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Ensemma Schbrìch Redensarten, Ausdrücke und Sprüche |
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Lust und Leidenschaft sind für viele Menschen ein prägendes Element ihres Daseins. Die Ensheimer machen da sicher keine Ausnahme. Das beweisen auch die Redensarten und Sprüche zu diesem Thema in ihrer Mundart. Achtung! Die Sprache ist stellenweise recht derb und vulgär, also nichts für empfindliche Gemüter. Diese bitte ich, schnell zum nächsten Kapitel weiterzublättern. Außerdem: Dass dòò ìsch nìggs fa Kenn, niwwòhr!
Zuerst kommt die Lust, dann die Leidenschaft und anschließend die Folgen.
Nicht jeder Tanzwütige war vòòr|ongaschìerd[1], sondern hat sich schon mal einen Korb geholt. E Korb vùnneme Ensemma Mähle se grìen, das war allerdings der Gipfel. Entsprechend war die Reaktion des in seiner Eitelkeit gekränkten Bauernburschen: Mit den Worten „Da, Sou, leh dich!“ hat er dann einen Strohballen am Tisch der Dame abgeliefert - was nun wiederum für die Dame sehr peinlich war!
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Naja,
wie beschreibt man den Urzustand?
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e Burschd hònn (einen festen Freund haben)
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minschich sìnn (e Minsch hònn) (eine Freundin haben)
·
fräie gehn; pùssìere gehn (ein Mädchen oder einen Jungen freien)[2]
·
e Fräi|ärsch sìnn (mit Nachdruck seiner Freundin nachsteigen) ð „So e
Fräi|ärsch wie dämm Anìdda sinna hònn ich noch nìdd gesìehn. JeeLe Òòwe(n)d
schdedd däär memm Maada sinnem dòòhenne im Gässje!“ (Solch einen
hartnäckigen Freier wie Anitas Sohn habe ich noch nie gesehen. Jeden Abend drückt
er sich mit Marthas Tochter im Gässchen herum.)
·
de lewänndich Fräi|ärsch sìnn (mit Nachdruck seiner Freundin nachsteigen)
·
e gùdd Paddie sìnn (eine gute Partie sein)
Wie geht’s weiter? Richtig, die Lust kommt und mit ihr die Leidenschaft...
·
grad bäi da Hegg sìnn (sofort dabei, bereit sein) ð „Däär
ìsch schbidds wie Harri. Wänns drum gedd, e Gnebbche se mache, ìscha grad bäi
da Hegg! (Das ist ein geiler Kerl. Wenn’s drum geht, mit einer Frau zu
schlafen, dann ist er gleich mit von der Partie!)
·
doordich sìnn / e doordicha Mìchel sìnn
(i.ü.S.: verliebt; geil; mannstoll; anschmiegsam sein) ð
„Dass ìsch ma vielleichd e doordicha Mìchel!“ (Der Typ da ist
total verliebt!)
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ùff da Dònsfläch erùm|gnuudsche (w.: sich auf der Tanzfläche abküssen)
·
lääfich sìnn (w.: läufig sein; i.ü.S.: spitz, geil sein; Lust auf Sex haben)
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wie e lääficha Hùnd sìnn (w.: wie ein läufiger Hund sein; i.ü.S.: spitz,
geil sein; Lust auf Sex haben)
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schbìdds sìnn (spitz, geil sein; Lust auf Sex haben)
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schbìdds sìnn wie e Trilles (sehr spitz, geil sein; große Lust auf Sex haben)[3]
·
schaaf wie e Radd (e Räddich) sìnn (w.:
scharf wie eine Ratte / ein Rettich sein: i.ü.S.: spitz, geil sein; Lust auf
Sex haben)
·
„Ich glääb, 's gìdd Grìech - de Sääwel juggd!“
(w.: Ich glaube, es gibt Krieg – der Säbel juckt!) - Das sagt jemand, der
Lust auf ein Gnebbche bekommt bzw. der
eine Chance wittert, ein solches mit einer Frau zu machen.
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e bùggich Gääß (Geiß) sìnn (w.: wie eine Frau sein, die zum Bock will. I.ü.S.:
Das sagt man(n) von einer Frau, die Lust auf Sex hat.)
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erùm|laafe wie e bùggich Gääß (Geiß)
(i.ü.S.: 1. nervös sein; 2. mannstoll sein, scharf sein)
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wie Bùgg ùnn Muula sìnn (i.ü.S.: aufeinander scharf, spitz sein)
·
souich Dinges schwäddse (vazehle) (schweinische
Geschichten erzählen)
·
e wuddsicha (souicha) Wìdds vazehle
(einen schweinischen Witz erzählen)
·
souich Dinges mache (schweinische Dinge tun)
·
ùnne|drùnna nìggs òònhònn (keine Unterwäsche tragen)
·
die Pidd|cha (e)russ|lùù'e lònn (i.ü.S.: <derb> die Brustwarzen
herauslugen lassen)
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die Pidd|cha wiese (pej.: auf einen BH verzichten, damit man(n) die
Brust-warzen besser sehen kann)
·
gäär nòh de Naggiche lùù'e (i.ü.S.: gerne nach nackten Frauen schauen)
·
òòngerännd sìnn fa e
Gnebbche se mache, fa se mause, fa dumm Dinges se mache...
(i.ü.S.:
besondere Lust auf etw. haben, z.B. auf Sex)
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erùm|griwwele; erùm|schruuwe, fuddsche|gòògele
(Pedding machen; betat-schen) ð
„Nää, Thärees! So varìggd
ware mìer frìeha nìdd. Die schruuwe jòò häid|sedaa mìdde im Dorf ònnònna
rùm!“ (So verrückt waren wir früher nicht! Die betatschen sich ja heute
in aller Öffentlichkeit!)
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òn da Brùschd erùm|griwwele / erùm|schruuwe
(i.ü.S.: den Busen einer Frau betatschen)
·
sich naggìch mache
(1. sich
nackt ausziehen; 2. sein letztes Geld ausgeben)
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gäär die Bään bräädmache (w.: gerne die Beine breit machen; i.ü.S.: 1. gerne
Beischlaf haben; 2. ein HWG-Fan sein[4])
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medd jeeLem ins Bedd gehn (w.: mit jedem ins Bett gehen) – Ein Vorwurf, der
sich meist an Frauen richtet, als ob das ein ausschließlich weibliches
Verhalten wäre...
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grad äns mause kìnne (w.: <derb> jetzt gerade eine Frau körperlich
lieben wollen) ð
"Hm! Jeddse kìnnd ich grad äns mause!"
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(gaa) känn Schämd hònn (kein
Schamgefühle zeigen; sich nicht schämen) ð
„Nää! Nää! Seffa! Die Junge vùnn häid hònn iwwa|haabd känn Schämd!
Die felle ùff da Schdròòß iwwa|nònna häär!“
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nìggs òònbränne lònn (w.: nichts anbrennen lassen; i.ü.S.: sich eine günstige
Gelegenheit nicht entgehen lassen)[5]
·
die Pùbbe dònse lònn (w.: die Puppen tanzen lassen; i.ü.S.: sehr
ausgelassen sein)[6]
·
„Häid ìscha gebänne|daid unna de Weiber!“ (I.ü.S.:
Heute ist er der Hahn im Korb.)
·
ännem änna blòòse (w.: <derb> jdm. einen blasen; i.ü.S.: einen
Mann mit dem Mund befriedigen)
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de Räddich tùngge (w.: den Rettich tunken; i.ü.S.: den Beischlaf
vollziehen)
·
e Minsch dängele (w., pej.: ein Mädchen dengeln; i.ü.S.: den
Beischlaf vollziehen)[7]
·
äns gedängeld hònn (pej.: den Beischlaf vollzogen haben) ð „Ou,
wass haschen fa e rooLa Kobb? Hasche wiLLa äns gedängeld, du Färgel?“
·
sich die Heere abschdooße (w.: sich die Hörner abstoßen; i.ü.S.: erste
sexuelle Erfahrungen machen und durch diese Erfahrungen besonnener werden)[8]
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owwe läie / ùnne läie (w. oben / unten liegen) – eine Anspielung auf die
Position beim Beischlaf.
·
sich va|wìddsche lònn (sich erwischen lassen) ð „Kònnsch
alles mache! Awwa lass dich nìdd vùmm Färschda memme Halwa|ziLLiche ùffem Färschda|schdùhl
va|wìddsche!“ (Du kannst dir alles erlauben, aber lass dich nicht vom Förster
mit einem frühreifen Mädchen auf dem Hochsitz erwischen!)
·
e noua Schdächa hònn (w.: einen neuen Stecher haben; i.ü.S.: einen neuen
Freund oder Liebhaber oder Sexualpartner haben)
·
e Lehrbegge hònn (w.: ein Lernbecken haben; i.ü.S.: Das sagt man,
wenn eine sexerfahrene Frau gerne unerfahrene Jünglinge in die Liebe einführt...)[9]
Durchaus ein Thema, auch in früheren Zeiten schon: der Sextourismus. Nein, noch nicht nach Bangkok:
·
in de Mämme|tämbel fahre (w.: <derb> in den Busentempel fahren)[10]
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in die Kabbe|gass gehn (i.ü.S.: sich Liebe kaufen)[11]
Überhaupt: all die guten Mahnungen und Ermahnungen...
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„Mach’s Bedd nìdd enìnn!“ (w.:
Mach‘ nicht ins Bett! I.ü.S.: Übertreib’ es nicht!)
·
„Lass die Kirch im Dorf!“ (i.ü.S.:
Übertreib’ es nicht!)
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„Wänn’s henne wehdùdd, häär vòrre ùff!“
(w.: Wenn’s hinten wehtut, dann höre vorne auf! I.ü.S.: Spätestens, wenn
die Kreuzschmerzen einsetzen, soll man mit dem Sex aufhören.)
... und mancherlei Beschimpfungen seitens der Eltern:
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„Aldi
Wudds!“, „Aldes Färgel!“ oder gesteigert:
„Aldes Sou|färgel!“
Manchmal sind die Folgen der
Leidenschaft erwünscht, manchmal nicht. So können immer wieder
unvorhergesehene Probleme auftreten:
z.B. ER „kann“ nicht:
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daawe Nìss hònn
(w.: taube Nüsse
haben; i.ü.S.: zeugungsunfähig sein)
·
e daawi Nùss sìnn
(w.: eine
taube Nuss sein; i.ü.S.: zeugungsunfähig sein)
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e Drieschling sìnn
(i.ü.S.:
zeugungsunfähig sein)[12]
·
känna meh hooch grìen (w.: keinen mehr hoch kriegen; i.ü.S.:
Potenzprobleme haben)
Vielleicht sollte der so geplagte Liebhaber den folgenden Spruch beherzigen:
·
„Eia sìnn gùdd fa de Zeia!“ (w.: Eier sind gut für den Zeiger! I.ü.S.: Wer viel
Eier isst, tut was für seine Potenz.)
Dann klappt es ja vielleicht doch noch:
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e Schdragga grìen (~ hònn) (i.ü.S.: <derb>ein erigiertes Glied bekommen /
~ haben)
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e Gnebbche mache; meddnònna schlòòfe
(miteinander schlafen)
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e Abgòng hònn (1. einen Samenerguss haben; 2. eine Fehlgeburt haben)
Und vielleicht erleben sie ihn ja, den Orgasmus in Ensheim, der mit der lapidaren Feststellung kommentiert wird: „‘S kimmd!“ [13]
Wehe, wenn du dann nicht verheiratet bist oder nicht zum Zwecke der Fortpflanzung zusammenwarst, sondern der puren Lust wegen. Dann heißt es vor-wurfsvoll:
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„Dass mùsche awwa bichde!“ (Das ist eine Sünde und die musst du aber
beichten!)
Und dann gibt’s vielleicht noch die unerwünschten Folgen, vor allem bei sog. Verhütungspannen:
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känn Parissa debäi hònn (i.ü.S.: kein Kondom mit sich führen)
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e Pännche òònrìehre (w.: eine kleine Pfanne anrühren; i.ü.S.: ein Mädchen
schwängern)
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e digga Buch hònn (w.: einen dicken Bauch haben; i.ü.S.: schwanger
sein)
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paddasch sìnn
(i.ü.S.:
schwanger sein) ð „Haschu
gewissd, dassem Jääb sinn Sohnsfrau wiLLa paddasch ìsch?“ (Hast du
gewusst, dass die Schwie-gertochter von Jakob wieder schwanger ist?)
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jemònde e Kend ùff|hängge (w.: jdm. ein Kind aufhängen; i.ü.S.: jdn. schwängern)
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jemònde e Gugguggs|ei ins Neschd lee’e (i.ü.S.:
1. jdm. ein Kind unter-schieben, das er gar nicht gezeugt hat; 2. jdm. etw.
unterschieben, was sich später als schlecht oder unangenehm erweist)[14]
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„Dich hadd e Esel im Galobb valòòr!“
Das sagt man, wenn die Herkunft des Betreffenden zweifelhaft ist.
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wie e brìedsich Hinggel sìnn (w.: wie ein brütendes Huhn sein; i.ü.S.: gerne
schwanger sein; gerne Kinder kriegen) ð
„‘S Thärees ìsch e wie e brìedsich Hinggel; dass ìsch noch känn dräisich
ùnn hadd schùnn finnef Kenn!“
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e Bòbbelche grìen; äbbes Kläänes grìen
(i.ü.S.: ein Kind bekommen)
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e Bònggadd grìen (w.: einen Bankert kriegen; i.ü.S.: ein uneheliches
Kind bekommen)
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leLLicha|wies e Kend (Bòbbelche; Hawwichd) grìen
(ein Kind bekommen, ohne verheiratet zu sein) ð
„‘S Vroon hadd de Michel aa leLLicha|wies grìdd; awwa dass war kurds nòhm
Grìech; dòò ware ònnache (ònnarre) Zidde!“ (Veronika hat Michael auch
als unverheiratete Frau bekommen, aber das war kurz nach dem Krieg, da waren die
Zeiten noch anders.)
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„Däär wo in da Juuchend viel birschd, bruch sich im Älda wìnich se
schdrähle!“ (w.: Wer in der Jugend viel bürstet, braucht sich im Alter wenig zu kämmen.
I.ü.S.: Wer in jungen Jahren viel Geschlechtsverkehr hat, der braucht sich später
nicht zu kämmen, weil ihm die Haare ausgefallen sind.)[15]
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„Wänn de Bòòm erschd mòòl läid, kùmmich òn all Äschd dròòn!“
(w.: Wenn der Baum erst einmal liegt, dann komme ich an alle Äste dran!) –
Das sagte ein bekannter „Playboy“ aus Ensheim auf die Frage, wie er als
kleingewachsener Mensch mit größeren Frauen sexuell zurecht komme...
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Die Liebe ist nicht immer ganz einfach; es gibt also auch nicht ganz „normale“ Konstellationen:
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e Näächa bäi sich hònn (w.: mit einem Schwarzen zusammenleben)
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e Homo sìnn (i.ü.S.: homosexuell sein, schwul sein)
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e Hùnnadd|fìnnefe|siwwe|dsicha sìnn (i.ü.S.:
schwul sein)
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ùffem Troddwaa 's Täschel|che schwängge (w.:
auf dem Bürgersteig die Handtasche schwenken; i.ü.S.: anschaffen gehen)
Tja, sexuelle Beziehungen gab es schon immer. Und immer schon haben viele Leute sie genossen. Vor allem, wenn oder weil sie verboten waren. Was die heutige Zeit von früheren Jahren unterscheidet, ist sicherlich der viel frühere Beginn der sexuellen Erfahrungen. Bleibt als Fazit nur der Spruch:
„Ònnache (Ònnarre) Zidde, ònnache (ònnarre) Sidde!“
(Andere Zeiten, andere Sitten!) – Wie wahr!
Anmerkungen:
[1] vòòr|ongaschìerd sìnn (sagt man, wenn man bereits einen Tanzpartner für den ganzen Abend gefunden hat) ð Du bruchsch nimmeh se kùmme fa mich ùffsefòLLarre! Ich sìnn schùnn vòòr|ongaschìerd ! (Du brauchst nicht zu kommen, um mich zum Tanzen aufzufordern. Ich habe bereits einen Tanzpartner für den ganzen Abend gefunden.)
[2] Im Wort pussìere findet sich das frz. pousser. Vgl. S. 118, Anm. 180.
[3] Ein Trilles ist ein Kreisel, und der ist unten bekanntermaßen recht spitz.
[4] Ein HWG-Fan ist den Sexualpsychologen zufolge jemand, der häufig wechselnden Geschlechtsverkehr braucht, um glücklich und befriedigt zu sein.
[5] Vgl. Duden, op. cit., 37.
[6] Laut Duden, op. cit., 560 leitet sich diese Wendung vom Puppentheater ab.
[7] Dengeln ist eigentlich ein Ausdruck aus der Landwirtschaft: die Säns dängele (die Sense durch Hämmern der Schneide schärfen).
[8] Vgl. Duden, op. cit., 350: Die Wendung bezieht sich darauf, dass Böcke ruhiger werden, nicht mehr so übermütig werden, wenn sie sich die Hörner abgestoßen haben.
[9] Der Begriff ist in Ensheim Ende der Sechziger Jahre entstanden.
[10] So hieß im Volksmund eines der ersten Oben-ohne-Lokale im Saarland, das Ende der Sechziger Jahre seine Pforten in Kirkel öffnete. Es war das Ziel so mancher Jünglinge aus dem Gau, auch aus Ensheim...
[11] So hieß im Volksmund eine kleine Straße beim St. Johanner Markt, früher das Zentrum des Saarbrücker Straßenstrichs.
[12] Der Wortbestandteil Driesch stammt aus dem Norddt. und bedeutet <Brachland>.
[13] Kaum zu glauben, aber wahr: die Karlsberg Brauerei warb im Sommer 1999 auf einem Bìer|bläddche, auf dem ein im Glas aufschäumendes Urpils zu sehen war, mit dem Slogan: „Es kommt!“ Honi soit qui mal y pense...
[14] Bekanntlich legt der Kuckuck, das Obercleverle der Tierwelt, seine Eier in fremde Nester und lässt sie von diesen Vögeln ausbrüten. Vgl. Duden, op. cit., 422.
[15] Das ist eine Anspielung auf den angeblichen Zusammenhang zwischen einer starken sexuellen Aktivität in der Jugend und Haarausfall im Alter, die aber nicht bewiesen ist.
© Paul Glass 2000-2001