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Ensemma Schbrìch Redensarten, Ausdrücke und Sprüche |
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Eines der zahlreichen Mundartbücher von Gerhard Bungert trägt den Titel Alles geschwätzt. Das zeigt schon, dass das Schwätzen eine der Lieblingsbeschäftigungen der Saarländer ist - obwohl sie durchaus in der Lage sind, auch mal die Schniss se haLLe, also einfach zu schweigen.
Sehen wir uns zunächst die Ausdrücke für Gesprächsbereitschaft und die Fähigkeit zur Kommunikation mal etwas näher an:
·
e gùdd Mai hònn (jdn. besuchen und sich mit ihm / ihr prima unterhalten) ð „Jeerem,
Joorem, Mariche, wo waasche dònn so lòng?“ - „Ei, ich war bäim Gerda; oh,
ma hònn e gùdd Mai gehaad!“ (Mein Gott, Maria! Wo warst du denn so
lange? - Ich habe Gerda besucht und wir haben uns prima unterhalten!)
·
„Medde Lied schwäddsd ma, memm Vìeh fehrd ma!“
(w.: Mit den Leuten redet man, vom Vieh lässt man nur den Wagen ziehen.) Ein
schöner Hin-weis, dass man miteinander reden muss, um Missverständnisse zu
vermeiden.[1]
·
die Schniss ùff|mache (w.: den Mund aufmachen; i.ü.S.: Mut haben, etw. zu
sagen; sich äußern)
·
nìdd ùff die Schnìss (ùffs Mull) gefall sìnn
(w.: nicht auf den Mund /auf’s Maul gefallen sein; i.ü.S.: sich artikulieren,
reden können; wortgewandt sein)
·
e grooßi Klabb hònn (w.: eine große Klappe haben; i.ü.S.: ein Großmaul,
ein Maulheld sein; sich wichtig machen)
·
e Schnìss (e Mords|schdrùss) òm Kobb hònn (w.:
eine Schnauze am Kopf haben; i.ü.S.: 1. gut reden können; 2. ein lautes Organ
haben; 3. ein flinkes Mundwerk haben)[2]
·
e Schìss hònn wie e Ände|ärsch (w.: ein Mund haben wie ein Entenpopo; i.ü.S.:
andauernd, pausenlos reden) ð
„’S Ònne|kädd hadd e Schnìss wie e Ände|ärsch; die gedd òn ääna
Tuur!“ (Anna-Katharina redet ohne Pause!)
·
e Schnìss hònn wie e Maschiene|gewehr (w.:
ein Mundwerk wie ein Maschinengewehr haben; i.ü.S.: sehr schnell reden)[3]
·
schwäddse wie e Bùùch (w.: schwätzen <reden> wie ein Buch; i.ü.S.:
redselig sein; sehr viel reden)
·
„Wänn’s Mienche mòòl dood ìsch, muss ma ‘s Mull (die Schnìss)
noch ägsdra dood|schlòòn!“ (w.: Wenn Wilhelmine mal stirbt, muss man ihr Mundwerk noch extra
totschlagen! I.ü.S.: Sie hat ein sehr flinkes Mundwerk bzw. sie ist sehr geschwätzig!)[4]
·
sich uss|koddse (w.: sich vollkommen übergeben; i.ü.S.: 1. sagen, was einen bedrückt;
2. endlich mit der Wahrheit herausrücken)
ð
„Olägg, ich kònn die Brille|räi nimmeh härre! Wass hasche dònn?
Jeddse kodds dich uss!“ (Mein Gott, ich kann dich nicht mehr weinen hören!
Was hast du denn? Jetzt sag’ endlich, was dich bedrückt!)
·
haad schwäddse (w.: hart schwätzen; i.ü.S.: laut reden)
·
Orda gänn (schìgge) (w.: Order geben: i.ü.S.: jdm. Bescheid geben)
·
Beschääd gänn (sòòn)
(jdm.
Bescheid geben)
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Allerdings - nicht jeder hat die gleiche Fähigkeit zur Kommunikation, nicht jeder kann sich den anderen optimal mitteilen. Hinzu kommt, dass die Kommunikation oft in Getratsche ausartet und manche Zeitgenossen keine Scheu haben, Dinge, die man ihnen anvertraut hat, schleunigst weiterzuerzählen, also indiskret sind - was natürlich oft der Anlass für Ärger und Probleme ist:
·
baijäädsche (i.ü.S.: Krach mach; laut reden oder schreien)
·
vùmm Hùnnaddschde ins Dousendschde kùmme
(w.: vom Hundertsten zum Tausendsten kommen; i.ü.S.: von einer Einzelheit zur nächsten
kom-men; sich verzetteln; mehr und mehr vom eigentlichen Thema abkommen)[5]
·
‘s hennaschd ‘s fellaschd sòòn (w.: das hintere zuerst sagen; i.ü.S.: von
einer Einzelheit zur nächsten Einzelheit kommen; sich verzetteln;
unstrukturiert reden) ð
„Jeddse mòòl lòngsòm; du dùsch wiLLa ‘s hennaschd ‘s fellaschd sòòn!“ (Immer mit der Ruhe; du
bringst alles durcheinander!)
·
de FaaLem valìere (w.: den Faden verlieren; i.ü.S.: den gedanklichen
Zusammenhang verlieren; aus dem
Konzept kommen)[6]
·
grusslicha Kääs fòòdse (w.: sehr viel Käse reden: i.ü.S.: viel dummes Zeug
reden)
·
Schissdrägg fòòdse (i.ü.S.: dummes Zeug reden) ð „Oh, fòòds doch känn Schissdrägg, du Dummbagge!“
·
eriwwa ùnn eniwwa|schwäddse wie e Wudds brùnsd
(w.: hin und her redem wie ein Schwein uriniert; i.ü.S.: mal so und mal so
reden; seine Meinung ständig ändern) ð
„Du dämmsäll jòò nìggs glääwe; däär dùdd eriwwa ùnn
eniwwa|schwäddse wie e Wudds brùnsd!“
(Glaube diesem Zeitgenossen ja kein Wort; er hängt sein Mäntelchen stets nach
dem Wind!)[7]
·
sich’s Mull va|robbe (va|risse) (w.:
sich das Maul zerreißen; i.ü.S.: über andere <unschön> reden)
·
sich die Schnìss (de Schnawwel) va|bränne
(w.: sich den Mund / den Schnabel verbrennen; i.ü.S.: 1. etw. sagen, was man
nicht sagen sollte; 2. Kritik äußern) ð
„Wänn’s da nìdd passd, kònnschòo du
äbbes zùù em sòòn; ich will ma die Schnìss nìdd va|bränne!“ (Wenn
dir sein Verhalten nicht passt, dann sage du ihm das; ich möchte ihn
nicht durch meine Kritik verärgern.)
·
sich ‘s Mull fäLLarich schwäddse; ~ fronselich ~ (w.:
sich das Maul federig schwatzen; ~
fransig ~; i.ü.S.: 1. unaufhörlich reden; 2. jdn. durch viel Reden überzeugen)
ð „Bäi
dämmsäll kònnsche da ‘s Mull fäLLarich schwäddse; däär sidd ùnn härrd
nìdd ùnn gedd känna Häärd nòh!“ (Bei dem kannst du soviel reden wie
du willst; er hört einfach nicht auf das, was man ihm sagt!)[8]
·
schwäddse wie ääm de Schnawwel gewaggsd ìsch
(w.: reden wie einem der Schnabel gewachsen ist; i.ü.S.: 1. frei von der Leber
weg reden; 2. ungestelzt, natürlich reden; 3. Mundart reden)[9]
·
~ e Bäär ùff|bìnne (w.: jdm. einen Bären aufbinden; i.ü.S.: jdn.
hereinlegen)
·
~
e Bäär ùff de Bùggel bìnne (w.: jdm. einen Bären auf den Rücken binden; i.ü.S.:
jdn. hereinlegen)
·
jemònde e Gnobb òn de Bagge nähe (w.: jdm. einen Knopf an die Wange nähen; i.ü.S.:
jdn. hereinlegen; jdn. verarschen)
·
äbbes ùffs Tabeed bringe (w.: etw. aufs Tapet bringen; i.ü.S.: etw. zur
Sprache bringen)[10]
·
sinn Sännefd dedsùù|gänn (w.: seinen Senf dazugeben; i.ü.S.: 1. etwas sagen,
obwohl man nicht gefragt wurde; 2. seine <eigentlich> unwichtige Meinung
sagen; 3. sich einmischen)[11]
·
medd zwei Milla schwäddse (w.: mit zwei Mäulern reden: i.ü.S.: 1. einmal so
reden, das andere Mal so; 2. sich widersprechen; 3. lügen)[12]
·
jemònde va|grische (w.: jdn. verkreischen; i.ü.S.: jdn. schlecht
machen) ð
„Blibb ma vùnn dämm Minsch fùrd; dass dùdd all Lied va|grische!“
(Halte dich von dieser Frau fern; sie macht alle Leute schlecht!)
·
medd äbbes märgde gehn (w.: mit etw. auf den Markt gehen; i.ü.S.: eine
Neuigkeit überall weitererzählen)
·
räddsche gehn (w.: tratschen gehen; i.ü.S.: eine Neuigkeit überall weitererzählen)
·
e aldi Räddsch sìnn
(w.: eine
alte Tratschtante sein; i.ü.S.: eine Neuigkeit überall weitererzählen)
·
alles glich uss|tròmbeede (w.: alles hinaustrompeten; i.ü.S.: alles
hinausposaunen; alles weitererzählen)[13]
ð „Heijeijei!
Mùsche dònn imma alles glich uss|tròmbeede? Kònnsche nìdd emòòl äbbes fa
dich bahaLLe? Dìer sòònich nìggs meh!“
·
die gòns Huss|halding uss|tròòn (w.: die ganzen Haushaltsgegenstände
hinaustragen; i.ü.S.: alle Interna der Familie in die Öffentlichkeit tragen)
·
äbbes òn die grooß Glogg hängge (w.: etw. an die große Glocke hängen; i.ü.S.:
etw. ohne Notwendigkeit überall herumerzählen)[14]
·
alles widdschda|vazehle (w.: alles weitererzählen)
·
jemònd äbbes ùff's Brood schmeere (w.:
jdm. etw. aufs Brot schmieren; i.ü.S.: 1. jdm. etw. erzählen; 2. jdn.
kritisieren)
·
jemònd äbbes ùnna die Naas riwwele (w.:
jdm. etw. unter die Nase reiben; i.ü.S.: jdm. wegen etw. Vorhaltungen machen)[15]
·
jemònd äbbes ùff die Naas bìnne (w.: jdm. etw. auf die Nase binden; i.ü.S.:
jdm. etw. erzählen <was eigentlich nicht für ihn bestimmt ist>)[16]
·
die gòns Kaad va|ròòLe (w.:
die ganze Karte verraten; i.ü.S.: alles weitererzählen) ð
„Mùsche wiLLa die gòns Kaad va|ròòLe! Jeddse haLL awwa die Schniss!“
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nìggs im Kobb hònn wie Räddsche|räi
(w.: nur Tratschen im Kopf haben; i.ü.S.: gerne tratschen) ð
„‘S duurd nìmmeh lòng, dònn dùnnich dämm Soffi mòòl die Määning
sòòn! Die dùmm Tuud hadd doch nìggs im Kobb wie Räddsche|räi! Also nää!“
(Es dauert nicht mehr lange, bis ich Sophia die Meinung sage. Sie macht doch
nichts Anderes als tratschen!)
·
„Die Hinggele, die wo òm mänschde gaggarre, die lee’e die wìnichschde
Eia!“
(w.: Die Hühner,
die am meisten gackern, legen die wenigsten Eier. I.ü.S.: Wer viel redet, tut
meistens nicht viel.)
·
„Jeddse dùdd mich awwa doch de Vòrr|wìdds pinniche!“
(w.: Jetzt peinigt mich aber doch die Neugierde! I.ü.S.: Jetzt möchte ich aber
doch wissen, was da los ist.)
·
„Wänn du fa’s Dùmm|schwäddse Gäld gräädsch(d), wärsche ball e
richa Mònn!“
(Wenn du für
deine dummen Sprüche bezahlt werden würdest, wärst du bald ein reicher Mann!)[17]
·
medd|nònna grische mìsse (w.: miteinander kreischen müssen; i.ü.S.: sich
schreiend unterhalten, weil z. B. die Musik zu laut ist)
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Weitere Ausdrücke zum Thema Kommunikation:
·
„Nò war dass Ding gùdd...“ (w.: Dann war das Ding gut...; i.ü.S.: Dann war die
Sache soweit abgeschlossen...)
·
„Wämma vùmm Däiwel schwäddsd, kimmda!“ (w.:
Wenn man vom Teufel spricht, kommt er! I.ü.S.: Wenn man über jdn. redet, der
nicht anwesend ist, passiert es häufig, dass er just in diesem Moment
auftaucht.)
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„Wämma de Esel nennd, kimmda gerännd!“
(w.: Wenn man den Esel nennt <ruft>, kommt er angerannt! I.ü.S.: Wenn man
über jdn. redet, der nichts anwesend ist, passiert es häufig, dass er just in
diesem Moment auftaucht.)
·
medd Hänn ùnn Fìeß schwäddse (w.: mit Händen und Füßen reden; i.ü.S.: 1. beim
Reden heftig gestikulieren; 2. fehlende Fremdsprachenkenntnisse durch eine verstärkte
Gestik wettmachen)
·
härsch schwäddse (w.: herrisch schwätzen; i.ü.S.: hochdeutsch reden;
Dialekt unbedingt vermeiden)
·
hoochdäidsch schwäddse medd Schdriefen drein
(w.: hochdeutsch reden mit Streifen drin; i.ü.S.: kein dialektfreies
Hochdeutsch sprechen)
·
„...ùnn jedd's kimmsch du!“ (w.: ... und jetzt kommst du!)[18]
·
e gòns Liddanei vòòrlääse (w.: eine ganze Litanei vorlesen; i.ü.S.: bei einer
Rede viel ablesen)
·
sich ùff allezwei Ohre daab schdelle (w.:
sich auf beiden Ohren taub stellen; i.ü.S.: nichts hören wollen)
·
e ònna Pladd ùfflee'e (w.: eine andere Platte auflegen; i.ü.S.: das Thema
wechseln)[19]
·
Pladd schwäddse (i.ü.S.: Dialekt reden)
·
frònseesch schwäddse (i.ü.S.: französisch reden)
·
die Redd hònn vunn äbbes (w.: von etw. die Rede haben; i.ü.S.: über etw.
sprechen)
·
die Redd sìnn (w.: die Rede sein; ; i.ü.S.: über etw. sprechen) ð „Dòòdevòòn
war aa die Redd!“
·
„Mach' känn Schbrìch!“ (w.: Mach‘ keine Sprüche! I.ü.S.: Red‘ nicht so
hochtrabend daher!)
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jemònd òn da Schdrìbb hònn (w.: jdn. an der Strippe haben; i.ü.S.: mit jdm.
telefonieren)[20]
·
ùm känn Ussredd va|lää sìnn (w.: um keine Ausrede verlegen sein)
·
jemònde äbbes im Gùlle sòòn (w.: jdm. etw. im Guten sagen; i.ü.S.: jdm. etw. in
aller Freundschaft sagen) ð
„Ich sòòn da’s im Gùlle, du Nìggùdd! Noch änn Wòrd ùnn du
grisch Schlee, awwa fròò nìdd wie!“[21]
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Manchmal wird in Ensheim auch geschwiegen,
aber nicht immer freiwillig:
·
e Grodd im Hals hònn (w.: eine Kröte im Hals haben; i.ü.S.: Hemmungen
haben zu reden)[22]
·
's Mull nìdd ùffgrìen (w.: das Maul nicht aufkriegen; i.ü.S.: schweigen;
nichts sagen; gehemmt sein)
·
die Schnìss nìdd ùffmache (w.: den Mund nicht aufmachen; i.ü.S.: schweigen;
nichts sagen; gehemmt sein)
·
sich die Wirm uss da Naas zìehe lònn
(w.: sich die Würmer aus der Nase ziehen lassen; i.ü.S.: nur auf Nachfragen
etw. sagen; sich stockend mitteilen) ð
„Heijeijei! Dämm mùsche häid wiLLa all Wirm uss da Naas zìehe!“
(Meine Güte! Der gibt heute wieder nichts von sich aus preis.)
·
sich ‘s Mull va|bisse (w.: sich das Maul verbeißen; i.ü.S.: nichts
sagen, auch wenn man gerne möchte)
·
‘s Mull im Zòòm haLLe (w.:
sein Maul im Zaum halten; i.ü.S.: sich verbal zurückhalten; nichts sagen, auch
wenn man gerne möchte)
·
sich zùù|mache (i.ü.S.: sich abschotten; nichts <mehr> sagen)
·
die Gosch haLLe; die Raffel ~ (i.ü.S.: den Mund halten)[23]
·
jemònde e Ohr abschwäddse (w.:
jdm. ein Ohr abschwatzen; i.ü.S.: geschwätzig sein) ð „Also häid dùsche ma jòò wìLLa e Ohr abschwäddse!“
(Also heute bist du ja wieder besonders gesprächig!)
[24]
·
die Schnìss haLLe (den Mund halten) ð „Oh, du Lied|pìnnicha! Jeddse
haLL ändlich emòòl die Schniss!“ (Oh, du Nerv! Jetzt halte endlich
einmal den Mund!)
·
de Schnawwel haLLe; ‘s Mull ~ (w.:
den Schnabel, das Maul halten; i.ü.S.: den Mund halten)
·
's Mull zùù|mache (w.: das Maul zumachen; i.ü.S.: aufhören zu reden) ð „Oh,
mach's Mull zùù; ich kònn's nimmeh härre!“
·
känn Word meh medd|nònna schwäddse
(w.: kein Wort mehr miteinander reden; i.ü.S.: zerstritten sein)
·
Schdillmäss hònn (w.: Stillmesse haben; i.ü.S.: nichts miteinander
reden; verstimmt sein) ð
„Unn, Ondoon, wie gedd’s da dònn?“ – „Oh, nìdd so gùdd; ma hònn
grad Schdillmäss dehämm!“ (Na, Anton, wie geht’s dir denn? – Ach,
nicht so gut, meine Frau und ich reden zur Zeit nicht miteinander!)
Anmerkungen
[1] Vgl. auch Braun, op. cit., 8.
[2] Vgl. auch Braun, op.cit., 15.
[3] Ein Ausdruck, der im Zusammenhang mit der Erfindung des Maschinengewehrs entstanden ist, von dessen schneller Schussfolge die Soldaten bestimmt total überrascht waren. Vielleicht fühlte sich dann der eine oder andere an seine Frau erinnert... Vgl. auch Braun, op. cit., 92.
[4] Vgl. auch Braun, op. cit., 31.
[5] Vgl. Duden, op. cit., 357, demzufolge die Wendung ursprünglich das Hundert ins Tausend werfen hieß und sich auf einen Fehler bei der Benutzung der bis ins 17. Jh. gebrauchten Rechenbänke bezog.
[6] Vgl. Duden, op. cit., 188: Die Wendung meint eigentlich ‚den Faden beim Garnwickeln, Pinnen o. dgl. aus der Hand rutschen lassen‘. Diese Redensart existiert wortgetreu auch im Frz.: perdre le fil. (Vgl. Wiznitzer, op. cit., 63)
[7] Vgl. Braun, op. cit., 123, wo die Wendung heißt: „... wie e Sau pinggeld“.
[8] Vgl. auch Braun, op. cit., 30.
[9] Vgl. auch Braun, op. cit., 104.
[10] Braun, op. cit., 76 zufolge stammt die Redensart aus dem Frz.: mettre sur le tapis bedeutet auch etw. zur Sprache bringen; sie meint, dass tapis möglicherweise für den mit einer Decke versehenen Konferenztisch steht.
[11] Vgl. Griesbach/Schulz, op. cit., 47.
[12] Vgl. auch Braun, op. cit., 15.
[13] Braun, op. cit., 91 zufolge hat früher der Gemeindediener die Bekanntmachungen mit einem Trompeten signal angekündigt.
[14] Vgl. Duden, op. cit., 266, wonach die Wendung auf den alten Brauch zurück geht, Bekanntmachungen, öffentliche Rügen, drohende Gefahr usw. der Allgemeinheit mit einer Glocke (Schelle des Gemeindedieners...) anzukündigen. Vgl. auch Griesbach/Schulz, op. cit., 58.
[15] Vgl. Duden, op. cit., 509f: Die Wendung bezieht sich darauf, dass man jemandem etwas, dessen Geruch er genau wahrnehmen soll, dicht unter die Nase hält und hin- und herbewegt.
[16] Vgl. Duden, op. cit., ebda.: Diese Wendung spielt darauf an, dass sich die Nase in unmittelbarer Nähe der Augen befindet. Man kann also genau erkennen, was einem ‚auf die Nase gebunden‘ wurde.
[17] Vgl. auch Braun, op.cit., 80.
[18] Diese Floskel hört man oft in mehr oder weniger emotionalen Diskussionen, wo jemand seinen Standpunkt vorgetragen hat und seinen Gesprächspartner nun auffordert, dazu Stellung zu nehmen.
[19] Diese Wendung stammt aus diesem Jahrhundert und bezieht sich auf die Schallplatte, die man in der Umgangssprache meist nur als „Platte“ bezeichnet. Gemeint ist mit dieser Wendung, dass eine Äußerung immer stereotyp wiederholt wird. Vgl. Duden, op. cit., 550. Die Redensart existiert genauso im Frz.: changer de disque (Vgl. Wiznitzer, op. cit., 50)
[20] Vgl. Seibicke, op. cit., 46: das Wort Schdrìbb kommt möglicherweise vom grch. stróphos <gedrehtes Band, Seil> oder vom niederländischen Strippe <Schlinge, Riemen am Beutel>.
[21]
Vgl. auch Griesbach/Schulz, op. cit., 64: jdm.
etw. in freundlichem, nicht strafenden oder vorwurfsvollen Ton sagen.
[22] Diese Wendung existiert auch im Frz.; allerdings hemmt bei unseren Nachbarn eine Katze die Redebereitschaft: avoir un chat dans la gorge (Vgl. Wiznitzer, op. cit., 29)
[23] Der Begriff Raffel stammt aus dem Oberdt. und steht für ein geschwätziges, klatschhaftes Frauenzimmer. Eigentlich ist die Raffel ein Reibeisen oder ein Flachskamm. Vgl. Seibicke, op. cit., 125.
[24] Wie Duden, op. cit., 720 darstellt, heißt die eigentliche Wendung dem Teufel ein Ohr abschwätzen und bedeutet ganz besonders beredt und geschwätzig sein. Man kann die Wendung, wie im obigen Beispiel dargestellt, auch benutzen, um jemand zu kritisieren, der seinen Mund partout nicht aufmachen will.
© Paul Glass 2000-2001