|
Ensemma Schbrìch Redensarten, Ausdrücke und Sprüche |
|---|
![]()
Kinder sind verspielt, Kinder sind aufgeregt, weinerlich, ungehorsam. Kinder wollen umsorgt werden. Im Ensemma Pladd gibt es dazu folgende Redensarten:
·
„Dass ìsch ussgeschbuddsd sinn Babbe!“ (Das
Kind sieht genauso aus wie sein Vater!)
·
„Dass Klään ìsch de zwädd Babbe!“ (Das Kind sieht genauso aus wie sein Vater!)
·
„Dòò hadd dich dinn Babbe noch in de Eia|schaale erum|getraa!“(i.ü.S.:
Damals warst du noch nicht geboren!) ð
„Oh, hall doch du mòòl dinn fräch Schnìss! Du kònnsch doch dòò gaa
nìdd medd|schwäddse, dòò hadd dich doch dinn Babbe noch in de Eia|schaale
erum|getraa!"
·
òn da Brùschd läie (w.: an der Brust liegen; i.ü.S.: noch gesäugt
werden)
·
noch òm Dumme luddsche (w.: noch am Daumen lutschen)
·
noch òm Nollche luddsche (w.: noch am Schnuller lutschen)
·
hònsche (an den Fingern lutschen)
·
's Nòllche ussem Mull hòlle (w.: den Schnuller aus dem Mund nehmen)
·
sich e Nollche ins Mull schdegge (w.: sich einen Schnuller in den Mund
stecken)
·
noch die Eia|schaale henna de Ohre hònn
(w.: noch die Eierschalen hinter den Ohren haben; i.ü.S.: noch unerfahren und
unreif sein)
·
Aa mache (i.ü.S.: Pipi machen <bei Kindern>)
·
adda-adda gehn (i.ü.S.: spazierengehen < bei Kindern>)
·
grische wie e Buch|maaLa (w.:
kreischen wie ein Buch<?>marder; i.ü.S.: heftig schreien)
·
‘s Kend schòggele (w.: das Kind schaukeln; i.ü.S.: das Baby in den
Schlaf wiegen)
·
‘s Scheesje schòggele (w.: den Kinderwagen auf und ab wiegen)
·
noch im Scheesje läie (w.: noch im Kinderwagen liegen; i.ü.S.: noch nicht
laufen können)
·
e jung Grieb|che sìnn (w.: ein junges Grübchen sein; i.ü.S.: ein süßer
kleiner Fratz sein)
·
e klääni Grodd sìnn (i.ü.S.: ein süßer kleiner Fratz sein) ð "Ach, ìsch
dass e liewi Grodd!"
·
„Medd dìer hòmma e Fòng gemach!“ (w.: Mit dir haben wir einen Fang gemacht! I.ü.S.:
Du hast uns gerade noch gefehlt!) Diese Wendung wird meistens scherzhaft
gebraucht.
·
känn Rùh im Ärsch hònn (w.:
keine Ruhe im Hintern haben; i.ü.S. 1. nervös, hyperaktiv sein; 2. nicht
stillsitzen können)[1]
·
jemònde sinn Wìlle lònn (jdm. seinen Willen lassen) ð „Wämma
de Kenn de Wìlle lìssd, dùnn se nìdd grische! (Wenn man tut, was die
Kinder wollen, dann weinen sie nicht!)[2]
·
e rìchdìches Gresch|kinnche sìnn (w.:
ein richtiges Christkind sein; i.ü.S.: sehr wehleidig sein)[3]
·
kinsch sìnn; e Kìnnee sìnn (kindisch sein; wehleidig sein)
·
„Ich meechd gäär nochemòòl Kend sìnn!“(w.:
Ich möchte gerne noch einmal Kind sein!)
·
„Dass ìsch nìggs fa Kenn!“ (w.: Das ist nichts für Kinder!)
·
„Klääne Bidde hònn große Ohre!“ (w.: Kleine Wannen haben große Ohren. I.ü.S.:
Kleine Kinder kriegen alles mit, auch wenn es den Anschein hat, dass sie gar
nicht einem Gespräch unter Erwachsenen zuhören!)
·
in die Kìnna|schùùl gehn (w.: in die Kinderschule gehen; i.ü.S.: den
Kindergarten besuchen)
·
sich zwei ùnn zwei ùffschdelle (i.ü.S.: sich in Zweierreihen aufstellen)
·
sich im Drägg wänsele (sich im Dreck wälzen)
·
sich im Baddsch wänsele (sich
im Schlamm wälzen)
·
Mòmmes|jes ùnn Babbes|jes schbìele
(Vater und Mutter spielen)
·
noch medde Pùbbe schbìele (w.: noch mit Puppen spielen; i.ü.S.: noch nicht
nach den Jungen schielen; noch unreif sein)
·
medda Pùbbe|kìch schbìele (w.: mit der Puppenküche spielen; i.ü.S.: mit
einer Miniaturküche spielen)
·
e Neschd usshewwe (w.: ein Nest ausheben)
·
„Glich kimmd de Schbicha|fùggs ùnn helld dich!“[4]
·
„Schdribb, schdrabb, schdroll - de Ääma ìsch ball voll!“[5]
Anmerkungen
[1] Vgl. auch Braun, op. cit., 23.
[2] Vgl. auch Braun, op. cit., 36.
[3] Vgl. auch Braun, op. cit., 67.
[5] Kinderreim, der sich auf das Melken bezieht und meist mit einer entsprechenden Gestik vorgetragen wird.
© Paul Glass 2000-2001