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Ensemma Schbrìch

Redensarten, Ausdrücke und Sprüche

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7. Liebe & Hass

Liebe und Hass, so sagt man, liegen ganz eng beieinander. Beide haben viel mit Sympathie und Antipathie zu tun. GuLLa|schbräch: ÄndweLLa ma kònn sich schmagge oLLa aa nìdd!

Auf die Liebe beziehen sich folgende Ausdrücke und Redensarten:

Letzteres klingt zwar etwas unfein, ist aber in Ensheim eine tolle und nicht zu überbietende Liebeserklärung. Denn: Ein mit viel Schmalz gehauchtes "Ich liebe dich!" bringt ein Ensheimer Bursch nur schwer über die verliebten Lippen. Er sagt dann lieber:

Die Beziehungen zwischen den Geschlechtern beginnen meist in frühester Jugend: man(n) guckt sich um, frau auch und vielleicht hat man schon bald

Um überhaupt fündig zu werden, empfiehlt es sich, möglichst intensiv

Aus männlicher Sicht interessant:

Wird es für jemand wie eine Sucht, dem anderen Geschlecht nachzulaufen, empfiehlt sich dieser drastische Ausdruck:

Nun ja, wird das Ganze etwas Festes, so gilt für Mann und auch Frau:

Wer es schier nicht aushält ohne seine Liebste, für den gilt dieser Ausdruck:

Nicht jeder oder jede ist nur oder überhaupt an wahrer Liebe interessiert: für sie sind folgende Ausdrücke äußerst interessant:

Natürlich ist auch denkbar, dass jemand seine wahren Gefühle verbirgt und jemand nur aus bloßer Eitelkeit erobern will:

Nicht immer ist eine Beziehung in den Augen der Eltern und vor allem des Vaters wünschenswert: in solchen Fällen wird er

Sind die Eltern einverstanden, werden sie

Nicht unwichtig ist das Aussehen des Partners.

Natürlich gibt es auch negative Beschreibungen, die man von einem Partner eines anderen abgibt:

Man ist ja zuweilen ganz überrascht, wer da im Lauf des Lebens zueinanderfindet, entweder beim ersten oder bei weiteren Anläufen, doch schon meine Tante Mari, auch "die Good" genannt, meinte:

Dennoch wird oft mit Häme kommentiert, wenn sich jemand mit einem Mitmenschen zusammengetan hat, womit man überhaupt nicht gerechnet hat:

Das Liebesverhalten eines Pärchens wird auch gerne versprachlicht:

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Wichtig für eine stabile Beziehung ist, dass die Partner gut miteinander auskommen:

Natürlich gibt’s auch immer wieder die Übriggebliebenen, die Schnäägiche, die medd nìggs sefrieLe sìnn (die mit nichts zufrieden sind):

Und jede Mutter, die ihren Sohn versorgt haben will, freut sich, wenn sie ihrer Nachbarin sagen kann:

Ja, und irgendwann wird’s förmlich. Weil’s so ist und weil’s die Eltern so wollen, kommen neue Vokabeln ins Spiel:

Allerdings gibt’s immer mehr Paare, die ohne Trauschein und Gottes Segen zusammenleben wollen, die alde Färgele! "So äbbes gehärd sich nìdd in Ensemm, härsche!?" Ja, sowas wird in einer überwiegend katholischen Gemeinde noch immer nur schwerlich akzeptiert:

Immer weniger ist aber auch der Trauschein nebst Gottes Segen eine Garantie für eine lebenslange Beziehung:

Überhaupt will eine Ehe gut überlegt sein:

Es gibt sie noch, Paare, die zusammenbleiben, bis dass der Tod euch scheidet. Aber wehe, die Witwe interessiert sich bald schon wieder für einen Mann:

Natürlich kann sich auch jemand für das eigene Geschlecht interessieren – warum auch nicht. Doch auf dem Dorf gibt’s dazu nur einen Kommentar: "Pfui Däiwel!" Und was ist so einer in der Sicht der Mitmenschen?

Auf eine ganz andere Art von Beziehung spielt diese Redewendung an:

Auch um Hass und Hassgefühle auszudrücken, fehlt es den Ensheimern nicht an Worten:

Dabei genügt es manchmal, einfach aufeinanderzuzugehen und reinen Tisch zu machen:

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Copyright: Paul Glass 2000-2001