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5. Die Expansion der Gebr. Adt nach 1850

Spezielle Geschäftsreisende sorgten für den Vertrieb der Adtschen Produkte in alle Welt, wobei sie sehr erfolgreich waren.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis neue Marktsegmente hinzukamen: Haushaltsgegenstände wie Servierbretter, Tabletts, Kästchen, Bilderrahmen und elektrische Gerätschaften.

Um die hohe Zollbelastung auf dem Hauptabsatzmarkt Frankreich zu umgehen, gründete Peter Adt III bereits 1844 eine Papierlackwarenfabrik in Forbach, die 1847 kurz nach Saargemünd, aber 1853 wieder nach Forbach zurückverlegt wurde.

Seit Mitte des Jahrhunderts wurde kräftig expandiert:

Die Expansion trug reiche Früchte: Bereits im Jahre 1860 waren Absatzmärkte auf allen Kontinenten erschlossen. Zum 50. Firmenjubiläum 1889 beschäftigten die Gebr. Adt weit über 2500 Arbeitnehmer, die über 6 Millionen Artikel pro Jahr absetzen konnten. In Ensheim beschäftigte Adt zu seinen besten Zeiten über 800 Arbeitnehmer.

Entwicklung der Belegschaftsstärke der Adt'schen Fabrik in Ensheim

Adt bot im Jahr 1889 in seinen Katalogen 10000 (!) verschiedene Artikel feil und war damit damals in Sachen Angebot einzigartig auf der Welt. So heißt es zum Beispiel in einem Artikel von Jürgen Boldorf über diese Angebotsfülle:

"Die berühmte Tabaksdose ... erschien in den Katalogen an guter Stelle - unter 1100 weiteren Modellen aus Papiermaché, Horn oder Schildpatt. Der Raucher fand für sich 370 Artikel, der Schüler konnte unter 180 verschiedenen Federkästen wählen. Für die Haushälterin gab es 300 Teller- und Untertassenmuster, 290 Toilettenartikel, 650 für die Tafel, 540 Haushaltsgegenstände. Für die Wohnungsausstattung bot der Katalog 270 Artikel, wie Tiertische und Kommoden."

Seit Ende 1996 gibt es im Historischen Museum Saar eine umfangreiche Sammlung von Produkten aus Pappmaché aus der Adt'schen Fabrikation , insgesamt rund 200 Exponate, zu sehen.

(Karte zur wirtschaftlichen Entwicklung Ensheims im Jahre 1874, 151,7 KB)

In den folgenden Jahren wurde die Produktpalette nochmals erweitert:

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kontrollierte die inzwischen schon verzweigte Familie Adt drei Gruppen von Werken:

1. die Pfälzer Gruppe: sie umfaßte das Stammwerk Ensheim, die Papier- und Kartonfabrik Schwarzenacker sowie das E-Werk Bliesschweyen und stand unter der Leitung von Eduard Adt.

2. die Forbacher Gruppe umfaßte die Fabrik Forbach und die Papier- und Kartonfabrik Marienau und wurde von Johann Baptist Adt und seinem Sohn Gustav Adt geleitet.

3. Die französische Gruppe bestand aus dem Werk Pont-à-Mousson und der Papier- und Kartonfabrik Blénod und wurde von Emile Adt, Sohn von Peter Adt, geführt.

Die Firma Adt sorgte sich auch für die sozialen Belange der Belegschaft - etliche Jahre vor der Einführung der Bismarckschen Sozialgesetzgebung:

(Karte zur wirtschaftlichen Entwicklung Ensheims im Jahre 1910/1913, 152,3 KB)


  Dosenindustrie (Fortsetzung): 

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© Paul Glass 1997 - 2001 ff

Last update: 27.12.2004