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Ensemma Schbrìch
Redensarten, Ausdrücke und Sprüche |

7. Liebe & Hass
Liebe und Hass, so sagt man, liegen ganz eng beieinander. Beide haben
viel mit Sympathie und Antipathie zu tun. GuLLa|schbräch:
ÄndweLLa ma kònn sich schmagge oLLa aa nìdd!
Auf die Liebe beziehen sich folgende Ausdrücke und Redensarten:
- jemònde meeche; ~ gäär hònn
(jdn. mögen, ~ lieben)
- jemònde grusslich gäär hònn
(jdn. sehr mögen; ~ lieben)
- jemònd sou|gäär hònn
(jdn. sehr lieben).
Letzteres klingt zwar etwas unfein, ist aber in Ensheim eine tolle und
nicht zu überbietende Liebeserklärung. Denn: Ein mit viel Schmalz gehauchtes "Ich
liebe dich!" bringt ein Ensheimer Bursch nur schwer über die verliebten
Lippen. Er sagt dann lieber:
- "Ich hònn dich gäär!"
Oder wenns noch mehr ist als das:
- "Ich hònn dich grusslich gäär!"
("Ich liebe dich über alle
Maßen!" - die Liebeserklärung an sich in Ensheim!) oder eben: sougäär!
Ein so geliebtes Minsch kann sich eigentlich rìchdìch kääse!
Die Beziehungen zwischen den Geschlechtern beginnen meist in
frühester Jugend: man(n) guckt sich um, frau auch und vielleicht hat man schon bald
- Beschdellung
(also ein Rendez-vous mit seiner Angebeteten) bzw. man
- dùdd medd jemònde schäägarre
oder erùm|scharwänsele (also
schäkern) oder man ist gar
- vòòr|òngaschìerd
(i.ü.S.: verpflichtet, gebunden). Das sagt man, wenn man
einen Tanzpartner oder eine Tanzpartnerin für den ganzen Abend gefunden hat. Auch ist
denkbar,
- medd jemònde Fräindschafd sìnn
(jdn. mögen, zum Freund haben)
Um überhaupt fündig zu werden, empfiehlt es sich, möglichst intensiv
- gallarre; schnärre
bzw. ùff die Schnärr se gehn (ausgehen,
vielleicht auf Brautschau) - auch wenn man(n) oder frau Gefahr läuft,
- e aldes Galla|iese oLLa e aldi Schnärr se sìnn
(i.ü.S.: gerne und oft
ausgehen).
Aus männlicher Sicht interessant:
Wird es für jemand wie eine Sucht, dem anderen Geschlecht
nachzulaufen, empfiehlt sich dieser drastische Ausdruck:
- lääfich sìnn wie e Hùnd
(w.: läufig sein wie dem Hund; i.ü.S.: dem anderen
Geschlecht intensivst hinterherlaufen und eine Riesenlust auf Sex haben)
Nun ja, wird das Ganze etwas Festes, so gilt für Mann und auch Frau:
- pussìere gehn; fräie ~
(einen Freund oder eine Freundin haben) ð "Schdell da dass nùrre mòòl vòòr: em Idche sinn
Halwa|ziLLiches gedd bäim Nochbar sinnem Bùùb pussìere!" (Stell dir das bloß
mal vor: Idas frühreife Tochter hat den Sohn unseres Nachbarn zum Freund!)
- sich bäi jemònde bäi|mache
(sich an jdn. heranmachen; es auf jdn. abgesehen
haben)
- medd|nònna gehn
(miteinander befreundet sein; ein Paar sein) und für beide
gilt:
- Sie hònn de Nache (Narre) òònònna gefräss!
, d.h. sie mögen sich sehr!
Wer es schier nicht aushält ohne seine Liebste, für den gilt dieser Ausdruck:
- e rìchdìcha Fräi|ärsch sìnn
(seine Angebetete so oft wie möglich
be-suchen) ð "Haschem Anidda sinna wiLLa gesìehn?
Nää, wass fa e Fräi| ärsch! JeeLe Owed schdeLLa memm Maada sinnem henne im Gässje,
ùnn dòò wärd sich va|schmuddsd, s ìsch nìmmeh se mache!"
- "Däärsäll ìsch henna dämm häär wie de Däiwel henna da aam Seel!"
(Der ist hinter ihr her wie der Teufel hinter der armen Seele! d. h., er
interessiert sich ungemein für sie).
- minschich sìnn
(i.ü.S.: scharf auf eine Frau oder Mädchen sein; auch: eine
Freundin haben)
- e MähLe hònn
(ein Mädchen, eine Freundin haben)
- e kääres Minsch hònn
(eine nette Freundin haben)
Nicht jeder oder jede ist nur oder überhaupt an wahrer Liebe
interessiert: für sie sind folgende Ausdrücke äußerst interessant:
- e gùdd Paddie mache
(i.ü.S.: einen reichen Partner gefunden haben)
- e gùdd Paddie sìnn
(i.ü.S.: für einen anderen ein Ziel der materiellen
Begierde sein)
- sich gùdd hugge
(i.ü.S.: in eine reiche oder gutsituierte Familie einheiraten)
ð "Haschem Frändsje sinna gesìehn!? Wass hadd
däärsäll sich gùdd gehuggd!" (Na, der Sohn von Franz hat gut und reich
geheiratet, oder?)
- gùdd ùnna sìnn
(i.ü.S.: einen anständigen und / oder reichen Partner
gefunden haben)
- sich ins gemachde Neschd lee'e
(w.: sich in das gemachte
Nest legen; i.ü.S.: in gute Vermögensverhältnisse einheiraten)
Natürlich ist auch denkbar, dass jemand seine wahren Gefühle verbirgt
und jemand nur aus bloßer Eitelkeit erobern will:
- jemònde Bräi ums Mull schmeere; ~ ùm die Schniss ~
(i.ü.S.: jdn. einseifen;
einlullen; durch Lobhudelei für sich gewinnen)
- jemònde Hùùnich ùms Mull schmeere; ~ ùm die Schniss ~
(w.: jdm. Honig um
den Mund schmieren! I.ü.S.: jdn. einseifen; einlullen; durch Lobhudelei für sich
gewinnen)
Nicht immer ist eine Beziehung in den Augen der Eltern und vor allem
des Vaters wünschenswert: in solchen Fällen wird er
- de Dumme drùff hònn
(w.: den Daumen drauf haben; i.ü.S.: aufpassen; streng
sein) damit seine Tochter ja keine Dummheiten macht. Und dann, ja dann, kommt in
der Regel auch die Frage aller Fragen:
- "Ischa aa kaddoolìsch?"
Und wehe, diese lebenswichtige Frage fällt
nicht zur Zufriedenheit der ganzen Verwandtschaft aus. Dann hat das Paar ein Problem...
Sind die Eltern einverstanden, werden sie
- de Sääe gänn
(ihren Segen geben; i.ü.S.: ihre Zustimmung zur Heirat
ihres Kindes geben)
Nicht unwichtig ist das Aussehen des Partners.
- äbbes Rabbsches sìnn
(i.ü.S.: gut, ordentlich aussehen) ð "Bring ma jòò känn so e Zichäina hämm; lùù,
dasse äbbes Rabbes fìnsch(d)!" (Bringe mir ja keinen Zigeuner nach Hause;
schau, dass du einen anständigen Kerl findest!)
- äwe genähm sìnn
(i.ü.S.: toll sein) ð "Em
Tommy sinn noues Minsch ìsch äwe genähm, mänsche nìdd aa?"
Natürlich gibt es auch negative Beschreibungen, die man von
einem Partner eines anderen abgibt:
- scharmònd sìnn wie e Dräggsou
. ð Hoppla, das
könnte ironisch gemeint sein! Oder auch nicht! Auf jeden Fall als Liebeserklärung nicht
zu empfehlen, gell!
- e aldi Bess|zägg sìnn
(w.: eine Zecke sein; i.ü.S.: eine Frau sein, die auf
Streit aus ist)
- e läbbsch Ding (Dingelche) sìnn
(eine fade, temperamentlose Frau sein)
- e schròòes Minsch sìnn
(eine eher hässliche Frau
sein)
- e läbbscha Kärl sìnn
(ein fader, temperamentloser Mann sein)
Man ist ja zuweilen ganz überrascht, wer da im Lauf des Lebens
zueinanderfindet, entweder beim ersten oder bei weiteren Anläufen, doch schon meine Tante
Mari, auch "die Good" genannt, meinte:
- "JeeLes Dìbb|che fìnd sìnn Deggel|che!" (w.: Jedes Töpfchen
findet sein Deckelchen. I.ü.S.: Jeder findet den Partner, der zu ihm passt bzw. den er
verdient.) Will sagen: Auch Leute, die nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entsprechen,
finden in der Regel ihren Partner fürs Leben... Dazu passt auch der folgende Spruch:
- "Wo Duuwe sìnn, flìe(e) Duuwe hìen!"
(w.: Wo Tauben sind,
da fliegen Tauben hin. I.ü.S.: Gleich zu gleich gesellt sich gern.)
Dennoch wird oft mit Häme kommentiert, wenn sich jemand mit einem
Mitmenschen zusammengetan hat, womit man überhaupt nicht gerechnet hat:
- "Däär ìsch wie e Schdall|bääsem! Òn dämm bliwwe all Gnòddele
hängge!"
(w.: Der ist wie ein Stallbesen, an dem der ganze tierische Kot
hängen bleibt. I.ü.S.: Er zieht magisch Frauen an, die nicht sonderlich schön sind,
sondern eher potthässlich.) Das ist sicherlich nicht als Kompliment gemeint!
Das Liebesverhalten eines Pärchens wird auch gerne versprachlicht:
- änna Kobb ùnn änna Ärsch sìnn
(w.: ein Kopf und ein Hintern sein; i.ü.S.:
fest zusammengehören; pausenlos zusammen sein) ð "Zinda
dass em Mela-nie sinns memm Eicheen sinnem Zwädd|jingschde gedd, sinn die zwei
Junge änna Kobb ùnn änna Ärsch!"
- sich aarich va|schmùddse kìnne
(i.ü.S.: in der Lage sein, viele Küsse
auszutauschen; ausgiebig miteinander knutschen) ð "Nää, wass dämm Malche sinna unnem Emmi sinns sich
aarich va|schmuddse kinne, dass glääbd känn Minsch!"
- jemònd e Schmùdds gänn
(jdm. einen Kuss geben) ð "Je, gämma mòòl e Schmudds!" (Komm,
gib mir einen Kuss!)
- e Schmùdds grìen
(einen Kuss bekommen)
- e doordicha Michel sìnn
(ein ganz verliebter Junge sein) ð
"Hasche dänne doordiche Mìchel gesìehn? Däär grìdd jòò iwwa|haabd nìdd
genùngk!"
- wie Bùgg ùnn Mùùla sìnn
(w.: wie Ziegenbock und Mutterziege sein; i.ü.S.:
scharf aufeinander sein)
- alle|gebodd ùffe|nònna läie; ~ hugge
(w.: laufend aufeinanderliegen; i.ü.S.:
sich oft körperlich lieben) ð "Nää, nää,
Mariche! So äbbes hadds in unsra Zidd nìdd gänn: allegebòdd ùffenònna läie
dòò wär schùnn glich de Paschdoor kùmm ùnn hädd em Babbe die Määning
gesaad! Awwa häidsedaa därf ma jòò grad alles!"
- leffelches|wies meddnònna schlòòfe
(w.: löffelweise miteinander schlafen;
i.ü.S.: mit angezogenen Beinen hintereinanderliegen / ~ schlafen)

Wichtig für eine stabile Beziehung ist, dass die Partner gut
miteinander auskommen:
- medd|nònna gùdd kìnne
(gut miteinander auskommen)
- medd|nònna gùdd uss|kùmme
(gut miteinander auskommen)
- äänich meddnònna sìnn
(w.: einig sein; nicht miteinander streiten)
- wie Päch ùnn Schwewwel sesòmme|haLLe
(w.: wie Pech
und Schwefel zusammenhalten; i.ü.S.: unerschütterlich zusammenhalten, auch und gerade in
Notzeiten)
- bäi jemònde e Schdään im Brädd hònn
(w.: bei jdn.
ein Stein im Brett haben; i.ü.S.: bei jdm. große Sympathien genießen)
Natürlich gibts auch immer wieder die Übriggebliebenen, die Schnäägiche,
die medd nìggs sefrieLe sìnn (die mit nichts zufrieden sind):
- "Jòò, däämsäll mùsche aa äns bagge!"
(w.: Diesem Mann muss man
eine Frau backen. I.ü.S.: Dieser Mann ist sehr wählerisch.)
Und jede Mutter, die ihren Sohn versorgt haben will, freut sich, wenn
sie ihrer Nachbarin sagen kann:
- Ich sìnn so froh, dass däär Nìggudd ändlich aa ùnna ìsch. Jeddse kònnich
schdärwe...
(ja, es kann ganz schön dramatisch sein, wenn jemand wider Erwarten
doch noch einen Partner gefunden hat).
Ja, und irgendwann wirds förmlich. Weils so ist und
weils die Eltern so wollen, kommen neue Vokabeln ins Spiel:
- òònschlòòn lònn
(w.: anschlagen lassen; i.ü.S.: das Aufgebot bestellen)
- òòngeschlaa wärre; ~ sìnn
(w.: angeschlagen werden; i.ü.S.: sagt man, wenn
das Aufgebot im Rathaus ausgehängt wird)
- nìdd in wiss häiraade
(w.: nicht in weiß heiraten; i.ü.S.: nur
standesamtlich heiraten). Das kommt gelegentlich auch vor, sehr zum Ärger der betroffenen
Mütter und Schwiegermütter...
Allerdings gibts immer mehr Paare, die ohne Trauschein und Gottes
Segen zusammenleben wollen, die alde Färgele! "So äbbes
gehärd sich nìdd in Ensemm, härsche!?" Ja, sowas wird in einer
überwiegend katholischen Gemeinde noch immer nur schwerlich akzeptiert:
- äns so bäi sich hònn
(mit einer Frau ohne Trauschein zusammenleben)
Pfui!
- "Die sinn so bäi|nònna!"
(Die leben ohne Trauschein zusammen.)
Nochmal Pfui!
Immer weniger ist aber auch der Trauschein nebst Gottes Segen eine
Garantie für eine lebenslange Beziehung:
- nääwe|nuss gehn
(fremdgehen) gehört für manche schon dazu.
- e ònnaches (ònnarres), e ònnarra hònn
(eine andere Frau, einen anderen Mann
haben)
- nìdd meddnònna äänich sìnn
(i.ü.S.: keine harmonische Beziehung haben)
- medd|nònna bees sìnn
(w.: miteinander böse sein; i.ü.S.: zerstritten sein)
- alle|gebodd medd|nònna zängge
(w.: sich laufend streiten)
- usse|nònna gehn
(w.: auseinandergehen; i.ü.S.: sich trennen)
- usse|nònna sìnn
(w.: auseinander sein; i.ü.S.: getrennt leben)
- sich schääLe lònn
(w.: sich scheiden lassen) das Ende vom Lied!
Überhaupt will eine Ehe gut überlegt sein:
- "Wännde va|häiraad bìsch(d), ìsch die Maag nùrre noch fùchdsich Pänning
wärd!"
(w.: Wenn man verheiratet ist, ist die Mark nur noch fünfzig Pfennig
wert. I.ü.S.: Wer heiratet, muss sich auf starke finanzielle Ein-schränkungen gefasst
machen.)
- ùnna da Fuchdel schdehn
(w.: unter der Fuchtel stehen;
i.ü.S.: nichts zu melden haben; streng gehalten werden)
- jemònde òm Bännel hängge hònn
(w.: jdn. am <Gängel>Band hängen
haben; i.ü.S.: sagt man, wenn man abhängig ist von einem Partner)
- "Däär hadd e Feech|fier fa Frau!"
(w.: "Der hat ein Fegefeuer
als Frau!" I.ü.S.: Der hat eine Frau mit Haaren auf den Zähnen!) Ja, es gibt sicher
solch bedauernswerte Mannsbilder! Ob das Feech|fier auch männlich sein kann?
Es gibt sie noch, Paare, die zusammenbleiben, bis dass der Tod euch
scheidet. Aber wehe, die Witwe interessiert sich bald schon wieder für einen Mann:
- e glìelich Widd|fraa (~ frau) sìnn
(i.ü.S.: auch nach dem Tod des Mannes noch
Lust auf Liebe verspüren und nach einem Nachfolger Ausschau halten) - was in der
Gesellschaft und besonders in einem katholischen Dorf als verpönt gilt: "Jeddse
lùù|da die glìelich Widdfrau dòò driwwe òòn! Hadds nìdd schùnn wiLLa änna
medd hämmgebrùng Nää, nää, ich glääb, de Ondoon dùdd sich im Grab
rùm|drääe! So e Soufärgel!"
- e Umgänga hònn
(einen außerehelichen Freund haben) ð
"Hadd dass jeddse mìsse sìnn, dass sich s Schossfien noch e Umgänga
gesùùchd hadd, in sinnem Älda! Ùnn dònn noch so e junga!" Ja, ja, wie heißt
es so schön: Neid ist die höchste Form der Bewunderung. Ich glaube auch, dass jemand,
der so spricht, gòns vamässe niLLich ìsch, oLLa wass mänsch du?
- e Widdmònn sìnn
(ein Witwer sein) Diese Eigenschaft muss der "Neue"
aber nicht unbedingt erfüllen...
Natürlich kann sich auch jemand für das eigene Geschlecht
interessieren warum auch nicht. Doch auf dem Dorf gibts dazu nur einen
Kommentar: "Pfui Däiwel!" Und was ist so einer in der Sicht der
Mitmenschen?
- ònnaschd|rùm sinn
(w.: andersherum sein; i.ü.S.: homosexuell, schwul oder
lesbisch)
- vùmm ònnache (ònnarre) Uufa sìnn
(w.: vom anderen Ufer sein: i.ü.S.: schwul
sein)
- e Homo sìnn
(ein Homosexueller sein)
- e Hunnaddfinnefe|siwwe|dsicha sìnn
(w.. ein 175er sein)
Auf eine ganz andere Art von Beziehung spielt diese Redewendung an:
- nùrre nòh Paschdeer lùù'e
(w.: nur nach Pfarrern schauen; i.ü.S.: sich nur
für katholische Priester interessieren). Dies ist natürlich eine heikle Angelegenheit,
zumal die katholischen Geistlichen noch immer dem Zölibat unterliegen. Dennoch gibt es
immer wieder Frauen, die mehr von einer Soutane angezogen werden als von einem Polohemd.
Warum auch nicht?
Auch um Hass und Hassgefühle auszudrücken, fehlt es den
Ensheimern nicht an Worten:
- fa jemònd nìdd vìel iwwerich hònn
(w.: für jdn. nicht viel übrig haben;
i.ü.S.: jdn. nicht leiden können)
- jemònd nìdd schmagge kìnne
(w.: jdn. nicht schmecken können; i.ü.S.: jdn.
nicht riechen können)
- medd|nònna bees sìnn
(miteinander böse sein; verkracht sein)
- wie Hùnn ùnn Kadds sìnn
(w.: wie Katze und Hùnd sein; i.ü.S.: gar nicht gut
miteinander auskommen; immer miteinander Streit haben) ð
"Dass dämm Magreed|che sinns ùnn sinna schùnn iwwa dräi Määnd sesòmme
sìnn, gìdd mich Wùnna; die sìnn doch zue|nònna wie Hùnn ùnn Kadds!" (Ich
wundere mich, dass Margarethes Tochter und deren Freund schon mehr als drei Monate lang
ein Paar sind; die haben doch immer Streit.)
- jemònd nìdd memm Aasch òònlùù'e
(w.: <derb>
jdn. nicht mit dem Hintern ansehen; i.ü.S.: jdn. total geringschätzen; jdn. seine
Missachtung richtig spüren lassen) ð "Wänn däär
Nìggùdd männd, ich brichdne, haLLa sich awwa geschnärrd dännesäll lùù ich
nìmmeh memm Aasch òòn!" (Wenn der Tunichtgut meint, ich bräuchte ihn, dann
hat er sich aber verrechnet den schaue ich noch nicht mal mit dem Hintern mehr an!)
- alle|gebodd medd|nònna zängge
(w.: laufend miteinander streiten; i.ü.S.: kein
harmonisches Eheleben haben) ð "Oh, geh doch fùrd!
Ihr kìnne aa nìggs ònnaches (ònnarres) als wie alle|gebodd medd|nònna se
zängge!"
- e schdragga Bùgg sìnn
(w.: ein starrer Ziegenbock sein: i.ü.S.: starrköpfig
sein)
- jemònde ùffem Kigga hònn
(w.: jdn. auf dem Kieker haben; i.ü.S.: es auf jdn.
abgesehen haben)
- jemònde ins Gäi gehn
(jdm. ins Gehege, in die Quere kommen)
- jemònde nìdd liLLe (va|gnuuse; uss|schdehn) kìnne
(jdn. nicht leiden können,
nicht mögen;)
- raaschich wärre; fùggs|däiwels|wild ~
(i.ü.S.: wütend werden)
- fa jemònde e rooLes Dùùch sìnn
(ein rotes Tuch für jdn. sein)
- e va|zängd Sibbschafd sìnn
(w.: eine zänkische Sippe sein; i.ü.S.: ständig
auf Zank aus sein; sich nicht vertragen)
- "Dänne hònnich gefräss!"
(w.: Den habe ich gefressen! I.ü.S.: Den
kann ich überhaupt nicht mehr leiden!)
- "Ich kìnndne ùmbringe!"
(meist nicht ganz ernst gemeinter
Wutausbruch, wenn man die eigene Ohnmacht erkannt hat)
- "Ich kìnndem Gifd gänn!"
(noch eine solche Mordabsicht, die aber
ebenfalls nur rein rhetorischer Natur ist)
Dabei genügt es manchmal, einfach aufeinanderzuzugehen und reinen
Tisch zu machen:
- sich uss|koddse
(w.: sich auskotzen; i.ü.S.: alles sagen, was einen bedrückt)
Copyright: Paul Glass 2000-2001