ENSHEIM Homepage


2.4 Ensheim im 20. Jahrhundert


2.4.3 Ensheim während der Nazi-Diktatur (1935 - 1945)


Ensheim im Zweiten Weltkrieg


Folgender Bericht vom Ende des 2. Weltkriegs aus der Sicht der amerikanischen Armee findet sich (in Englisch) auf der Seite 10 der Homepage des 254th Infantry Regiment, 63rd Infantry Division der US-Armee
(URL: http://www.63rdinfdiv.com/index.html)


Zitat Anfang

Ensheim / Siegfried-Linie, Deutschland

Auf Anweisung des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wird die 'Präsidential Unit Citation' folgender Militäreinheit verliehen:
Erstes Bataillon, 254. Infanterieregiment, 63. Infanteriedivision für außerordentliche Tapferkeit gegenüber einem bewaffneten Feind.
Das erste Bataillon, 254. Infanterieregiment, wird ausgezeichnet für hervorragende kämpferische Leistungen während der Zeitspanne 15. März 1945, 1:00 Uhr, bis 15. März 1945, 24:00 Uhr, bei ENSHEIM, Deutschland, im Zuge der (Auf)klärung des gut verteidigten Zugangs zur Siegfried-Linie in seinem zugewiesenen Sektor.
Während einer 23-stündigen Zeitperiode räumte das erste Bataillon vier feindliche Städte, die als Außenposten der Siegfried-Linie galten und fanatisch von Panzern, Bodentruppen und enormen Artilleriebatterien verteidigt wurden. Durch gleichzeitigen Angriff auf Hartingshof (Anm. d. Üb.: gemeint ist wohl der HARTUNGSHOF) und Eschingen (Anm. d. Üb.: gemeint ist wohl ESCHRINGEN) bahnten sich Teile des Bataillons ihren Weg in diese Städte und räumten sie durch bloße Geschwindigkeit und unbarmherzigen Elan.
Eine Kompanie des Bataillons hielt ein vermutetes feindliches Bataillon an den Außenbezirken des Neumühlerhofs für über 8 Stunden auf, während der Rest der Einheit den letzten und am stärksten befestigten Außenposten der Siegfried-Linie, ENSHEIM, angriff. Hier traf das Bataillon auf sieben Panzer und einen Feind, der jedes Haus in eine "Pillbox" (dt. Pillenschachtel, milit. Bedeutung: Kleiner Bunker aus Stahlbeton, der max. 4-6 Mann fasst, mit einem Eingang hinten und einer Schießscharte vorne zur Frontlinie) und jede Straße in ein Miniaturschlachtfeld verwandelte, indem er mit allen verfügbaren Bodenwaffen Widerstand leistete.
Gegenangriff folgte Gegenangriff, wobei die Deutschen Verstärkung von den nahegelegenen 'Pillboxes' hinzunahmen, um den langsamen, aber unaufhaltsamen Vormarsch der Truppen zu stoppen. Schließlich jedoch wurden bei Einbruch der Nacht die deutschen Truppen, nachdem das Bataillon drei ihrer Panzer ausgeschaltet hatte, gezwungen, sich in ihre Betonbefestigungen innerhalb der Siegfried-Linie zurück zu ziehen.
Da das erste Bataillon seinen Auftrag so schnell, waghalsig und couragiert erfüllte, war das 254. Infanterieregiment die erste Einheit der 7. Armee, die die berühmte Siegfried-Linie durchbrach. Die heldenhaften Taten des Ersten Bataillons, 254. Infanterieregiment, 63. Infanteriedivision verschaffen seinen Mitgliedern und der Armee der Vereinigten Staaten großes Ansehen.

Weiter heißt es:
Siegfried-Linie, Deutschland

Auf Anweisung des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wird die 'Präsidential Unit Citation' folgender Militäreinheit verliehen:
Drittes Bataillon, 254. Infanterieregiment, 63. Infanteriedivision für außerordentliche Tapferkeit gegenüber einem bewaffneten Feind.
Das dritte Bataillon, 254. Infanterieregiment, wird ausgezeichnet für hervorragende kämpferische Leistungen während der Zeitspanne 16. März 1945, 4:00 Uhr, bis 20. März 1945, 14:00 Uhr, bei ENSHEIM, Deutschland, für den erstmaligen Durchbruch der Siegfried-Linie.
In der ersten Phase seines 4-tägigen Kampfes schlug das 3. Bataillon mit solcher Geschwindigkeit und Entschlossenheit zu, dass der Feind von angreifenden Teilen, die komplett den Sturzbach von  (Gewehr)-Feuer missachteten, den die Verteidiger über sie ergossen, aus seinen Stahlbeton-"Pillboxes" vertrieben  wurde. Die schwierige Aufgabe der Einheit begann jedoch erst, nachdem sie den stellungsübersäten kleinen runden Hügel (Anm. d. Üb.: Wickersberg?) genommen hatten; der Befehl war, ihn zu halten, koste es, was es wolle.
Dem Feind wurde klar, dass die Position des 3. Bataillons mit ziemlicher Sicherheit den Zusammenbruch der Siegfried-Linie bedeutete und die Deutschen gezwungen waren, sich wieder in  ihre "Pillboxes" zurückzuziehen. Während der nächsten 3 Tage und Nächte wurde das 3. Bataillon ununterbrochen von der gesamten verfügbaren feindlichen Artillerie mit Granaten beschossen. Gegenangriffe wurden durchgeführt, zurückgeworfen und wieder durchgeführt. Zäh und erbittert hielten die Einheiten stand und manchmal schien es, als wäre es hoffnungslos, den gewonnenen Boden zu verteidigen. Nichtsdestotrotz wuchs während der folgenden Tage, als die Angriffe bitterer und grausamer wurden, die Entschlossenheit der Männer des 3. Bataillons, keinen Boden herzugeben.
Am 20. März schließlich brachen dank der großen Zahl von Soldaten des 3. Bataillons andere Teile des Regiments, inspiriert durch die große Demonstration des Muts der Mitglieder des 3. Bataillons, durch die Siegfried-Linie. Dadurch wurde der Panzer in Richtung Rheintal gebrochen.
Die heldenhaften Taten des Dritten Bataillons, 254. Infanterieregiment, 63. Infanteriedivision verschaffen seinen Mitgliedern und der Armee der Vereinigten Staaten großes Ansehen.

Zitat Ende
So weit die Übersetzung. Wer des Englischen mächtig ist, kann die Original-Website (s. oben) besuchen und den Text dort nachlesen. Für eventuelle Fehler in der Übersetzung übernehme ich keine Verantwortung!

copyright O. Breier 18.11.01


Ich danke Otto Breier für die Übersetzung dieser interessanten Schilderung der damaligen Ereignisse. Mit Siegfried Line bezeichneten die westlichen Alliierten den Westwall.


Quelle:


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Letztes Update: 18.04.2001



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