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Ensemma Schbrìch Redensarten, Ausdrücke und Sprüche |
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Jux und Blödsinn machen die Erwachsenen ebenso wie Kinder und Jugendliche. Die Erwachsenen brauchen in der Regel aber Alkohol, um in der Stimmung zu sein, Bleedsìnn se mache, bei den Kindern dagegen funktioniert es einfach so.
Folgende Redensarten und Ausdrücke habe ich für das Ensemma Pladd feststellen können:
·
Feeds mache (Quatsch, Blödsinn machen)[1]
·
Jäschges mache
(Quatsch, Blödsinn
machen)
·
all Bleedsinn im Kobb hònn (w.: allen <erdenklichen> Blödsinn im Kopf
haben; i.ü.S.: auf die unmöglichsten Streiche kommen)
·
all Firds im Kobb hònn (i.ü.S.: nur Unsinn im Kopf haben)
·
nìggs im Kobb hònn wie Baddsch im Sagg
(i.ü.S.: nur Unsinn im Kopf haben)
·
Gefeeds dòòhäär|mache
(i.ü.S.:
Quatsch, Blödsinn machen)
·
iwwa|zwärch sìnn
(i.ü.S.: 1.
ungeschickt; 2. komisch; 3. dümmlich; 4. unruhig sein) ð
„Jedds wärr nùrre nìdd iwwa|zwärch; dass kònnich häid middaa gaa nìdd
gebriche!“ (Jetzt werde nur nicht unruhig; das kann ich heute nachmittag
gar nicht gebrauchen!)
·
iwwa|zwärch Dinges (Zäich) mache (i.ü.S.: ungeschickte, unpassende oder
unerwartete Dinge tun) ð
„Oh, Vroon! Känn Daa vagedd òhne dass däär-dòò iwwa|zwärch Dinges
dùdd mache!“ (Ach, Veronika! Es vergeht kein Tag, an dem dieser
Zeitgenosse nicht irgendeinen Quatsch verzapft!)
·
dùmm Dinges fòòdse (i.ü.S.: Blödsinn erzählen)
·
Kabbes fòòdse (~va|zehle) (w.: Kohl erzählen; i.ü.S.: Blödsinn erzählen)
·
dumm Zäich va|zehle (w.: dummes Zeug erzählen; Unsinn erzählen)
·
Schdories va|zehle
(engl. stories <Geschichten> erzählen; i.ü.S.: unwahre Geschichten
erzählen; Lügengeschichten erzählen)
·
sich kabudd|lache (i.ü.S.: sich totlachen)
·
sich
e Aschd lache (w.:
sich einen Ast lachen; i.ü.S.: sich totlachen: sehr lachen)[2]
·
medd
jemònde s Peeda|che mache
(i.ü.S.:
jdn. verarschen)
·
medd jemònde de Joch|hònn mache (w.:
mit jdm. den Johann machen; i.ü.S.: jdn. verarschen)
·
medd jemònde de Flabbes mache (i.ü.S.:
jdn. verarschen) ð „Medd
mìer kònsche nìdd de Flabbes mache, du Kluddskòbb, dòò mùsche ehnda ùff-schdehn,
dass sòòn|ich|da!“ (Mich kannst du nicht verarschen; da musst du früher
aufstehen, lass‘ dir das gesagt sein!)
·
medd jemònde de Òndoon mache (w.:
mit jdm. den Anton machen; i.ü.S.: jdn. verarschen)
·
de Aff medd sich mache lònn (sich
verulken, verarschen lassen; sich alles bieten lassen)[3]
·
„Änna Aff mìchd zeh!“ (w.: Ein Affe macht zehn! I.ü.S.: Wenn irgendjemand
eine verrückte Mode einführt, dann finden sich schnell zehn Leute, die es ihm
nachmachen.)[4]
·
e Fradds mache (w.: eine Fratze schneiden; i.ü.S.: das Gesicht verziehen)
·
Gesichda mache wie e Aff (w.:
Gesichter machen wie ein Affe; i.ü.S.: lustige Grimassen schneiden)
·
e Fradds òòndùùn (i.ü.S.: <zu Fasching> eine Maske aufsetzen)
·
e Fraddse|gesichd òòndùùn (i.ü.S.: <zu Fasching> eine Maske aufsetzen)
·
sich Domino mache (i.ü.S.: sich als Domino verkleiden)[5]
ð „Wass
mìsch(d)e dich dissjòhr sùnndaas?“ -
„Ei, Domino! Und du? Als wass gesch(d) du?“ (Welche Verkleidung wählst
du diesmal für den Faschingssonntag? - Domino! Und du? Welche Verkleidung wählst
du?)
·
als Domino gehn (i.ü.S.: sich als Domino verkleiden) ð „Als wass geschen òm Sòmschdaa
ùff de Masge|ball?“ - „Ei, als
Domino!“ (Welches Faschingskostüm ziehst du denn für den Maskenball am
Samstag an? - Das Domino-Kostüm!)
·
sich Aldi mache
(sich als
eine Art alte Hexe verkleiden)[6]
ð „Du
gesch als Domino?“ – „Nää, ich mache mich rìchdìchi Aldi! Die Momme
hadd ma schùnn e scheena alda Vòòrhòng gemach ùnn ùffem Schùdd|hùffe hònnich
e wùnna| scheena Lòmbe|schirm gefùnn. Dòo mach ich ma e Lìchd|che ninn,
medd Baddrie, wääsche!“ (Du verkleidest dich als Domino? - Nein, ich
ziehe ein Hexenkostüm an. Meine Mutter hat mir bereits einen schönen alten
Vorhang umgearbeitet und auf der Müllhalde auf dem Wickersberg habe ich einen
wunderschönen Lampenschirm gefunden. Da baue ich eine Lampe ein, die von einer
Batterie versorgt wird, weißt du!)
·
als Aldi gehn
(i.ü.S.:
sich als eine Art Hexe verkleiden)
·
Plässìer hònn (i.ü.S.: Spaß haben)[7]
ð Wie
warsen gìschda|owe(n)d in Eiche Sälche?“ –„Oh, ma hònn aarich Plässìer
gehaad!“ (Wie hat dir denn die Veranstaltung im Saal Eich gestern abend
gefallen? – Oh, wir hatten jede Menge Spaß!)
·
ùff die hooch Koods hòlle (i.ü.S.: jdn. auf die Schulter nehmen)
·
ùff da Jugg hugge (i.ü.S.: auf dem Rücken sitzen)
·
Schìnn|luuLa medd jemònde triewe (w.: mit jdm. Schindluder treiben; i.ü.S.:
mit jdm. ein böses Spiel spielen)
·
jemònde erìnn|lee’e
(jdn.
hereinlegen; betrügen; verarschen)
·
jemònde ùff die Schìbb hòlle (w.:
jdn. auf die Schippe nehmen; i.ü.S.: jdn. verulken, verarschen; zum Gespött
machen)
·
~ va|uudse
(i.ü.S.:
jdn. verulken)
·
~ e Gnobb òn de Bagge nähe (w.: jdm. einen Knopf an die Wange nähen; i.ü.S.:
jdm. eine unwahre Geschichte erzählen)
·
~ e Bäär ùffbìnne (w.: jdm. einen Bären aufbinden; i.ü.S.: jdm. mit
heim-licher Freude ein Lügenmärchen auftischen)[8]
·
geprìddschd wärre (i.ü.S.: betrogen, beschissen werden)
·
vorre ùnn henne beschess wärre (i.ü.S.:
betrogen, beschissen werden)
·
ussa Rònn ùnn Bònn sìnn (i.ü.S.:
ganz entfesselt; außer sich sein)
·
nòh Queddsche|mämmbach fahre (Das sagt man zu einem neugierigen Fragesteller,
wenn man diesem sein eigentliches Fahrtziel verheimlichen möchte.) ð „Ei,
wo fehrschen hìen“ - „ Ei, nòh Gweddsche|mämmbach!“
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Will man einem neugierigen Fragesteller keine zutreffende, sondern dumme Antwort geben, bieten sich die folgenden Dialoge an:
·
„Wo geschen hìen?“ - „Ei, Elwe|drìddsche fònge!“[9]
·
„Wo fehrschen hìen?“
- „Ei, nòh Pònda|mùssòng[10]
·
Wo geschen hìen?“ - Ei, de Hùnd hängge - ùnn du därfsch meddgehn
‘s LääLa|che tròòn!“[11]
·
„Geh nòh Bùggsde|huude, wo die Gäns memm Schìssa tuude!“[12]
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Weitere Wendungen:
·
„... ùnn fell nìdd in de Wassa|schdään!“
(scherzhafte Bemerkung am Schluss eines Briefes oder bei einer Verabschiedung)
·
„... ùnn fell nìdd in die Mìschd!“ (scherzhafte
Bemerkung am Schluss eines Briefes oder bei einer Verabschiedung)
·
„Kommeri, Kommeräädchen, gäbb du mìer Tuwwagg, gäbb ich dir Bläädchen!“
(Ich tausche Zigarettenpapier gegen Tabak.)[13]
·
„...
ùnn lass die Kirch im Dorf!“ (scherzhafte Bemerkung am Schluss eines Briefes oder
bei einer Verabschiedung; es soll ein diskreter Hinweis sein, es in jeder
Beziehung nicht zu übertreiben)[14]
·
„Wass grìnnich dònn fa (e) Gresch|kinnche?“ - Ei, du grìsch
hemmam Hùss e Schlimma gebrùnsd!“
(w.: Was
bekomme ich denn für ein Weih-nachtsgeschenk? – Na, wir pinkeln für dich
eine Rutschbahn hinter dem Haus!)[15]
·
„Wännde owwe bìsch(d), schìggsche ma e Òònsichds|kaad!“ (w.:
Wenn du oben bist, schickst du mir eine Ansichtskarte!) Eine scherzhafte
Bemerkung, wenn man jemand beim Popeln in der Nase erwischt.
·
„Geh da ins Zìlla|daal änni schnìddse!“ (w.:
Fahr’ ins Zillertal und schnit-ze dir eine.) Diese Antwort wird gerne gegeben,
wenn man von einem lieben Mitmenschen um etwas gebeten wird, das man entweder
selbst nicht hat oder das man ihm nicht geben möchte.
ð „Hibbe,
kònnsche ma mòòl dinn Dròmbeed fa de Roose|moondaas|umzùùch lehne?“ -
„Du hasch se nìmmeh all; geh da ins Zìlla|daal änni schnìddse!“
(Herbert, kannst du mir mal deine Trompete für den Rosenmontagsumzug ausleihen?
- Du spinnst wohl! Kauf’ dir selbst eine!)
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Die Nähe zu Frankreich und
die zeitweilige Zugehörigkeit unserer Gemeinde zu Frankreich erklärt
vielleicht die beiden nachfolgenden Sprüche:
·
„Schagges, geh in de
Schaddäng, de Haas frissd de gònse Leguumes!“ (ein Satz, mit dem man gerne die Waggese,
die Lothringer, aufzieht, die oft weder perfekt französisch, noch richtig
deutsch, aber ein tolles zweisprachiges Pladd
sprechen.)
·
„Leböff, der Oggs, lawasch, die Kùh, färmlapord, die Dier mach zùù!“
(ein Merksatz aus dem Anfängerunterricht für Kinder)[16]
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Es gibt auch einige Sprüche, die von sprachbehinderten Mitmenschen stammen. Früher hat man diese bemitleidenswerten Ensheimer sicher damit aufgezogen, heute sind sie bloß noch Erinnerung an jene Zeiten:
·
„Marri, bagg dousend, oh, bagg e Milljoon!“
(w.: Maria, backe tausend, ach, backe eine Million!)[17]
·
„Onna, geh mòòl em Lubdich e Virdelpùnd Milljoona|wurschd kaafe, er
hadd gaa känn Abbedidd, grìsch aa e nou Bruus!“
(w.: Anna, geh mal für Ludwig 125 g Lyoner kaufen; er will mal wieder nichts
essen! Du bekommst <für deine Dienste> auch eine neue Bluse!)
·
„Unsa Rudolsch gedd aa schùnn fräisch; er hadd aa schùnn Priefam im
Vochel|schwòns!“ (w.: Unser Rudolf hat auch schon eine Freundin; seitdem parfümiert er
sich seinen Vogelschwanz <d.h. seine beste Ausgeh-jacke>.)
·
„Wääß gaa nìdd, unsa Hòhn känn so gùdd Pìgg mich meh hadd;
gedd gaa nìmmeh henne wie vòrre wie heecha!“ (w.: Ich weiß gar nicht: unser Hahn pickt nicht
mehr richtig. Er geht nicht mehr hinten wie vorne wie höher!) - Das hat eine
Ensheimerin Ende der Zwanziger Jahre geäußert, als ihr auffiel, dass der Hahn
nicht mehr richtig picken konnte. [18]
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Daneben gibt es noch eine Reihe von Ausdrücken, die unterschiedlichen Situationen entstammen können:
·
„Eschringa Wigge|wagge medd de digge Ärsche|bagge!“
So wurden und werden die Einwohner des Nachbardorfes Eschringen verulkt, wobei
man auf das scheinbar recht ordentliche Hinterteil der Eschringer Bauersfrauen
anspielt(e).
·
„In Mundse gemma brùnse, in Eiche gemma saiche!“ (w.:
Im Anwesen Munz machen wir unser
kleines Geschäft, und im Anwesen Eich
auch!)[19]
·
„Ùnn ìsch dass WäLLa noch so trìeb, imma hooch die Gällarieb!“
- Das ist ein lustiger Spruch für Optimisten: Und ist das Wetter noch so trübe,
immer hoch die gelbe Rübe! I.ü.S.: Kopf hoch, auch wenn’s abwärts geht![20]
·
schälle gehn (i.ü.S.:
bei anderen Leuten klingeln gehen)[21]
·
„Kùmm häär, ich hewwe dich ùff!“ (w.: Komm‘ her, ich heb‘ dich auf!) -Das
sagt man zu einem Kind, das hingefallen ist und anfangen will zu schreien. Durch
die Aufforderung kommt es her und vergisst seinen Sturz.
·
„Geschmaggsach, hadd de Aff gesaad ùnn in die Sääf gebess; dònn
haLLa gesaad: 's ìsch 'Fa'!“ (w.: Geschmacksache, sagte der Affe und biss in die Seife. Hinterher
sagte er: Es ist FA!)[22]
·
„Genaachd, Härr Paschdoor!“ (w.: Gute Nacht, Herr Pastor!)
·
„Gùdd gefräss ìsch halwa geschess!“[23]
·
„Du alda Dùùse|ruddscha!“ (w.: Du alter Dosenrutscher!)[24]
·
die Millich|kònn schlängarre (i.ü.S.: die Milchkanne rotieren lassen)[25]
·
e Mùschda sìnn (w.: ein Muster sein; i.ü.S.: ein lustiger, humorvoller, drolliger Kerl
sein bzw. sein weibliches Pendant)
·
e SchnäiLicha sìnn (w.: ein schneidiger <Kerl> sein; i.ü.S.: 1.
ein lustiger, humorvoller, drolliger Kerl, ein Witzbold sein; 2. ein Zeitgenosse
sein, der unangemessen oder unpassend gekleidet ist)
Anmerkungen
[1] Im Schweizerdt. bedeutet Feeds <Spaß>. Vgl. Seibicke, op. cit., 144.
[2] Vgl. Duden, op. cit., 55: In dieser Wendung hat ‚Ast‘ die Bedeutung ‚verwachsener Rücken, Buckel‘...; sich einen Ast lachen meint also ‚sich vor Lachen krümmen, so lachen, dass man einen Buckel bekommt.‘
[3] Vgl. Braun, op. cit., 129
[4] Braun, op. cit., 129 verhundertfacht sogar die Zahl der Imitatoren: Ääner Aff machd hunnerd!
[5] Das Domino-Gewand ist ein bodenlanges, meist schwarzes, blaues oder rotes Gewand mit einer Tüte auf dem Kopf, die mit Papier ausgestopft oder durch einen Knoten direkt über dem Kopf verkürzt wird. Dazu trägt man eine Stoffmaske aus schwarzem oder rotem Tuch.
[6] Der Phantasie ist eigentlich bei dieser Verkleidung keine Grenzen gesetzt. Sehr beliebt sind alte, aber edle Klamotten von der Oma, ein supergroßer Lampenschirm vom Sperrmüll, ein möglichst hässliches und Angst einflößendes Fraddse|gesicht und jede Menge Material zum Ausstopfen, vor allem am Hintern und am Busen. Weitere Utensilien sind ‘s Parabbelee <ein Regenschirm>, e Pläddsch <eine Klatsche aus Karton>, e Rehrche <ein Röhrchen> (heute meist ein Gummischlauch) und e Hònd|däschelche <eine Handtasche> zum Verstauen gerade nicht benötigter Gròò|wurschd|schmeere <Salamischnitten>....
[7] Hier findet sich das frz. Wort plaisir <Vergnügen> wieder.
[8] Vgl. Duden, op. cit., 83, wonach die Wendung davon ausgeht, dass es praktisch unmöglich ist, jmdm. [ohne dass er es merkt] einen Bären an- oder aufzubinden.
[9] Die Elwedrìddsche, jene sagenhaften Nachttiere zwischen Elfe und Fledermaus, sind eigentlich in der Pfalz beheimatet, haben jedoch auch den Weg nach Ensheim gefunden. Wer sie unbedingt mal sehen möchte, dem sei der Besuch der Pälzer Schdubb in Dahn zu empfehlen! Dort gibt’s nicht nur ausgezeichnete Pfälzer Spezialitäten, sondern auch Elwedrìddsche zu bewundern.
[10] Braun, op. cit., 98 stellt folgenden Bezug her: vor annähernd 600 Jahren machte der Herzog Adolf I. von Berg einen Feldzug gegen den Kardinal Ludwig von Bar und zog mit seinen Soldaten gegen Pont-à-Mousson, eine Stadt, die zwischen Metz und Nancy in Lothringen gelegen ist. Der Herzog war allerdings nicht erfolgreich und wurde nach seiner Niederlage gefangengesetzt. Ob dieser Bezug stimmt, vermag ich nicht zu sagen. Ich vermute eher einen lokalen Bezug, weil es ja zwischen Pont-à-Mousson und Ensheim seit 1872 enge wirtschaftliche Verflechtungen durch die Firma Gebr. Adt gegeben hat. Adt errichtete in Pont-à-Mousson ein Zweigwerk für den französischen Markt. Etliche Ensheimer, darunter auch einer meiner Vorfahren, Jakob Glass, haben ihren Wohnsitz dauerhaft nach Pont-à-Mousson verlegt und sind später auch Franzosen geworden.
[11] Braun, op. cit., 140.
[12] Hier soll niemand tatsächlich nach Buxtehude hoch in Deutschlands Norden geschickt werden, sondern das ist auch eine scherzhafte Antwort auf eine allzu neugierige Frage. – Vgl. auch Braun, op. cit., 139: sie lässt die Gänse mit dem Schwanz tuude!
[13] Scherzhafte Wendung, die man z. B. Kindern gegenüber gebraucht, mit denen man etwas tauschen will.
[14]
Vgl. Duden, op. cit., 384, wonach die Wendung auf der Vorstellung beruht, dass
der angemessene Platz der Kirche in der Mitte eines Dorfes ist.
[15] Das ist ein Dialog zwischen einem neugierigen Kind und seinen Eltern, die nicht preisgeben wollen, was sie ihrem Kind zu Weihnachten schenken werden. - Das Wörtchen Schlimma kommt übrigens von Schleim.
[16] Besonders nach dem 2. Weltkrieg war Frankreich daran interessiert, die Saarländer für sich zu gewinnen. Dazu sollte auch der Französischunterricht in den Volksschulen beitragen.
[17] Diesen Spruch verdanken dem Ehemann von Pòngkùùche|marri (früher dort wohnhaft, wo sich heute die Sparkasse befindet), der diese bescheidene „Bestellung“ bei seiner Frau aufgab.
[18] Auch die anderen hier aufgeführten mundartlich interessanten, aber sprachlichen Fehlleistungen stammen aus den Zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts.
[19] Eine Redensart aus früheren Kindertagen, wenn man ein anderes Kind, das den in Ensheim öfter vorkommenden Namen Munz oder Eich trug, verulken oder ärgern wollte.
[20] Die Gällarieb stammt aus dem Oberdeutschen: <Gelbrübe; Mohrrübe>. Vgl. Seibicke, op. cit., 111.
[21] Ein beliebtes Kinderspiel, vor allem abends, etwa auf dem Nachhauseweg von der Maiandacht...
[22] Diese Redensart wird benutzt, wenn man jemand darauf hinweisen will, dass irgendetwas reine Geschmackssache ist. FA ist übrigens eine Seifenmarke...
[24] Mit diesem Begriff verulkt man in den Dörfern ringsum die Ensheimer Bevölkerung, wobei man auf eine wichtige Station beim Herstellungprozess der früheren (Schnupftabaks)Dosen anspielt: in der Schuurregg <Scheuerecke> wurden die Dosenrohlinge durch Scheuern und Feilen von allen Unebenheiten befreit.
[25] Das war eine beliebte Geschicklichkeitsprüfung der Kinder, die beim Bauer Milch holen mussten. Die Prüfung war bestanden, wenn man die volle Milchkanne in der Luft rotieren ließ und kein Tropfen Milch verschüttet wurde. Gelegentlich kam es vor, dass nicht ganz so geschickte Kinder ihre Kanne losließen und diese mit aarich Ballaawa ùffs Trottwaa gefallen ist. Dann war nicht nur die Milch weg, sondern die Kanne trug verräterische Boll|au’e und war gòns va|bawwaddd – so dass einem nichts Anderes übrig blieb als zu Hause den ganzen Blödsinn zu gestehen...
© Paul Glass 2000-2001