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Ensemma Schbrìch Informationen über das Ensheimer Pladd |
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Kap. 2 Die Aussprache der Ensheimer Mundart
Nachfolgend finden Sie eine kleine Übersicht über die wichtigsten Aussprache- bzw. Schreibregeln unserer Mundart.
Meiner Meinung nach sollte sich jeder Mundartautor um sprachliche Konventionen bemühen, also um möglichst konsequent durchgehaltene Aussprache- und Schreibregeln, um das geschriebene mundartliche Wort auch für Außenstehende nachvollziehbar zu machen. So muss sich jeder, der sich schriftlich mundartlich ausdrücken will, entscheiden, welche Schreibweise er bevorzugt: eine eher leserfreundliche, sich eng an das Schriftdeutsche anlehnende Schreibweise, oder eine lautgerechte, den lautlichen Besonderheiten eines Dialektes eher entsprechende Schreibweise, die allerdings an den Leser zunächst besondere Ansprüche stellt, denn er muss sich erst einmal an diese sicher ungewöhnliche Form gewöhnen.
Ich unternehme in diesem Buch den Versuch, beide Formen sinnvoll miteinander zu kombinieren: die Verschriftung soll möglichst lautgerecht sein, soll sich aber immer dann, wenn es sinnvoll erscheint, an der Leserfreundlichkeit orientieren.
Ich beschäftige mich seit Anfang der Siebziger Jahre mit der Ensheimer Mundart und habe seitdem schon manche Korrekturen bei der Schreibweise vornehmen müssen, weil die früheren Versionen einfach nicht konsequent lautgerecht waren. Auch für dieses Buch habe ich nochmals Änderungen vorgenommen, wenn man so will, eine Art kleine "Rechtschreibreform" durchgeführt, wobei mir die sehr interessanten Bücher von Manfred Vogelgesang und Edith Braun bzw. Max Mangold manche Hilfestellung gegeben haben.
Dazu folgende Beispiele:
bisherige Schreibung |
Beispiel |
neue |
Beispiel |
Begründung |
| eij (mit Tilde) |
Gereij | äi | Geräi | Zwischenlaut, der näher bei einem ä als bei einem e liegt |
| er | Dokder | a | Dòggda | er im Auslaut als schwaches a gesprochen |
| oo (mit Tilde) |
Woon | òò | Wòòn | statt einer Tilde jetzt 2 accents graves |
Trotz allem Bemühen um eine konsequente Schreibweise gibt es, abhängig vom mundartlichen Sprecher und seiner Aussprache, Fälle einer ambivalenten Schreibweise, die man meines Erachtens tolerieren sollte: dies ist vor allem bei den folgenden Konsonanten der Fall, wobei der Grundsatz gilt: Konsonanten sind am festesten im absoluten Anlaut und weniger fest im absoluten Auslaut bzw. im Inlaut (also in intervokalischer Stellung).
Dazu folgende Beispiele:
Nach der Lektüre neuerer Mundartdarstellungen und der dazugehörenden Verschriftung bin ich hinsichtlich der für das Ensemma Pladd zu wählenden Schreibkonventionen so unsicher geworden, dass ich mich zu einer Umfrage unter Ensheimer Mundartsprechern unterschiedlichen Alters entschlossen habe:
Bei dieser Umfrage ging es nur um die besonders umstrittene Aussprache und Schreibung der Fortis-Plosive /p/, /t/ und /k/ sowie der Lenis-Plosive /b/, /d/ und /g/ bei der Stellung im Anlaut (bei nachfolgendem Konsonant), im Wort und im Auslaut. Natürlich war dies aufgrund der geringen Probandenzahl (26 Personen) keine repräsentative Umfrage, aber die Analyse der Ergebnisse ergab doch ein relativ aussagekräftiges Bild:
So kann ich die Feststellung von Manfred Vogelgesang, wonach in der Mundart von Bliesmengen-Bolchen im In- und Auslaut nur noch die Lenis-Plosive /b/, /d/ und /g/ existieren, für Ensheim nicht bestätigen. Das Ergebnis der Umfrage hat vielmehr die von mir schon weiter oben angesprochene Ambivalenz in der Aussprache und damit auch in der Schreibung bestätigt.
Aufgrund der Umfrageergebnisse habe ich mich zu neuen Regeln bei der Verschriftung entschlossen.
Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Ausspracheregeln für das Ensemma Pladd - vereinfacht und auf populärwissenschaftlicher Basis. Für die Mundart-Spezialisten gibt es im Anhang einen Überblick über die Realisierung und Schreibung der Phoneme im Ensemma Pladd, der auch sprachwissenschaftlichen Untersuchungskriterien genügen dürfte:
3. Die Entdiphthongierung der Doppellaute /ei/, /au/, /eu/ und /äu/
4. Umwandlung einiger Konsonanten
Copyright: Paul Glass 2000-2001