|
Ensemma Schbrìch Redensarten, Ausdrücke und Sprüche |
|---|
![]()
Das Ensemma Pladd hält viele Ausdrücke bereit, um Richtungen und Entfernungen verständlich zu artikulieren:
·
de quääre|wää (quer; seitwärts)
·
de longe|wää
(längsseits;
der Länge nach) ð „Du mùsch
das Lädd|che de longe|wää hòlle!“ (Du musst die Leiste der Länge nach
nehmen!)
·
de brääLe|wää
(der Breite
nach; quer)
·
äbbes de brääLe|wää
hòlle (etw. der Breite nach; quer nehmen, trans-portieren)
·
lòngs gehn (1. entlanggehen; vorbeigehen) ð
„Du, hasche häid schùnn de Siwwidd gesìehn?“ – „Nää, awwa ich
genn nòhde noch lòngs!“ (Du, hast du Siegfried heute schon gesehen? –
Nein, aber ich schaue nachher noch bei ihm vorbei!)
·
kisch lòngs gehn (fahre) (knapp vorbei oder entlanggehen bzw. -fahren)
·
piel|rächd
(piel|richd)
(kerzengerade)
ð „Ich
wääß nìdd, wassem Hilde-marie sinn KaaLa gehaad hadd: er war gòns ùffgereechd
ùnn sinn Schwòns war piel|rächd in da Lùfd!“ (Ich weiß nicht, was
Hildemaries Kater hatte: er war ganz aufgeregt und sein Schwanz stand
kerzengerade in der Luft!)
·
henne (hinten)
·
gòns henne hugge (ganz hinten sitzen)
·
henne|rùm (hintenherum)
·
henne|rùm da Näh nòhfahre (w.: hintenherum der Nähe nach fahren; i.ü.S.:
einen Umweg machen)
·
henne|ròòn|mich
(hinter
mich) ð „Wìllsche
aa e Gìmm|che mache? Jòò? Ei, dònn kùmm ùnn lee dich henne|ròòn|mich!
(Möchtest du auch ein Schläfchen machen? Ja? Gut, dann komm‘ her und leg‘
dich hinter mich!)
·
vòòre (vòrre)
(vorn) ð „Hasche
aa schùnn’s Machda gesìehn? Vòòre ìsch’s gòns bruun ùnn henne gòns kääsich
wiss! Dass schind nùrre ù(ffe)m Bùggel òm Schdrònd gelää se hònn!
(Hast du Magda schon gesehen? Auf der Körpervorderseite ist sie ganz braun und
auf der Rückseite total weiß. Wahrscheinlich hat sie nur auf dem Rücken am
Strand gelegen.)
·
owwe (oben)
·
ùnne
(unten)
·
jiwwe (hüben) ð
„Dassna’s wisse, ìhr Räiwa! Dòò jiwwe hònna nìggs se sùùche!
Bliwwe bäi och im Gaade!“
·
driwwe (drüben)
·
lingga|hònd (links; zur Linken) ð
„Lingga|hònd vùnn da Kirch gedd’s Doolasch Gäwwel enùnna!“
·
rächda|hònd (rechts; zur Rechten) ð
„Rächda|hònd vùmm Till war frìeha e aldes Buure|huss; häid ìsch dòò
em Hauck Schdefòòn sinn Geschäft!“
·
grad|uss; rìchd|uss (geradeaus)
·
richd|uss laafe
(geradeaus
gehen)
·
iwwe|nuss|zùùs (nach drüben; dorthin) ð
„Zum Glìgg ìsch’s Gewidda iwwe|nuss|zùùs gezòò nòh Kaschdel!“ (Zum Glück hat sich das Gewitter in
Richtung Blieskastel verzogen.)
·
ùnne|nuss; ùnne|nuss|zùùs (nach unten) ð
„Hadd die Gemään ‘s Trodd-waa ùnne|nuss|zùùs aa gemach?“
·
rùffzùùs (1. herauf; 2. auf dem Hinweg) ð
„Rùffzùùs haLLa gùdd gefòllichd, awwa härre|zùùs haLLa’s ää(n)fach
nìmmeh gedòòn!“ (Auf dem Hinweg war er ganz brav, aber auf dem Rückweg
war er unerträglich.)
·
rùnna|zùùs (1. hinunter; 2. auf dem Rückweg) ð
„Rùnna|zùùs gedd’s ìmma lichda!“ (Hinunter geht’s immer
leichter!)
·
dòò|nìwwa; dòò|nìwwa|zùùs (nach
drüben; dorthin)
·
rìwwa; riwwa|zùùs; härre|zùùs (von
drüben her; herüber)
·
dòò|riwwa
(herüber) ð „Wännde
noch äämòòl dòò|riwwa kimmsch(d), du Glùdds|kobb, dònn gìdd’s awwa
Gnebb!“
·
nääwe; nääwens (neben; daneben)
·
nääwe|dròòn (daneben; nebenan)
·
nääwe|ròòn|mich (neben mich) ð
„Kùmm, minn Gnächd|che, kùmm nää-we|ròòn|mich!“ (Komm, mein
Junge, setz’ dich neben mich!)
·
owwe|nùff (1. oben; 2. im 1. oder 2. Stock)
·
owwe|nùff
wòhne ( im 1. oder 2. Stock wohnen) ð „Wille|na
aa e Hissje fa Eie?“ - „Ei nää! Solòng ma dehämm owwe|nùff wòhne
kìnne, wìlle ma noch nìdd boue.“ (Wollt ihr kein eigenes Haus
haben? - Nein, solange wir in der Wohnung über meinen Eltern wohnen können,
wollen wir noch nicht bauen.)
·
owwe|driwwa (darüber)
·
owwe|ròòn|uns
(oberhalb
von uns) ð
„Mier sìnn’s leddschde Huss in da Grìdds|gass! Owwe|ròòn|uns dùdd
nimmònd meh wòhne! (Wir wohnen im letzten Haus in der Kreuzgasse. Oberhalb
von uns wohnt niemand mehr!)
·
ùnne|drùnna
(unter;
darunter) ð
„Nää, nää, dass die ìmma medd dänne Lied vùnn ùnne|drùnna zängge
mìsse!“ (Nein, ich verstehe einfach nicht, warum sie immer mit den
Leuten, die einen Stock tiefer wohnen, streiten müssen!)
© Paul Glass 2000-2001