Folge 1: Der Lambdazismus

G

 

Gebrìela (f/pl)

Gebrüder (f/pl)

Minn Babbe hadd frìeha aa mòòl bäi de Gebrìela Adt geschaffd. (Mein Vater hat früher auch einmal bei Gebr. Adt gearbeitet.)

gefälladd

gefedert

Dich Freggadd hällese frìeha aa geteerd ùnn gefälladd! (Dich Lausebengel hätten sie früher auch geteert und gefedert!)

gefìeladd

gefüttert

Hasche die Oggse gefìeladd? (Hast du die Ochsen gefüttert?)

gefìeladd sìnn

gefüttert sein [Jacke]

Ou, wass e schnaddses Jibbche! Unn gefìeladd ìsch’s aa? (Oh, was für eine tolle Jacke! Und gefüttert ist sie auch!)

gefìeladd wärre

gefüttert werden

Du, dänne ìehr Klääna muss noch imma gefìeladd wärre, dòò dùdd doch äbbes nìdd schdìmme, olla? (Du, der Kleine der Leute von gegenüber muss noch immer gefüttert werden – da stimmt doch etwas nicht, oder?)

wie gerelladd sìnn

wie gerädert sein; kaputt sein; total ermüdet sein

Oh, Frau, häid sìnnich willa grad wie gerelladd! (Oh, Frau, heute bin ich wieder total fertig!)

ma grääle (auch: grääde)

wir bekämen

Ma hònn schùnn äbbes beschdelld, jeddse wär’s scheen wämma aa äbbes grääle! (Wir haben schon bestellt; jetzt wäre es schön, das Bestellte auch zu bekommen.)

 

grìlla...

kriegt er, bekommt er

Bass ùff, glich grìlla willa geschùll, wälla’s Däärche nìdd zùù gemach hadd! (Pass auf, gleich wird er wieder ausgeschimpft, weil er die Gartentür nicht geschlossen hat.)

 

Gròmbe|schläila (f)

Krampenschleuder (f)

ich hònn da’s schùnn hùnnaddmòòl geprellichd: e Gròmbe|schläila ìsch nìggs fa Kenn! (Ich habe es dir schon 100 mal gesagt: eine Krampenschleuder gehört nicht in Kinderhände!)

 

Gròòm|laale (m)

Kramladen (m)

Jòò, jòò, ‚s Fienche hadd aa e grusslicha Gròòm|laale gehaad! (Ja, ja! Die Josefine hat auch einen wenig einladenden Kramladen geführt.)

 

 

Grumbìer|bròòle (s)

Kartoffelbraten (s)

‚s Grumbìer|bròòle in Ensemm, dass wärrd imma noch gäär vunn de Lied gemach! (In Ensheim gehen die Leute noch immer gern Kartoffeln braten.)

 

Grumbìer(e)|bròòle gehn

Kartoffeln in der Glut braten

Òm Sùnndaa soll’s willa scheen wärre: gemma Grumbìere bròòle? (Am Sonntag soll wieder schönes Wetter sein: Gehen wir Kartoffeln braten?)

 

e gùlla ...

ein guter ...

Oh, Ottill, sei doch sefriele memm Lui; ‘s ìsch doch e gùlla Mònn. (Ach, Ottilie, sei doch zufrieden mit Ludwig; er ist doch ein guter Mann!)

 

gùlla|schbräch

sozusagen

Wääsche, wassa ma gesaad hadd? Er wär jeddse großjährich, gùlla|schbräch, er kìnnd jeddse mache wassa will! (Weißt du, was er mir gesagt hat? Er sei jetzt volljährig und könne sozusagen jetzt machen, was er wolle.)

 

e gùlles ...

ein gutes ...

Unn jedds e gùlles Bìerche, dass wär doch äbbes! (Und jetzt ein gutes Bierchen, das wär doch was!)

 

e gùlli ...

eine gute ...

Doch! Doch! ‚s Rächien war e gùlli Frau! (Doch! Doch! Regina war eine gute Frau.)

 

 

 

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Exkurs: Falsche und unklare Lambdazismen im Ensemma Pladd


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Last update: 29.10.2001