitere Ausspähungsreisen, bei denen er zum Teil auf Tarnungswegen mit gefälschtem Paß als Eisenbahnreisender über die Grenze gelangt ist.
[Weiter]
Quelle: Anklageschrift des Oberreichsanwaltes beim Volksgerichtshof Berlin [AZ 2 J 153/38 g.] vom 29.12.1939
© Paul Glass 1997 - 2002 ff
Last update: 20.12.2002