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Ensemma Schbrìch

Redensarten, Ausdrücke und Sprüche

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43.  Familie &Verwandte, Freunde & Bekannte & die lieben Nachbarn

In diesem Kapitel werden Ausdrücke und Redensarten präsentiert, die sich mit der Familie, der lieben Verwandtschaft, den Freunden und Bekannten und den Nachbarn befassen.

·      noch leLLich sìnn (w.: noch ledig sein) ðSaa mòòl, Nìggel, ìschem Mill sinn Älschda ìmma noch leLLich?“ – „Ei jòò, Schossefien, ‚s grìddne doch ne loss!“ (Sag‘ mal, Nikolaus: Ist der älteste Sohn von Emilie immer noch ledig? – Ja, Josefine, der hat doch gar keine Lust, sich eine Frau zu suchen!)

·      leLLicha|wies e Kend grìen (i.ü.S.: ein uneheliches Kind bekommen)

·      die Sohnsfrau (die Schwiegertochter) ðOuwawou! Haschem Lui sinn Sohnsfrau in leddschda Zidd mòòl gesìehn? Dass hadd sich gòns scheen gemach!“ (Mensch, hast du Ludwigs Schwiegertochter in letzter Zeit mal gesehen? Die hat sich prächtig entwickelt.)

·      de Dòchda|mònn (der Schwiegersohn) ðDu, Malche, wännich ehrlich sìnn: em Luwwies sinn Dochda|mònn, däär gähng ma aa noch gefelle - dìer nìdd?“ (Du, Amalie, wenn ich ehrlich bin: Luises Schwiegersohn würde mir auch gefallen; dir nicht?)

·      e Schdìggelche Zùgga ùff die Fìnschda|bòngk lee’e fa de Klabba| schdorch (w.: auf die Fensterbank ein Stück Würfelzucker legen für den Klapperstorch; i.ü.S.: den Eltern ein Zeichen geben, dass noch ein Brüderchen oder Schwesterchen gewünscht wird)

·      's Scheesje drìgge (i.ü.S.: den Kinderwagen schieben)[1]

·      's Kend ins Drigga|che lee'e (i.ü.S.: das Kind in den Sportkinderwagen legen)

·      e paar Milla schdobbe mìsse (w.: ein paar Mäuler stopfen müssen; i.ü.S.: eine Frau und mehrere Kinder ernähren müssen)[2]

·      gòns grusslich ùff Kenn sìnn (i.ü.S.: Kinder sehr mögen)

·      's lìebschd zeh Kenn hònn (w.: am liebsten zehn Kinder haben; sich eine große Kinderschar wünschen)

·      nìggs òn Kenn hònn (w.: nichts an Kindern haben; i.ü.S.: kinderlos bleiben wollen) ðSaa mòòl, Välldes, bìsche noch nìdd Oba?“ – „Owohäär, minn Junges hadd doch nìggs òn Kenn. Dass ìsch doch e lewändich Rääs| tasch...“ (Sag‘ mal, Valentin: Bist du noch nicht Großvater? – Aber nicht doch! Meine Tochter möchte kinderlos bleiben. Sie reist doch so gerne...)

·      känn Kenn hònn (w.: keine Kinder haben; kinderlos sein) ð „Ei, Ihr hònn känn Kenn; ìhr kìnne FäLLarre in die Lùfd blòòse!“

·      känn Kenn grìen (kìnne) (w.: keine Kinder bekommen können; unfruchtbar sein)

·      die gòns Baggaasch (w.: die ganze Bagage; i.ü.S.: die ganze Familie, die ganze Verwandtschaft oder die ganze Clique) ðDie gòns Baggaasch soll nùrre dehämm|bliwwe!“ (Die ganzen Verwandten, die uns besuchen wollen, sollen bloß zu Hause bleiben.)

·      „Dass ìsch doch die hennaschd Sord!“ (w.: Das ist doch die hinterste Sorte! I.ü.S.: Das sind doch Asoziale.)

·      die gòns Sibb|schafd (w.: die ganze Sippe; i.ü.S.: die ganze Verwandtschaft)

·      e va|zängd Sibbschafd sìnn (w.: eine streitsüchtige Sippe sein; i.ü.S.: gerne mit jdm. im Streit liegen)

·      „Bäi dänne hadd die Fraa (Frau) die Bùggse òòn!“ (w.: In der Familie hat die Frau die Hosen an. I.ü.S.: In dieser Familie hat die Frau das Sagen.)

·      widdhalwes medd|nònna va|wònd sìnn (weitläufig miteinander verwandt sein) ðJòò, medd Prieschdasch sìmma aa widdhalwes va|wònd!“ (Ja, mit Familie Priester sind wir auch weitläufig verwandt.)

·      um siwwe Egge medd|nònna va|wònd sìnn (w.: um sieben Ecken mit-einander verwandt sein; i.ü.S.: weitläufig miteinander verwandt sein)

·      Padd ùnn Gòòd schbìele (sich bei einem Neugeborenen als Pate bzw. Patin zur Verfügung stellen) ðEi, Hännes, wie is dònn: Gähngsche bäi ùnsamm näggschde Kend (de) Padd schbìele?“ (Nun, Hans, würdest du bei unserem nächsten Kind die Patenschaft übernehmen?)

·      zumm Gòòdche gehn 's Gränsje hòlle (am Neujahrstag die Patin besuchen und den Neujahrskranz abholen)

·      zumm Gòòdche gehn 's Greschkinnche hòlle (an Weihnachten die Patin besuchen und das Weihnachtsgeschenk abholen)

·      zumm Padd ‘s Kirwe|gäld hòlle gehn (den Paten besuchen und das anlässlich der Kirmes fällige Taschengeld abholen)

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Auswärtige oder verheiratete Kinder nutzen gerne die Feiertage, um ihre Eltern zu besuchen:

·      fa Greschdaa hämmkùmme (an Weihnachten nach Hause kommen)

·      òn da Kirb hämmkùmme (an der Kirmes nach Hause kommen)

·      fa die Ooschdarre hämmkùmme (an Ostern ...)

·      fa die Pingschde hämmkùmme (an Pfingsten ...)

·      òn Peedasch|daa hämmkùmme (am Patronatsfest der Ensheimer Kirche St. Peter ...)

 


Anmerkungen

[1] In diesem Ausdruck verbirgt sich das frz. Wort chaise <Stuhl, Sitz>.

[2] Vgl. auch Braun, op. cit., 16.

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© Paul Glass 2000-2001