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Ensemma Schbrìch Redensarten, Ausdrücke und Sprüche |
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In unserer Mundart findet man zu dieser Thematik u.a. folgende Ausdrücke:
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gòns wìnsch sìnn (i.ü.S.: schief sein; verzogen sein) ð „Oh,
lägg mich in da Kabb! Wass hasche dònn die Tabeede|läddcha so winsch dròòn|gepoodeld?“
(Mein Güte! Warum hast du denn die Leisten so schief angebracht?)
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richd sìnn (i.ü.S.: gerade sein; nicht schief sein)
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ussgelierd sìnn (w.: ausgeleiert sein)
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in de leddsche Kääle läie (hängge)
(i.ü.S.: bald kaputtgehen)[1]
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nùrre noch òn äänem FaaLem hängge (w.: nur noch an einem Faden hängen; i.ü.S.:
bald kaputtgehen)
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geliwwadd sìnn (w.: geliefert sein; i.ü.S.: kaputt sein) ð
„Du Madds, hasche eichendlich noch dänne alde Puddscha, dänne woo de mòòl
vùnn Petrisse Hännes grìdd hasch(d)?“ - „Ei, nää, dänne hadd sich doch
Sònd| baawels ìhr Junga vòrrsjòhr mòòl fa de Roose|moondaas|ùmdsùùch
gelehnd ùnn hadd ne bäi Foch|dsichs vòrm Huss geliwwadd!“ (Du, Mathias,
hast du eigentlich noch das Motorrad, das dir Hans Petri mal geschenkt hat? -
Nein, das hat sich im letzten Jahr der junge ... für die Teilnahme am
Rosenmontagsumzug ausgeliehen und dann hat das Motorrad bei einem Unfall vor dem
Anwesen Jungfleisch den Geist aufgegeben.)
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laafe wie e Dìbb|che (w.: laufen wie ein Töpfchen; i.ü.S.: gut
funktionieren)
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e Pladda hònn (w.: einen Platten haben; i.ü.S.: eine Reifenpanne haben)
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„Leefd’s Audo nimmeh?“ - „Ei nää! die Maschien ìsch kabudd!“
(Läuft das Auto nicht mehr? - Nein, der Motor ist defekt.)
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nùrre e Bawwa hònn (nur einen kleinen Blechschaden, eine Beule haben)
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„Schaff dich enùff zu Schwaadse òn die Tongk|schdell ùnn lùù da dinn
Schrodd|hùffe òòn!“ (Begib dich schleunigst zur Tankstelle Schwartz und sieh‘ dir deinen
Schrotthaufen an.)[2]
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zwei lingse Hänn hònn (w.: zwei linke Hände haben; i.ü.S.: sehr
unge-schickt sein)
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känn gùLLa Schaffa sìnn (w.: kein guter Arbeiter sein; i.ü.S.: 1.
unge-schickt sein; ungenau arbeiten; 2. ein Faulenzer sein)
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alles mache kìnne (w.: alles machen können; i.ü.S.: sehr geschickt
sein) ð „Jòò, de Hibbe, dänne kònnsche
aa fa alles hääsche; däär dudd Pläddcha lee’e oLLa e noua Schorschde
muure; däärsäll kònn äänfach alles mache, awwa sinn BruuLa, ich sòòn
da’s, däär hadd zwei lingse Hänn, ìsch hald e Schduddìer|da!“
(Also, den Herbert, den kann man für jede handwerkliche Tätigkeit einsetzen;
der verlegt Fliesen oder mauert einen neuen Schornstein - der ist so geschickt
und kann einfach alles machen! Aber sein Bruder ist dafür umso ungeschickter,
aber der hat ja auch studiert!)[3]
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e Achda hònn (w.: einen Achter haben; i.ü.S.: ein verbogenes Rad haben, etwa beim
Fahrrad)
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de Duddelkaschde ussmache (i.ü.S.: das Radiogerät abstellen)
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e Eddaschäär (Eddaschäärche) bossele (i.ü.S.:
ein Regal basteln)[4]
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e FaaLem durchzìehe (einen Faden hindurchziehen, z. B. durchs Nadelöhr)
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ussem Limm gehn (w.: aus dem Leim gehen; i.ü.S.: entzwei gehen)[5]
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sich e Räddsch mache lònn (w.: sich eine Ratsche, Knarre, Rassel bauen lassen)[6]
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e aldi Schees fahre (w.: eine alte Chaise fahren; i.ü.S.: ein altes
Fahrrad oder Auto fahren)[7]
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e aldi Kuddsch fahre (w.: eine alte Kutsche fahren; i.ü.S.: ein altes
Fahrrad oder Auto fahren)
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e aldi Gääß (Geiß) fahre (w.: eine alte Geiß fahren; i.ü.S.: ein altes
Fahrrad oder Auto fahren)
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die Usse|muur wissele (w.: die Außenmauer weißeln, weiß tünchen)
Anmerkungen
[1] Mit Kääle sind wohl die Keile gemeint.
[2] Das sagte seinerzeit mein Vater, als er mich nach einem Unfall „freundlich“ aufforderte, mir mal mein demoliertes Fahrzeug bei der Tankstelle Schwartz anzusehen...
[3] Leute mit Studium sind echten Handwerkern meist ein Greuel, weil viele von ihnen handwerklich unbegabt sind und zwei linke Hände haben. Ganz nebenbei: Mein Bruder ist früher an mir auch öfter schier verzweifelt... ;-)
[4] Hier stand das frz. Wort étagère <Regal> Pate. Auf diesem Regal wurden in der Küche bestimmte Lebensmittel in Porzellanbehältern aufbewahrt, wie Grieß, Mehl, Zucker und Salz.
[5] Vgl. Duden, op. cit., 448, demzufolge sich diese Wendung darauf bezieht, dass bestimmte Gebrauchsgegenstände, vor allem Möbel, durch Leim zusammengehalten werden. Was aus dem Leim geht, geht auseinander, gerät aus der Form, geht entzwei.
[6] Wie an anderer Stelle schon erwähnt, werden solche Räddsche von den Kläpperbuben zwischen Karfreitag und Ostern benutzt.
[7] Hier findet sich das frz. Wort chaise <Stuhl> wieder.
© Paul Glass 2000-2001