Folge 1: Der Lambdazismus

R

 

Rään|wälla (s)

Regenwetter (s)

Wänn ich alles lille kònn: awwa dass Rään|wälla dòò, ich kìnnd grad RÌdds ùnn wassa brille! (Wenn ich alles leiden kann, aber dieses Regenwetter nicht! Ich bin gerade furchtbar depressiv!)

Räiwa|lääla (f)

[Räuberleiter]

Frìeha war de Hobbgaade als abgeschbärrd! Dònn hòmma Räiwa|lääla gemach – ùnn drin warema! (Früher war der Hofgarten [beim Marktweg] manchmal abgeschlossen. Dann haben wir eine Räuberleiter gemacht – und schwupps, waren wir drin!)

Rella (n/pl)

1. Räder

2. Fahrräder

1. Ou, dass wärd willa dier! Ich bruch fa de Winda noue Rääfe – fa alle vier Rella! (Auweia, das wird wieder teuer! Ich brauche vier neue Winterreifen.)

2. Hòllena die Rella medd, wänna näggsch Wùch varääse? (Nehmt ihr die Fahrräder mit, wenn ihr nächste Woche auf Reisen geht?)

relle

reden, sprechen

Ma solld äänfach meh meddnònna relle, olla? (Man sollte einfach mehr miteinander reden, oder?)

nìmmeh meddnònna relle

nicht mehr miteinander reden

Och, känn jòò die zwei alde Honrbouse! Jeddse dùnnse schùnn schdìgga finnef Wuche nimmeh meddnònna relle! (Ach, du kennst ja die beiden Trotzköpfe! Die reden jetzt schon ungefähr fünf Wochen nicht mehr miteinander!)

rille

reiten

Minn Uroba Välldes war bäi de Schwollischee. Däär wolld schùnn imma rilla ùnn hadd sälwa känn Pärrd gehaad, wällse dehämm aam ware wie’s Kleebche! (Mein Urgroßvater Valentin war bei den Chevaux légers [bei den Ulanen]. Der wollte schon immer reiten, hatte aber selbst kein Pferd, weil sie zu Hause furchtbar arm waren.)

ròòle

raten

Lissbedd, dòò kònsche awwa ròòle! Dänne dòò Faaseboods dùsche de Läbbdaa nìdd va|ròòle! (Elisabeth, jetzt kannst du mal raten! Diesen Faschingsnarr wirst du nicht identifizieren!)

Ròòle(s) (s)

Raten (s); Raterei (f)

’s gìdd känn lòng Ròòles, wo däärsäll willa die gòns Naachd erumgefall ìsch! [Wir wissen sehr wohl. wo er sich wieder die ganze Nacht herumgetrieben hat.]

Ròòleräi (f); auch: Erum|ròòleräi (f)

Raterei (f); Raten (s)

Oh, ge doch furd, die Ròòleräi dòò sìnn ich doch grad sadd! [Also, diese Raterei habe ich satt!]

e roola ...

ein roter ...

So e roola Ärsch hasche dinn Läbbdaa noch nìdd gesìehn! (So einen roten Hintern hast du dein ganzes Laben noch nicht gesehen!)

e roola Figgadd

ein Mensch mit sehr roten Haaren

Ich wääß aa nìdd, wasses Mienche ònn dämm roole Figgadd vùnn dòò driwwe dùdd fìnne? (Ich weiß auch nicht, was Wilhelmine an dem rothaarigen Kerl von gegenüber finden kann?)

e Roola

ein rothaariger Junge oder Mann

Hasches schùnn gehärrd? ’S Onne|kädd hadd e Bìebche grìdd. E gòns roola! (Hast du es schon gehört? Anna-Katharina hat einen ganz rothaarigen Jungen zur Welt gebracht!)

e rooles ...

ein rotes ...

Jòò, Schorsch, so e rooles Minsch muss ääm schùnn gefelle; awwa die solle schaaf sìnn wie e Räddich!

e Rooles

ein rothaariges Mädchen oder Frau

Ei jòò, de Madds hädd aa e Rooles gehòll! Dass sìnn doch känn schlächde Wäibslied, ich wääß gaa nìdd, wassna willa hònn! Iehr sìnn doch nùrre nillich, ìehr Briela! (Natürlich hätte Mathias auch eine rothaarige Freundin akzeptiert. Warum auch nicht? Rothaarige sind ja keine schlechten Frauen, ich weiß nicht, was ihr wieder habt! Ihr seid doch nur neidisch, ihr Brüder!)

e rooli ...

eine rote ...

Fa Allahääliche mìsche awwa e rooli Keerds bäim Babbe ùffs Grab, gäll nää? Sunsch varobbe sich die Lied willa die Schnìss wie vòrrsjòhr, wode e gääli drùff gemach hasch(d)! (Zu Allerheiligen stellst du aber eine rote Kerze auf Vaters Grab! Sonst zerreißen sich die Leute wieder das Maul wie im letzten Jahr, als du eine gelbe Kerze auf das Grab gestellt hast.)

roulich

1. räudig

2. lustig, gewitzt, verschlagen

3. komisch, flau, schmerzhaft

1. Däärsäll leefd dòòrùmm wie e roulicha Hùnd!

2. Nee! Nee! So e roulicha Hund! Däärsäll soll ma nurre hämmkùmme! [So ein verschlagener Bursche! Der soll mit nur nach Hause kommen!]

3. Momme, ma ìsch’s gòns roulich im Maa! Ich glääb, ich hònn sevìel vunn däär kald Millich ussem Iss|schòngk getrùngk?

Ruula (s)

Ruder (n)

Wäär dùdden jedds, wo de Brùmmes dood ìsch, ’s Ruula bäi dänne in da Firma iwwa|nämme: de Bùùb olla’s Mähle, olla alle|zwei? (Wer übernimmt denn jetzt nach ... Tod das Ruder in der Firma: der Sohn oder die Tochter oder beide?)

Ruula|bood (n)

Ruderboot

Bùùb, wass häddschen gäär vùmm Gresch|kinnche? – Ei, Mòmme, e Ruula|bood! – O, ge doch fùrd, ma hònn doch gaa känn Wassa in da Näh! – Ei doch, Mòmme, henne im Wald de Will|soue|weiha! – O, Bùùb, dòò kònsche doch nìdd Bood drùff fahre ùnn ruularre schùnn grad gaa nìdd!

ruularre

rudern

Olägg, du alda Jochchònn, jeddse reichds ma awwa: du musch(d) aa ruularre, minn Gnächdche! (Mein Gott, du ungeschickter Kerl, jetzt reicht’s mir aber! Du musst auch rudern!)

medd de Aame ruularre

mit den Armen rudern, fuchteln

Jòò, dass kònna, de Siwwidd, medd de Aame ruularre! Awwa memm Puddscha fahre, dass kònna nìdd! (Ja, mit den Armen fuchteln, das kann Siegfried! Aber Motorrad fahren, das kann er nicht!)

Ruula|varein (m)

Ruderverein (m)

Hònn `iehr in Ensemm e Ruula|varein? – Ei, jòò, ma kìnna jòò ùffen Aubach aa wùnnabaa fahre, gäll nää! O, bìsch(d) du e alda Fòòds|bäidel! (Habt ihr in Ensheim einen Ruderverein? – Ja, wir können ja auf dem Aubach auch so gut fahren, nicht wahr? Mensch, was bist du nur für ein alter Quatschkopf!)

 

 

 

 

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Exkurs: Falsche und unklare Lambdazismen im Ensemma Pladd


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Last update: 29.10.2001