von Dr. Hans-Peter Konzan, Dipl.Geologe, Landesamt für Umweltschutz Saarbrücken
3. Hydrogeologische Betrachtungen
Das
Gebiet des Ensheimer Tales liegt im Bereich von zwei
lokalen Wasserscheiden. Eine östliche verläuft vom Steinkopf entlang
der L 108 über Staffelberg und Staffelköpfchen nach Süden bis zum
Flughafengelände.
Entwässert
wird dieser Höhenzug nach Westen durch den Wogbach und seinen östlichen Nebenbächen.
Die andere Wasserscheide liegt zentral und verläuft vom Steinberg über die
Spinne zum Breitenberg. Dieser Bergrücken wird im Osten ebenfalls vom Wogbach
und nach Westen vom Grünbach sowie vom Tiefeltsbach entwässert.
Im Norden liegen die Einzugsgebiete für diese
Vorfluter im Buntsandstein und nur randlich im Muschelkalk, dagegen im südlich
anschließenden Bischmisheimer Graben flächenmäßig überwiegend im Unteren
Muschelkalk.
Die
Oberflächenwässer- Abflußspenden sind im Buntsandstein wegen der hohen
Versickerungsrate relativ niedrig. Dagegen zeichnen sich die Muschelkalk- Hochflächen
durch hohe Oberflächenabflüsse aus, da die z.T. mergelig- tonigen Schichten,
die zusätzlich häufig mit Verwitterungslehm überdeckt sind, nur eine geringe
Versickerung des Niederschlagwassers zulassen.
Der
mittlere Buntsandstein ist der Hauptgrundwasserleiter und bildet die Grundlage für
den überwiegenden Teil der Wassergewinnung in unserer Region. Seine hohe
Porosität, Homogenität und Klüftigkeit sind die besten Voraussetzungen für
eine Wassserspeicherung. Durch den Wechsel von durchlässigen Gesteinsbereichen
(z.B. Sand-, Sandstein- und Sandsteinfelszonen) mit Schichten geringer
Wasserwegsamkeit (Tonhorizonte und Dünnschichten) kommt es zur Herausbildung
horizontgebundener Grundwasserleiter.
Die
wasserleitenden Eigenschafften des Oberen Buntsandsteins sind durch die weit höheren
Feinkornanteile trotz intensiver Klüftung weit geringer. Dies gilt in noch stärkerem
Maße für die Schichten des Muschelkalkes, so dass diese Gesteinsfolgen als
grundwasserarm bis -frei gelten. Gehen abdichtende Gesteinspartien zwischen den
einzelnen wasserführenden Schichten an Berghängen bzw. im Talbereich an Tage
aus (in unserem Teil dünnschichtige Partien der Karlstalschichten, violette
Horizonte, die Lettenregion am Top des Voltziensandsteins und weitere
schluffreiche Partien des oberen Buntsandsteins), erreichen Teile des
Niederschlagwassers nicht die tieferen Grundwasserstockwerke. Das Wasser tritt
dann an Quellen und im Bereich von Vernässungszonen aus. Solche sog.
„Schichtquellen“ liefern oft nur vorübergehend nach stärkeren Regenfällen
Wasser bzw. die Schüttungen gehen in Trockenzeiten stark zurück. Läuft dieses
Wasser unkontrolliert hangabwärts, kann es zu lokalen Hangrutschen kommen.
Grundwasseraustritte sind des Weiteren häufig entlang von Verwerfungen zu
beobachten. Durch ab- bzw. aufschiebende Vorgänge in der Erdkruste kommen oft
wasserführende Schichten neben Nichtgrundwasserleitern zu liegen. Die Störungsbahnen
selbst können durch Vererzung oder durch zerriebenes Gesteinsmaterial
abdichtende Funktion übernehmen. Das gespannte Grundwasser tritt dann
arthesisch am Ausbiss der Verwerfungsbahn zu Tage.
Um
das immer wertvoller werdende Grundwasser gegen Verunreinigung zu schützen,
wurden von den zuständigen Behörden Schutzvorschriften in Form von sog.
„Schutzzonen“ erstellt.
In
der Regel handelt es sich um 3 Zonen, die von der Entnahmestelle weg immer weiträumiger
umgrenzt sind.
Unser
Gebiet liegt in einer Schutzzone 3, die das gesamte Einzugsgebiet des genutzten
Grundwassers erfassen soll. Bei den Brunnen entlang des Ensheimer Brunnenweges
handelt es sich meist um schichtgebundene Quellen.
In
der Karlstal- Felszone des Mittleren Buntsandsteins liegen Dr.
Orth-, Frieda-Ruh-, Luitpold-,
Eva-, Franz-Wieber- und
Soldaten-Brunnen.
In
den Zwischenschichten des Oberen Buntsandsteins liegen Matzen-,
Lärchen-, Liederkranz-,
Jaukwefa- und Löwen-Brunnen.
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